Gladys macht, dass du lachst,weinst und nachdenkst

Miss Gladys und ihr Astronaut

ein Roman von

David M. Barnett

Cover vom Buch

Gladys ist eine Siebzigjährige Dame in England, die die Aufgabe hat, für ihre Enkel Ellie und James die Erziehungsberechtigte zu spielen. Nur, dass Gladys ein kleines Problem hat, sie ist schon etwas dement. Sie verheddert sich in ihren Alltagshandlungen, so dass es schon mal vorkommt, dass das Schulhemd von James einen Brandfleck hat, das Handy im Kühlschrank und die Butter am Ladekabel hängt. Als Gladys dann auch noch erklärt, dass sie mit einem Mann gesprochen habe, der zum Mars unterwegs sei, befindet sie ihre Fünfzehnjährige Enkelin Ellie für absolut irre. Ellie hat so schon genug Probleme, weil sie neben der Schule auch noch für den Lebensunterhalt sorgen muss. Da ist die verrückte Oma, noch das Tüpfelchen auf dem I.

Gladys hat aber tatsächlich mit dem Astronaut Thomas Major gesprochen. Eigentlich wollte Thomas seine Exfrau aus dem All anrufen, doch die Telefonnummer seiner Ex ließ das Telefon von Gladys klingeln. Thomas ein schwieriger Geselle, der einen recht trockenen Humor hat und fast schon gemein scheint. Das stört aber Gladys in ihrer kindlichen Art kein Stück und so entwickelt sich eine interessante Freundschaft.

Gespickt mit wunderbaren Songs von David Bowie aus den Achtzigern, schwebt der Astronaut Major Tom in Richtung Mars. Warum er unbedingt eine Reise ohne Wiederkehr machen wollte, lag wohl an all den Enttäuschungen, die er erlebt hat. Thomas (Major Tom) hat einen so herrlichen, schwarzen und sarkastischen Humor, der allerdings nicht jedem gefällt.

Ich habe dieses Buch genossen wie eine Schachtel Pralinen. Langsam, Stück für Stück, sämtliche Pointen genießend. Teilweise trieb es mir die Tränen in die Augen, die dann aber wieder schnell von Gladys, der dementen alten Dame vertrieben wurden, wenn sie, in ihrem schlichten Dasein, wieder Einiges durcheinander brachte.

Ullstein Verlag
416 Seiten
Calling Major Tom
Aus dem Englischen übersetzt von Wibke Kuhn.
ISBN-13 9783548289540

Verlinkt bei Niwibos Buch und mehr

Der Freitagsfüller, oder was im Lesezimmer los ist

Haushalt, Bücher und was sonst noch war…

Ein Angriff, blase ich heute auf die Instandsetzung meiner Wohnung. Seit Tagen habe ich den Haushalt links liegen lassen. Einerseits ist meine Arbeit schuld, andererseits lag es an dem Buch, das ich gerade gelesen habe. Kennst du „Miss Gladys und ihr Astronaut“? Nächste Woche findest du die Rezension dazu auf meinem Blog. Dafür habe ich ein wunderbares Buch in dieser Woche rezensiert.
Also  zurück zur Ausgangsposition. Heute werden Fenster geputzt, Wäsche gebügelt, Böden gesaugt und und und.  (So zumindest der Plan!)

Ich nehme an der „Blogtour Deutschlandreise“ bei Leckerekekse teil und offen gestanden, behagt mir diese Situation nicht, weil ich das geplante Buch noch nicht einmal angefangen habe! Zu viele schöne Bücher haben mich bisher davon abgehalten, meine Nase endlich mal in „Neulich in Berlin“ hinein zu stecken. Aber es wird Zeit! Immerhin sollte ich bis zum 28.7. fertig sein…





Ich bin’s mir Wert, dass ich mir mal etwas gönne. Und so war ich bei meiner Buchdealerin und wollte mir etwas schönes kaufen. Spontan habe ich nichts gefunden und meine Wunschbuchliste, hatte ich zu Hause vergessen. Da blieb am Ende eben doch nur ein Eis zu Belohnung übrig.

Eistüte

Ich achte auf meinen Bücherstapel…Hahaha wem will ich das erzählen! Bestimmt nicht. Wenn mir ein interessantes Buch über den Weg läuft, dann bin Feuer und Flamme. Nur habe ich  im Laufe der Jahre gelernt, auf meinen Geldbeutel zu achten. Ich habe noch so viele Bücher im Schrank und Regal, die ich bisher nur abgestaubt habe und das muss einfach auch mal geändert werden. (Das sagt eine, die süchtig nach guter Literatur ist!)

Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Fußball, denn dabei kann ich noch ein paar Runden stricken , morgen habe ich geplant, Deutschland gegen Schweden mit Freunden zu sehen und Sonntag möchte ich … Da habe ich tatsächlich noch keinen Plan! Vielleicht mal etwas mit meinem Kerl unternehmen. Oder gemeinsam auf dem Sofa lümmeln und die Nasen in Bücher stecken. Ich werde mich überraschen lassen.

Und du? Magst du vielleicht auch die Sätze von Barbara vervollständigen? Oder am Samstag beim Samstagsplausch teilnehmen?

 

Wie Mutig wärst du, ein neues Leben zu beginnen?

Der Mut zur Freiheit

Ein Roman

von Katja Maybach

Seiten

Leben

In was für einer unbeschwerten Zeit wir derzeit leben, wird einem erst bewusst, wenn man mal ein Buch in die Hand nimmt, das in den Momenten der Geschichte spielt, in der es für uns Frauen nicht so einfach war. Oftmals kann ich mir gar nicht vorstellen, nicht das machen zu können, was ich will. Die Leute reden nicht hinter meinem Rücken, nur weil ich es geschafft habe ein „Imperium“ aufzubauen. (Wenn ich denn eines aufgebaut hätte! ) Sie zeigen eher selten mit dem Finger auf mich, weil ich alleinerziehend bin. Oder einfach die Chefin bin. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch heute noch den einen oder anderen Lästerer gibt, aber es ist einfacher geworden zu sein, wie und wer man will …

Roter Rock

Zum Buch

Drei spanische Frauen in der Zeit Francos, der späten 1940er Jahre in Madrid, sind die Hauptakteurinnen in diesem Roman.

Margarita war schwanger nach Madrid zu ihrer Tante geschickt worden, nachdem der Vater sie aus dem katholischen Zuhause geprügelt hatte. Gegen viele Widerstände hat sie sich durchgesetzt, lesen und schreiben gelernt und einige Wäschereien gegründet. Sie hat sich einen Namen gemacht. Man kennt und schätzt Margarita in der Stadt.
Doch der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ihre Tochter Valentina ist inzwischen selbst Mutter einer unehelichen Tochter. Dem Vater hatte sie nie von ihrer Schwangerschaft erzählt. In dem Haus ihrer Mutter Margarita zieht Valentina ihre hübsche Tochter Olivia mithilfe der brummeligen Haushälterin groß. Olivia wird Tänzerin und sehr bekannt und beliebt. Olivia hat sich dem Tierschutz verschworen und ihr Herz an einen gefeierten Stierkämpfer verloren. Ob das gut geht?

Es ist eine schwierige Zeit für Frauen unter dem Francoregime. Alleinerziehend und selbstständig, das wirft Fragen auf. Aber die drei Frauen setzen sich durch, zeigen Stärke und leben ihr Leben selbstbewusst. Jede hat ihre eigene Geschichte, die Katja Maybach sehr angenehm erzählt. Die 304 Seiten sind so schnell gelesen, dass man die Zeit nicht missen möchte. Welche Unbill die Frauen durchmachen müssen und wie sie sich gegen die Anfeindungen widersetzen, um ihrer Wege zu gehen, wird spannend erzählt. Die drei Frauen sind frei, sie können selber entscheiden und brauchen die Männer nicht. Und doch, ist es immer wieder die Liebe, die das Leben durcheinander bringt und die Frauen straucheln lassen.

leben

Verlag: Knaur TB
304 Seiten
ISBN: 978-3-426-52008-6

„Kleine Feuer überall“ … eines der besten Bücher 2018

ein Roman von

Celeste Ng

Celest Ng

Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch gehört zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe. Celeste Ng schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, mit solcher Wucht und Feingefühl, dass man völlig in dem Buch und seinen Figuren abtauchen kann. Leichter Humor und Gradlinigkeit machen dieses Buch zu einem Lesegenuss, man kann es nicht aus den Händen legen.

Feuer

Zum Inhalt

Es brennt! In einer amerikanischen, gut durchdachten und reglementierten Vorstadt, in Cleveland/Ohio. Dort steht Elena Richardson, in ihrem Bademantel vor ihrem schicken angepassten Haus. Sie sieht zu, wie ihr Leben abbrennt. Die Feuerwehr tut ihr Möglichstes, das Haus der Richardsons, zu retten. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen. Alle Familienmitglieder waren unterwegs, bis auf Mrs Richardson, die die Feuer entdeckt hatte. Die fast erwachsenen Kinder sitzen weit genug entfernt auf dem Auto der Tochter Lexie und beobachten das Spektakel. Nur eine Tochter fehlt. Izzy ist verschwunden und alle vermuten, dass das Mädchen die Feuer gelegt haben könnte. Wie es dazu kam, das erzählen die nächsten Seiten.

