Die im Dunkeln sieht man nicht {Hörbuch}

Die im Dunkeln sieht man nicht

Es ist schon merkwürdig, wenn ich ein Hörbuch höre, dann sind es meistens Krimi oder Thriller. Damit hat mich auch Die im dunkeln sieht man nicht gelockt.

Die im Dunkeln sieht man nicht? 1950 kommt Karl Wieners lebensunlustig und frustriert nach München, in seine alte Heimat zurück. Während des Krieges lebte er als Schriftsteller (Oder was auch immer!) in Berlin. Aber dort hält ihn nichts mehr. Geschrieben hat er ohnehin schon lange nichts mehr, und seine Frau und die Kinder sind Tod. Magda, seine Nichte, hat dafür gesorgt, dass er wieder nach München kommt und dort bei einer Zeitung, die erst im Aufbau ist, als Reporter arbeiten soll. Die junge Frau liebt ihren 17 Jahre älteren Onkel, doch ist das rechtens? Auch Karl scheint das forsche Mädchen, zu sehr in sein Herz geschlossen zu haben.

Es sind seltsame Zeiten. Noch hängt der Krieg und die Nazizeit in den Gemütern und den Gemäuern der Stadt. Überall blüht der Schwarzhandel. Die von Hitler gestohlenen Kunstwerke, die während Kriegsende aus dem Führerbau verschwunden sind, wären ein prima Einstieg in den Journalismus für Karl. Auch sein alter Klassenkamerad, der Kommissar Ludwig Gruber ist an dem Fall interessiert. Doch noch mehr wüsste Gruber gerne, wer einen Unternehmer, Anfang des Jahres ermordet hat. Die Wege der Männer kreuzen sich immer öfter und die alte Freundschaft bräuchte mehr Pflege, um wieder aufzublühen. Doch in dieser Zeit weiß keiner, was er von dem Anderen zu halten hat.

Was ich gehört habe

Mir gefiel der Klappentext des Romans. Andreas Götz wollte eigentlich einen Krimi aus der Nachkriegszeit schreiben. Fand aber schnell heraus, dass das Leben 1950 eigentlich mehr im Mittelpunkt stehen sollte. Der Krimi ist vielmehr ein roter Faden durch die Geschichte. Die Menschen sind noch nicht wieder gefestigt. Die jüdische Bevölkerung („die doch eigentlich ausgerottet sein sollte“), taucht wieder auf, nicht überführte Nazis treiben im Dunkeln ihr Unwesen und hetzen sich gegenseitig auf, Schieberbanden haben alle Hände voll zu tun. In vielen Häusern, kann man mehr schlecht als recht leben, und doch geht das Leben dort einfach weiter. Die Doktrin der letzten Jahre haftet immer noch an den Menschen. Nur die Jungen, scheinen sich aus der alten Zeit zu befreien. Im Dunkeln werden Bars erschaffen und in den Ruinen getanzt.

Mich hat das Buch in seinen Bann gerissen und ich musste es innerhalb kürzester Zeit durchhören. Allerdings hat mir der Sprecher nicht immer gut gefallen. Er zieht an manchen Stellen die Stimme so hoch, dass man denkt, jetzt kommt eine theatralische Stelle, aber dann passiert doch nichts. Was Richard Barenberg aber sehr gut kann, ist den Charakteren eine eigene Stimme zu verleihen. Dem Arroganten seinen Tonfall, dem Urbayer seinen Dialekt, der feinen Dame den näselnden Akzent. Seine Stimme ist sehr angenehm und warm.

Die fast 11 Stunden Hörzeit, für dieses komplett gelesenen Buch, fand ich recht kurzweilig. Mit einem Krimi, hat die Geschichte wie gesagt, fast nichts zu tun. Der Krimi/Roman ist eher eine Milieustudie. Ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt.

Der Autor

Andreas Götz lebt in der Nähe von München, was sich dem Autor förmlich aufgedrängt hat, da er Land und Leute kennt. Seine Figuren sind ihm während seiner Arbeit an Die im Dunklen sieht man nicht, so sehr an Herz gewachsen, dass er schon über eine Fortsetzung des Romans nachdenkt. (Mich würde es freuen!)

Der Sprecher

Richard Barenberg hat in Leipzig Schauspiel studiert. Er fühlt sich allerdings nicht nur auf der Bühne zu Hause, sondern auch hinter dem Mikrofon oder vor der Kamera.

