Wimmelbuch der Gefühle

Ich liebe Wimmelbücher! Als meine Monster (So nenne ich schon vom ersten Tag an meine Kinder) noch klein waren, standen einige Wimmelbücher in dem Bücherregal. Ali Mitgutsch ist der Vater der Wimmelbücher. Die kleinen Monster hingen mit Leidenschaft über diesen Büchern und haben sich immer wieder selber Geschichten damit ausgedacht. Ein anderes Buch, dass mich und die Monster ebenfalls fasziniert hatte, war „Wo ist Walter„. Auch da wird gewimmelt. Und selbst als Erwachsener, kann man diese Bücher kaum aus der Hand legen. Nun habe ich ein neues Wimmelbuch in der Hand:

Gefühle Wimmelbuch

Das Gefühle Wimmelbuch von Alexandra Helm gefällt mir auch sehr gut. Dabei wird den Kindern es leichter gemacht Gefühle zu entdecken. Oftmals wissen die kleinen Geister gar nicht, wie sie sich ausdrücken sollen, wenn sie von einem anderen Kind in den Arm genommen werden. Oder wenn sie auf das Knie gefallen sind und sich darüber ärgern, dass es keiner gesehen hat. Wie auch immer, die Kleinen können auf den kartondicken Seiten nach den Gefühlen der Figürchen gucken und sie deuten lernen. Wenn ein erwachsener Mensch mit dem Winzling die Seiten anschaut, kann der Große den Kleinen anstubsen und ihm erklären wie es sich anfühlt, Angst zu haben.

Gleich auf der ersten Seite wird es dem „Vorleser“ leicht gemacht Gefühle zu erklären. Und schon geht es los, die Suche nach den Gefühlen. Die Wimmelbilder sind liebevoll gemalt. Neben den Figuren steht in Schreibschrift, welche Gefühle da gerade bei den Bildchen gemeint sind. Wir suchen den Stolz auf das neue Auto oder Wer könnte neugierig sein? 

Mir fallen bei den schön gestalteten Seiten sofort viele Geschichten ein, die man mit den Kindern erzählen könnte. Der Leser wandert durch das Dorf, den Wolkenpark, den Kindergarten, durch das Zauberschloss, Schwimmbad und schaut in das Baumhaus. Es wimmelt und verzaubert. Kindgerecht gemalt und Fantasieanregend. Über den Seiten sind kleine hellblaue Wolken zu sehen, in denen kleine Beschreibungen stehen. Der „Vorleser“ kann diese Wolken als Anregung nehmen oder die Monster könnten nach den passenden Bildern und Situationen suchen. Je länger man sich mit dem Buch beschäftigt, um so mehr entdeckt man. Wie gesagt, ich liebe Wimmelbücher.

Wimmelbuch

Gefühle sind für die kleinen Menschen ja oft nicht zu benennen, aber hier werden sie tatsächlich fündig. Lernen ihren Emotionen Namen zu geben. Und vielleicht kann der Winzling das nächste Mal nicht nur seinen Ärger herausbrüllen sondern weiß gleich zu behaupten: „Du ärgerst mich!“ Oder vielleicht kann der kleine Mensch auch seiner Freude einen richtigen Ausdruck zu geben. Denn die deutsche Sprache hat so viele wunderbare Ausdrücke für Gefühle, die die kleinen Menschen nicht früh genug lernen können. Vielleicht ist diese Buch auch noch eine Last-Minute-Idee zu Weihnachten 😉 Und wenn es nicht die Gefühle sein sollen, dann findet man vielleicht auf der Seite des Wimmelbuchverlag sein Lieblingsbuch. Dieses Buch wurde von Alexandra Helm Illustriert, die auch schon bei dem Buch Kleiner Löwe, großer Mut beteiligt war.

Wimmelbuch der Gefühle

von Alexandra Helm Illustriert
für 2 – 5 Jährige oder älter
Verlag: Adrian & Wimmelbuchverlag
14 Seiten
Deutsch
ISBN 978-3-948638-94-8

Ein Sommer mit Percy und Buffalo Bill

Ein Sommer mit Percy mag ich auch mal mitmachen. Percy ist der beste Freund von Ulf (welch Zufall, dass der Autor auch Ulf heißt!). Percy trägt sein Herz auf der Zunge und lässt alles raus, auch das, was er eigentlich nicht erzählen sollte. Außerdem hat er immer eine super Erklärung und Lösung parat.