Kleiner Feuer überall

Bevor es zu dem Brand kam, vermietete Mrs Richardson der alleinerziehenden Mia und ihrer Tochter Pearl eine kleine Wohnung in ihrem zweiten Haus und fühlt sich dabei wieder sehr gut. Sie liebt es, Anderen zu helfen. Mrs Richardson legt wert darauf, dass sie Gutes tut.
Mia ist Künstlerin/Fotografin und schon immer mit ihrer Tochter im Land unterwegs. Kurzuml, wenn sie eine neue Idee für ihre Fotos hat, packt sie das Wenige zusammen, das sie besitzt und zieht weiter. Dieses mal soll es aber anders sein, sie will bleiben. Hier ist es genau richtig und die 15 jährige Pearl fühlt sich gleich integriert. Pearl freundet sich mit den vier Richardsonkindern an und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Bis eine Freundin von Mrs Richardson ein chinesisches Baby adoptiert, läuft alles gut. Plötzlich werden ganz neue Blicke in die ach so ordentlichen Häuser möglich. Überall schwelen kleine Feuer, nichts ist so, wie man es von außen sehen kann…

Interessant fand ich, dass die Autorin unterschiede in der Ansprache der Protagonisten machte. So wird Mrs Richardson fast immer mit ihrem Nachnamen angesprochen, während die Jugendlichen und weniger gut betuchten Figuren nur mit ihrem Vornamen angeredet werden. Es gibt eine Menge Feinheiten zu entdecken, die dieses Buch für mich spannend machten.

Seitenweise

Verlag dtv
Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit
384 Seiten
ISBN 978-3-423-28156-0
Leseprobe

Freitagsfüller #475

Noch nie habe ich beim Freitagsfüller mitgemacht,

Aber es ist ja nie zu spät. Die Fragen hatte ich mir schon öfter durchgelesen, doch was mich abhielt, keine Ahnung. So nun zu den Sätzen, die man ausfüllen möchte:

Freitagsfüller

 

1. Wenn ich morgen im Lotto gewinnen würde, würde ich nur noch 2 Tage im Monat arbeiten wollen. Das Problem ist nur, ich spiele gar kein Lotto. (Upps, vielleicht sollte ich mal mein Glück herausfordern)

2. Im Moment sind Flipflops meine Lieblingsschuhe. Da bekommen meine Füße Licht, Luft und Sonne und ich habe sie ganz schnell ausgezogen. So wie ich das liebe. Magst du es auch, mal mit nackten Füßen herum zu laufen?

3. Die Datenschutzgrundverordnung geht mir inzwischen sowas von auf den Nerv. Wer Hilfe damit braucht, der kann der EU – Komissarin Věra Jourová eine Mail schreiben. Sie sagt, sie würde helfen. (Na, da bin ich aber gespannt!) Astrid und Rosi haben es getan.

4. Mein Bücherschrank, ist niemals richtig aufgeräumt. Da kommen ständig neue Bücher dazu, so das ich niemals Ordnung hinein bekommen würde. Will ich auch gar nicht! Ein gesundes Chaos im Bücherschrank, zeugt von Wissensdurst, oder wie siehst du das?

5. Ich lese gerade Der Mut zur Freiheit ein Buch über 3 Frauen und Generationen. Truly Madly Guilty ein Buch um Freundschaft. Und obendrein einen Thriller The Mayfly (gruselig!)

6. Die Katze verschwindet manchmal unter meinem Sofa. Was sie dort macht? Keine Ahnung. Sie taucht nach einer Stunde wieder auf und schüttelt sich. Guckt nicht zurück und geht schlafen. Vielleicht hat sie einen Weg nach Narnia gefunden, sich dort mit dem Löwen angefreundet oder ist dort längst die Königin.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Morgen habe ich geplant auf eine Hochzeit zu gehen und Sonntag möchte ich ein wenig lesen (habe ich diese Woche nämlich fast gar nicht) und dann grillen!

Das hat Spaß gemacht. Vielleicht bin ich ja demnächst öfter dabei. Mehr Freitagsfüller findest du in den Kommentaren bei Scrap-Impulse