Ein Hörbuch von Andreas Götz
gelesen von Richard Barenberg
aus dem Aragon Hörbuchverlag
ISBN 978-3-8398-1746-9

Wahrscheinlich hat mich der Klappentext des Hörbuchs deshalb in seinen Bann gezogen, weil ich erst vor einiger Zeit einen Roman von Peter Prange beendet habe, der genau in dieser Zeit von Die im Dunkeln sieht man nicht endet.

2+

Die Toten von Marnow, von Holger Karsten Schmidt

Die Toten von Marnow

Mit diesem Krimi habe ich wohl meine Abneigung gegen Krimi, Thriller und Co überwunden. Die Toten von Marnow haben mir einen schnellen und unterhaltsamen Lesegenuss verschafft.

Lona Mendt und Frank Elling sind polizeiliche Ermittler in Rostock. Sie werden zu einem Mord gerufen, der ziemlich klar scheint. Elling bekommt von einer fremden Frau das Angebot, die Ermittlungen fallen zu lassen. Die Frau würde ihm sogar eine beträchtliche Summe zahlen, damit er den Mörder nicht mehr verfolgt. Der Rostocker Ermittler lebt über seine Verhältnisse hinaus, da wäre so ein Geldsegen schon recht verlockend.

Lona Mendt kommt aus dem „Westen“. Was sie nach Rostock verschlagen hat, ist nicht sofort ersichtlich. Die freiheitsliebende, attraktive Frau gondelt mit ihrem Wohnmobil ohne festen Wohnsitz durch die Gegend. Als die Ermittlungen sich an die Mecklenburgische Seenplatte verlegen, stellt sie ihr mobiles zu Hause auf dem Campingplatz in Marnow ab. Keine gute Idee, wie sich später heraus stellt.

Was ich gelesen habe

Das Ermittlerduo kommt total sympathisch rüber und man kann Elling tatsächlich verstehen, dass es ihn kribbelt, das viele Geld zu nehmen. Seine ganze heile Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Ich mochte den Kerl sofort. Auch Lona gefiel mir von Anfang an. So unabhängig möchte wohl jeder von uns gerne sein. Der Autor hat eine so leichte Schreibweise, lässt kaum Raum, das Buch weg zu legen. Manchmal flaut der Spannungsbogen kurz ab, dennoch wird es nicht langweilig, weil Holger Karsten Schmidt sofort wieder anzieht. Brutale Momente lösen sozialkritische ab. Welche Abgründe sich am Ende des Buches auftun, möchte ich doch lieber verschweigen. Nur eins, das wussten bestimmt nicht viele Menschen, hüben wie drüben!

Ich freue mich schon darauf, dass es wohl mehrere Bände mit diesem Polizistenpaar geben wird.

Der Autor

Holger Karsten Schmidt hat mit sechs Jahren schon seine erste Kurzgeschichte geschrieben. Seitdem scheint ihn das Schreiben nicht mehr los gelassen zu haben. Abgesehen davon das er so einiges studiert hat, kam er dazu Drehbuchautor zu werden. Filme wie Blade Runner inspirierten ihn. 2011 wurde sein Buch Isenhardt veröffentlicht und mit Die Toten von Marnow, schrieb er einen weiteren sehr gut lesbaren und unterhaltsamen Krimi. Dieses Buch wird auch verfilmt und soll im Frühjahr 2021 zu sehen sein.

Verlag KiWi-Paperback
480 Seiten
ISBN: 978-3-462-04794-3

Dieses Buch verlinke ich gerne bei den Bücher für den Februar und bei Monerl

1+

Nachttiger, spannend und unterhaltsam

Nachttiger, Werttiger oder Geisttiger

In Asien wird der Tiger traditionell verehrt. In vielen Geschichten tauchen die Großkatzen auf. Sie sind Begleiter für die Toten ins jenseits. Auch als Lichtbringer und Beschützer ist der Tiger bekannt. Nachttiger töten, die Bewohner Asiens haben großen Respekt vor ihm.

In dem Roman von Yangsze Choo spielt die Mythologie und der Aberglaube eine große Rolle. Gleichzeitig kommen auf mysteriöse Weise Menschen um. Laut Klappentext geht es um Ren, einem 11 Jährigen Houseboy, 1930 in Britisch Malaya (dem heutigen Malaysia, das von den Portugiesen, Holländern und den Briten geprägt wurde). Von seinem verstorbenen Herren auf die Suche nach seinem abgetrennten kleinen Finger geschickt, hat Ren 49 Tage Zeit, seinen Auftrag auszuführen. In dieser Zeit muss der Finger in das Grab des Doktors gelegt werden, damit der Brite nicht als Nachttiger herum geistert. Doch die Suche gestaltet sich schwierig und gefährlich. Einige Menschen kommen zu Tode, eine Liebe wird endlich wahr genommen und Tiger durchstreifen die Gegend.