Eigentlich ist Ulf mit seinen Eltern auf eine der Schären-Inseln, um die Großeltern besuchen. So wie sie jedes Jahr dort Urlaub machen. Ulf hat schon so manches Abenteuer mit den Kindern dort erlebt. Dieses Mal hat Ulf seinem besten Freund Percy erlaubt, ihn dort zu besuchen. Nur zu dumm, dass er seinen Eltern und Großeltern nichts von dieser Abmachung erzählt hat. Und so kommt es, dass Ulfs Mutter, ein paar Tage nach der Ankunft, einen Anruf von Percy’s Mutter erhält. Sie freue sich ja schon so darauf ihren Sohn über das Wasser zu ihnen zu schicken.

Sommer mit Percy Kinderbuch

So wollte Percy das aber nicht haben

Ulf ist nicht so begeistert. Percy ist zwar sein bester Freund auf dem Festland, aber hier ticken die Uhren anders. Sein Großvater ist einer, den man keinem Kumpel vorführen möchte. Laut, polternd, schmatzend und furzend. Doch Percy wickelt den alten Mann schnell um seinen Finger und scheint bei ihm einen Stein im Brett zu haben.
Und dann ist da noch Pia! Ulf hat sich in das Lachen von diesem hochgewachsenen Mädchen auf den Schären verliebt. Pia geht angeln, springt fantastisch ins Wasser und macht auch sonst Dinge, die Ulf bezaubern. Aber das kann man ja nicht einfach zugeben. Wie ist denn das, wenn man verliebt ist. Und überhaupt, wie ist denn das eigentlich mit der Liebe?

Frech und ansprechend

Das Kinderbuch ist sehr ansprechend geschrieben, ein wenig frech und doch immer wieder ernst. Die Sprache erinnert ein wenig an die Bücher von Astrid Lindgren oder Gunilla Bergström (Die Autorin die sich die Willi Wiberg Bücher ausgedacht hat) Gerade heraus werden Themen angesprochen, die sonst nicht laut gemacht werden. Vielleicht weil man nicht gerne über einen furzenden Opa oder ein verliebtes Bauchkribbeln redet.

Ein Kinderbuch aus schweden

Ein bisschen war ich darüber irritiert, dass Ulf mit seinem Kumpel Klas, die geklauten Chesterfield, raucht. So ganz schmecken Ulf die Zigaretten ja eigentlich auch nicht. Aber auch das gehört irgendwie zum Erwachsenwerden dazu. Denn darum scheint es in dem Buch zu gehen. Die Kinder sind alle kurz vor oder in der Pubertät. Ein ganz wunderbares Sommerabenteuererwachsenwerden-Buch.

Das Buch bietet sehr ansprechende Bilder von der Illustratorin Regina Kehn gemalt. Dadurch habe ich einen besonderen Bezug zu Ulf, Percy und Klas bekommen. Sehr schön lebendig gemalt. Ein Augenschmaus für Alt und Jung.

 

Ulf Stark (194-2017) erhielt für seine Kinderbücher den Astrid-Lindgren-Preis, den August-Preis und den Deutschen Jugendliteraturpreis.

 

Ein Sommer mit Percy und Buffalo Bill

Von Ulf Stark
gemalt von Regina Kehn
ISBN: 9783825152833
285 Seiten
Urachhaus Verlag

Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte

Mr. Parnassus betreibt ein Kinderheim für besondere Kinder auf einer ziemlich abgeschotteten Insel. Diese Kinder sind wirklich etwas besonderes, denn sie sind magisch. Es wird sogar behauptet, dass der Antichrist unter den sechs Kindern ist, die hier umsorgt und auf das Leben unter „normalen“ Menschen vorbereitet werden sollen. Und damit in dem Heim von Mr. Parnassus auch alles seine Richtigkeit hat, schickt die Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger (kurz BBMM) einen Kontrolleur auf eben diese Insel. Linus Baker, Anfang Vierzig, dicklich, schütteres Haar und ohne Selbstvertrauen, bekommt den Auftrag das Heim zu überprüfen. Linus liebt sein Leitfaden Vorgaben und Richtlinien, einen dicken Wälzer, den er am liebsten als Gutenachtgeschichte liest.

Die Ankunft auf der Insel

Linus darf die Unterlagen, die er vom Ministerium mitbekommen hat, erst öffnen, nachdem er die graue Stadt verlassen und am Meer angekommen ist. Das BBMM hatte wohl Sorge, dass der Sachbearbeiter die Reise absagen könnte. Denn wer will schon etwas mit dem Antichristen zu tun haben. Auf dem Bahnhof noch, fällt Linus Baker in Ohnmacht, als er liest, mit wem er es zu tun bekommen wird. Die anderen Akten der Kinder schaut er sich gar nicht erst an. Doch wie gesagt, es ist zu spät. Er wird von einer schönen Frau abgeholt und auf die Insel gebracht. Auch sie scheint etwas Besonderes zu sein.