Nachttiger ein spannender Roman

Ren ist ein kleiner chinesischer Houseboy der intelligent ist, aber sehr abergläubig. Sein Bruder ist vor zwei Jahren verstorben. Der Zwillingsbruder fehlt dem kleinen Waisenjungen. MacFarlane, der verstorbene englische Doktor bat Ren, nach seinem abgetrennten Finger zu suchen. Sonst würde der Doktor als Nachttiger durch die Gegend streift und Menschen töten. Auf der Suche nach dem Finger, trifft Ren mit Ji Lin zusammen einem Mädchen, das von ihrem Stiefvater daran gehindert wurde Ärztin zu werden. Als Mädchen erlaubt ihr der Stiefvater nur Schneiderin zu werden. Damit sie die Spielschulden ihrer Mutter bezahlen kann, nimmt Ji Lin eine Stellung als Tanzmädchen an. Etwas, dass ein anständiges Mädchen nicht macht. Als sie mit einem Mann tanz, fällt ihr eine Phiole mit einem ausgetrockneten Finger in die Hände. Ji Lin, Ren und der verstorbene Zwilling, sind Teile der fünf Chinesischen Tugenden, was sie zusammen schweisst.

Der Roman ist sehr angenehm zu lesen. Trotz der vielen fremdartigen Namen, fand ich schnell Bezug zu den Hauptdarstellern. Es machte große Freude die Suche zu begleiten und die Mythologie Asiens zu bereisen. Leicht unheimlich und mit ein bisschen Liebe gespickt, kann man den Roman ziemlich zügig lesen. Mit leichter Hand hat die Autorin einen spannenden Roman geschrieben. Immer wieder nimmt die Geschichte eine neue Richtung. Und wenn man genau hinhört, dann kann man das leise knurren des Tigers hören, oder sind es die Eiswürfel in dem Whiskeyglas des Hausherren?

Die Autorin und die Übersetzer

Nachttiger ist der zweite Roman den die Autorin Yangsze Choo geschrieben hat. Die Malaysierin mit chinesischer Abstammung war in den unterschiedlichsten Ländern zu Hause, wodurch sie einige Sprachen versteht. Die Autorin studierte in Harvard und lebt in Kalifornien.

Aus dem Amerikanischen von Heike Reissig, Stefanie Schäfer
Originaltitel: The Night Tiger
576 Seiten
Dieses Buch gehört zu meinen Favoriten im Februar. Noch mehr schöne Bücher findet man beim Buch des Monats.und bei Monerl
2+

Nullsummenspiel (ein Krimigenuss)

Nullsummenspiel

Ein Science-Fiktion-Krimi von S.L.Huang

Nullsummenspiel. Das liegt nahe, bei einer Protagonistin, der ununterbrochen Zahlen durch ihr Gehirn schwirren. Cas Russel ist eine Privatermittlerin, die sich mit Mathe verdammt gut auskennt. Sie berechnet ihre Situationen und Wahrscheinlichkeiten innerhalb kürzester Zeit, was dazu führt, dass sie unmögliche Momente möglich macht. Was aber alle Menschen mit besonderen Fähigkeiten scheinbar innehaben, ist, dass diese Menschen Schwierigkeiten bei sozialen Kontakten haben. So geht es unserer Cas auch. Menschen sind schlecht zu berechnen, weshalb sie keine Freunde hat. Nur Menschen, die ihr „imponieren“ finden eine „Beziehung“ zu ihr.

Cas kommt an einen Fall, der ihre zu berechnende Welt etwas ins schwanken bringt. Sie trifft auf eine Person, die sich in ihr Hirn hackt. Die Privatermittlerin fängt an, an sich und ihren Mitspielern zu zweifeln. Und das, ist ihr noch nie untergekommen. Ihr mächtiger Gegner beeinflusst die Welt und ermordet andere Mächtige. Wie immer ist es die Macht, die verlockt.