Doch zuerst müssen sie ein Dorf auf dem Festland durchqueren und Linus merkt, dass hier so gar nichts in Ordnung ist. Die Menschen starren sie an oder machen schleunigst, dass sie weg kommen. Ein mauliger Fährmann setzt die Beiden auf der Insel gegenüber ab und macht sich schleunigst auf den Rückweg.

Mr. Parnassus hat auf der Insel einfach alles im Griff. Er birgt ein Geheimnis, da kann man sich sicher sein. Aber welches, dass mag ich hier nicht verraten. Finde es selber heraus.

Mr. Parnassus

Was Linus erlebt und welche Abenteuer er dort auf der Insel durchmacht, dass kann man auf den 477 Seiten in einem atemberaubenden Tempo nachlesen. Denn kaum hat man die ersten Seiten verschlungen, ist man so gefangen, dass einem alles rundherum einfach egal wird. T.J. Klune schreibt so bezaubernd.

Ich hatte ab und an den Verdacht, dass der Autor großer Fan von Michael Ende sein könnte. Denn das BBMM mit seinen Mitarbeitern erinnert etwas an die Grauen Herren aus Momo. Allerdings haben alle Mitspieler in diesem Buch von T.J. Klune, einen wunderbar eigenen Charakter und sind absolut unterhaltsam.

Man möchte diese Kinder auf dieser Insel am liebsten persönlich kennen lernen, sch… auf den Sohn des Teufels. Denn genau dieser, ist mit seinen sechs Jahren eine Figur, die unglaublich zum Lachen reizt. Aber auch Chauncey, eine Kreatur, der man keine Verwandtschaft zuordnen kann, ist einfach nur bezaubernd.

Was mir besonders gefallen hat war, dass der Autor es fertig bringt unbewusst die eigenen Werte und Vorstellungen einer „normalen Welt“ in Frage zu stellen. Sind wir denn nicht alle geprägt von unserer Umwelt? Wird uns denn nicht dauernd eingeflößt, wie wir eine normale Welt zu beurteilen haben? Es gibt da aber einen Ausweg. Er ist nicht leicht, aber machbar! Lasst uns die Welt mal wieder mit anderen Augen sehen und akzeptieren, dass es auch „Andersein“ geben kann. Ich würde Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte jeder Altersklasse anraten, denn man kann da eine Menge herauslesen!

Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres 2021 und zu den Wonnemonat Mai-Bücher

Ein Roman von T.J.Klune
Heyne Verlag
480 Seiten
ISBN: 9783453321366

Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde

Anton Müllerstett ist 10 Jahre alt. Er hat eine Mama, die sich sehr darum bemüht, dass ihr Sohn eine tolle Ausbildung bekommt. Er geht nach der Schule zum Chinesisch- Unterricht, bekommt Unterricht in Benimm und muss dort eklige Sachen essen. Und wenn er dann mal Freizeit hat, dann mag Anton keine Unordnung machen, denn dann würde seine Mama mit ihm böse sein. Der Papa lebt irgendwo in der Ferne und kommuniziert mit Anton nur über den Computer. In dem Haushalt der Müllerstetts gibt es auch noch eine Haushälterin, die dafür sorgt, dass Anton was ordentliches zu Essen bekommt.

Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde

Anton ist ein braver Junge, der alles macht, wie man es ihm sagt. Als er eines Nachmittages mit all seinen Aufgaben fertig ist, kann er sich nicht dazu durchringen den Legokasten, den er schon Weihnachten geschenkt bekommen hat, aufzubauen. Er würde nicht fertig werden bis die Mutter zurück ist. Dann würde sie böse, weil er so eine Unordnung gemacht hätte. So schleicht der Junge durch den Flur und entdeckt eine Tür, die er da vorher noch nie gesehen hat. Hinter der Tür führt eine Treppe auf den Dachboden. Geheimnisvoll schaut es hier aus. Er findet eine Kiste in der seltsame Dinge verstaut waren, die wie Messgeräte aussahen. Auch ein Fernrohr war dabei und ganz unten in der Kiste fand er ein Ölgemälde mit einem Segelschiff darauf.

Anton zwischen Himmel und Erde

Das Bild wollte er unbedingt über seinem Bett aufgehangen haben. Die Mutter war nicht so begeistert. Doch dieses mal setzte sich Anton durch. In der Nacht, die Mutter hatte einen wichtigen Termin, verlor sich der Junge in dem Anblick des Bildes und träumte sich auf das Schiff. In seinem Traum traf er die 300 Millionen Jahre alte Kakerlake Cassidor und die Windsbraut Waltraud, die auf der Jagd nach fast vergessenen Fragen auf dem Wolkenmeer unterwegs waren.