Was ich gelesen habe

Anfangs war ich etwas überfordert in dem Nullsummenspiel. Das Cas ein weiblicher Ermittler mit einer dunklen Hautfarbe ist, war mir nicht klar, denn sie wird überhaupt nicht vorgestellt. Ich wurde direkt in die Story hineingezogen. Extrem rasant flog ich über die ersten Seiten und fand mich in einer wilden actionreichen Story wieder. Für S.L. Huang ist es ihr erstes Buch und ich finde die Hollywood-Stuntfrau und Schusswaffenexpertin, hat ein prima Debüt abgeliefert. Ihre Hauptdarstellerin ist nicht gerade sympatisch, aber ich mochte diese quirlige Stehauffrau sofort. Cas Russel lässt sich nämlich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sie durchrechnet ihre Situation ziemlich schnell und handelt. Ich konnte diesen Roman nicht aus der Hand legen und hatte stets das Gefühl, ich würde sonst etwas verpassen. Die Geschichte rast so schnell, dass man sich richtig konzentrieren muss, nichts zu übersehen. Die fehlende Empathie anderen Menschen gegenüber macht sie wett, indem sie andere Extraintelligente Menschen kennenlernt und mit diesen versucht, den Fall zu lösen. Bis zur letzten Seite blieb ich ohne eine Ahnung, wie die Lösung aussehen könnte. Und der Schluss lässt auf jeden Fall einen oder mehrere Folge-Thriller zu.

Das dieses Buch allerdings in die Sciensfiktionabteilung sortiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Meines Erachtens ist es ein Thriller mit einer winzigen Portion Übersinnlichem. Ich bin gespannt, ob uns S.L. Huang mit einem Nachfolger zu Nullsummenspiel versorgen wird.

Wenn dich die Autorin interessiert, hier ist ihre Autorenseite. Übrigens eine tolle Frau.

Credit fotos von http://chrismassa-photography.com/

Die Übersetzer aus dem Amerikanischen sind, Stefanie Adam und Kristof Kurz
Aus dem Heyne-Verlag
Taschenbuch,
432 Seiten
ISBN: 978-3-453-32000-0

Dieses Buch stelle ich in das Regal für die Septemberbücher. Dort tummeln sich schon ein paar richtig tolle Buchvorstellungen. Außerdem verlinke ich meinen Beitrag bei Monerl’s Monatshighlights

 

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Secret Keeper Zeit der Späher

Secret Keeper Zeit der Späher

von Trenton Lee Stewart

Secret Keeper ist ein wirklich spannendes Buch, das man auch schon mal als Erwachsener in die Hand nehmen kann. Secret Keeper, Zeit der Späher. Hierbei geht es um den elfjährigen Jungen Ruben. Er lebt in einer Stadt, in der der Schatten alle Fäden in der Hand hält. Alle haben Angst vor dem Schatten und seine Späher. Jeder muss an den Schatten zahlen, um in Frieden gelassen zu werden.

Ruben ist ein mutiger Junge, der keine Freunde hat. Er ist eher der Einzelgänger. Auf seinen Streifzügen durch die Stadt, spielt er Spion und macht sich gerne unsichtbar. Dabei findet er eine scheinbar wertvolle Uhr. Er hofft mit dieser Uhr könne er sich und seiner Mutter helfen. Doch die Uhr ist etwas Besonderes. Man kann sich mit ihr unsichtbar machen. Ruben will mehr über die Uhr erfahren und flüchtet vor den Spähern und den Schatten an die Küste. Dort trifft er auf Penny, die aus einer Familie stammt, die das Geheimnis der Uhr hütet.

Was ich gelesen habe

Ich fand das Buch unheimlich spannend. Aber, dass habe ich ja oben schon gesagt. Ruben ist mir ein sehr sympathischer Junge. Er ist eben ein bisschen anders. Seinen Unternehmungen bin ich gerne gefolgt. Er überlegt genau, und kann sich vieles merken und die Beziehung zu seiner Mutter ist sehr innig. Als junger Leser findet man bestimmt eine Menge Parallelen zum eigenen, komplizierten Leben. Das macht es bestimmt noch aufregender, dieses Buch zu lesen.

Aber als ich gerade so im Lesefluss war, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, hörte es einfach auf! Ruben ist gerade einem Geheimnis auf die Spur gekommen, da war das Buch zu Ende!

Warum muss man eine solche Geschichte unbedingt in zwei Bücher stecken? Na klar, damit man noch Eins verkaufen kann. Die Geschichte ist leider nicht in sich abgeschlossen! Wenn du wissen willst, wie Ruben das Rätsel um die Uhr löst, und wie es mit dem unheimlichen Schatten weiter geht, brauchst du den Folgeband. Aber zum Glück, kommt der ja, wie der erste Teil, am selben Tag in den Buchladen!

Und doch kann ich das Buch wirklich empfehlen. Es macht Spaß zu lesen. Für junge Leute ab Zehn, sehr gut geeignet.

Der Autor und seine Übersetzerin

Trenton Lee Stewart ist 1970 geboren, schreibt und lebt mit seiner Familie, in den USA. Der erste Band seiner Kinderbuchreihe “Die geheime Benedict-Gessellschaft” wurde in den USA u. a. in die Auswahl »Best Book of the Year« des »School Library Journal« aufgenommen, die Reihe war auch in Deutschland ein großer Erfolg.

Nina Scheweling ist freie Übersetzerin und Lektorin. Und sie liebt Kinderbücher. Sie arbeitet in Freiburg und Stuttgart

Ein Kinderkrimi ab 10
aus dem Thiemeverlag
304 Seiten
ISBN 978-3-522-18496-0
Übersetzt von: Nina Scheweling

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Witchmark, ein spannendes Fantasie Debüt

Witchmark

Ein (Fantasie-) Roman von C.L. Polk

Fantastische Romane über Hexen, Magier und Zauberer, haben mich schon immer begeistert. Tolkin und Konsorten schafften es oft, mich in ihren Bann zu schreiben, weshalb ich wohl auch zu dem Debütroman, Witchmark, von C.L. Polk gegriffen habe. Ich wollte mich wieder einmal verzaubern lassen und tauchte in die fantastische Welt ein…Um es vorweg zu nehmen, ich war begeistert von Witchmark.

Miles ist Psychiater in einem Veteranen- Hospital und versucht, den Männern, die aus einem furchtbaren Krieg zurückkehren, ihre dunklen Träume zu heilen. Doktor M. Singer war selber in dem Krieg und weiß, was die Männer durchmachen mussten. Miles Singer versteckt sich aber auch vor seiner mächtigen Familie. Er möchte nicht in den Bann seiner Schwester gezogen werden und seine Hexenmacht mit der ihren verbinden müssen. Ja, Miles Singer ist eine Hexe. Und auch das dürfen die Menschen um ihn herum nicht wissen, denn dann würde er einen Prozess gemacht bekommen und würde weggesperrt werden.

Bisher ist auch alles gut gegangen. Bis eines Tages Tristan Hunter mit einem sterbenden Mann auf den Armen in die Klinik stürzt und Miles bittet, dem Sterbenden zu helfen. Der Mann kann nur noch mitteilen, dass er vergiftet wurde. Miles und Tristan wollen daraufhin gemeinsam heraus bekommen, wer den Journalisten umgebracht hat. Sie stoßen auf eine unglaubliche Geschichte.

Was ich gelesen habe

Es dauerte ein paar Seiten bis ich mich in den Roman eingelesen hatte, dann war ich aber auch schon fasziniert. Ich wollte genauso, wie die beiden Männer heraus bekommen, was zu dem Tod des Journalisten geführt hatte. Immer mehr sog mich diese Buch in seinen Bann. Ganz nebenbei entwickelte sich eine „fantastische“ Liebesgeschichte der anderen Art. Es ist nicht wie bei Harry Potter, dass Bücher durch die Luft fliegen und Zaubersprüche gewirkt werden. Die Magie in diesem Roman ist eher eine leise und unauffällige. Die Hexen und Magier müssen sich bedeckt halten, sonst droht ihnen Denunzierung.

Man könnte glauben, dass die Story in England ihren Platz hat. Die Menschen fahren hauptsächlich Fahrrad und Kutschen. Autos sind etwas ganz Besonderes und nur sehr wenige Menschen haben schon Eines gesehen.

Die Schreibweise der Autorin hat mich auf jeden Fall überzeugt. Und ich hoffe, dass die Geschichte einen Nachfolger hat. Denn der Schluss, lädt förmlich dazu ein.
Was ich nicht gesehen habe, weil ich das Buch als E-Book gelesen habe, ist das Leuchten des Titel im Dunkel. Ein hübscher Gag.

Die Autorin und ihre Übersetzerin

C.L. Polk, hat schon mehrere Kurzgeschichten verfasst und schrieb auch für die erfolgreiche Webserie „Shadow“. Witchmark ist ihr erstes Buch.

Michelle Gyo, die Übersetzerin, hat als Schwerpunkt die fantastische Literatur. Sie hat für verschiedene Verlage gearbeitet. Inzwischen ist sie freie Lektorin und Übersetzerin.

ISBN: 978-3-608-96395-3
384 Seiten, Klappenbroschur
Klett-Cotta Verlag

Dieses Buch stelle ich gerne in die Reihe meiner August-Bücher. Hast du auch ein Buch in diesem Monat, das dir gefallen hat?

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