Als ich das Buch das erste Mal aufschlug, sprangen mir gleich die abstrakten Bilder ins Auge. Bilder die die Fantasie anstupsen. Viel Farbe aber auch klare Linien, wenn es um die gezeigten Figuren geht. Zwischen den Texten sind immer wieder Geräusche in geletterten Buchstaben, dick, fett und überdeutlich zu sehen. So klackert die Mutter, in ihren hochhackigen Schuhen, durch das Zimmer oder gibt ihrem Sohn Muah, muah, einen Kuss. Das kommt sehr eindringlich rüber und gefällt mir.

Und die Geschichte selber regt an, mit der Fantasie zu spielen. Und auch Fragen zu stellen. Anton muss nämlich eine Frage stellen, die dann ergründet und die Antwort in ein Buch gebunden wird. So trifft Anton auf Sokrates und Xanthippe, erlebt Abenteuer und findet besondere Freunde. Mir hat es sehr gefallen mit Anton die Abenteuer zwischen Himmel und Erde zu erleben.

Das Buch gibt es auch als Hörspiel. Vorgelesen, hat die Geschichte bestimmt noch einmal einen besonderen Reiz. Kinder mögen Hörspiele oder wenn die Eltern mit ihnen gemeinsam Bücher lesen. Ein Buch das ich gerne zu meinen Bücher für den Januar stelle.

Ein Kinderbuch von Nici Mommsen
mit Bildern von BooBoo Tannenbaum
Frizzschmizzz Verlag
192 Seiten
Paperback
ISBN: 9783982237107

Hörspiel
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Kleiner Löwe, Großer Mut

 

Kleiner Löwe, großer Mut

Der kleine Löwe Tobe hat mit acht Jahren ein Vorderbein durch ein Krokodil verloren. Aber das macht dem mutigen Kerl gar nichts, denn er geht damit völlig gelassen um. Es sind die Anderen, die Angst haben, dass der kleine Löwe es nicht ertragen könnte zu verlieren oder etwas nicht zu können. Tobe geht zu den anderen Löwen und brüllt mit ihnen um die Wette. Die brüllen besser nicht so laut, denn sie wollen Tobe nicht verlieren lassen. Doch der kleine Löwe findet das echt blöd und schimpft mit seinen Freunden, dass er ein Löwe sei und einen ordentlichen Brüllwettkampf wünscht. Und dann brüllt er wie noch nie. Seine Freunde fallen ebenfalls in das Brüllen ein und Tobe schnauft am Ende „geht doch“!

Und so geht es dem Löwen bei dem Nashorn, den Affen (die ihm eigentlich nur etwas Gutes tun wollten), bei den Geparden, beim schwimmen mit den Nilpferden… Alle wollen nur sein Bestes und schonen ihn. Auch wenn der kleine Löwe nur noch drei Beine hat, ist er doch immer noch ein prima Kumpel.

Das Buch macht kleinen Kindern wirklich Mut, sich in der Welt umzuschauen und sich auszuprobieren. Auch wenn sie vielleicht ein Handicap haben, das sollte sie nicht aufhalten. Irgendwie geht es doch. Der kleine Löwe macht es vor! Dann taucht er eben im Wasser unter, am Ende aber auch wieder auf. Die Geschichte rund um den kleinen Löwen ist wirklich sehr schön erzählt. Die Bilder sind nicht überladen und doch kann man eine Menge Extras darauf entdecken. Fast hätte ich es übersehen, dass der kleine Löwe „nur“ drei Beine hat.

Die Geschichte ist von Tom Belz. Sie ist sehr ansprechend zu lesen. (übrigens Tobe setzt sich aus Tom‘s Namen zusammen. Und warum ein Löwe? Das liegt wohl an der Löwenmähne, die der Autor selber hat!) Auch für einen Erwachsenen ein kleiner Hinweis darauf, dass Behinderungen kein Grund sind, jemanden wie ein rohes Ei zu behandeln. Jedermann ist eine Chance einzuräumen, sich zu beweisen. Tom Belz erzählt aus seinen eigenen Erfahrungen. Er hat mit acht Jahren selber ein Bein durch Knochenkrebs verloren. Fahrradfahren, Fußballspielen, waren aber nie ein Problem für den Offenbacher. 2018 bestieg er auf Krücken sogar den Kilimandscharo! Er ist ein Mutmachermensch, der auf öffentlichen Veranstaltungen auftritt. Auf Instagram und Co findet man ihn unter @tomnative Ein lustiger, motivationsgeladener Typ, der uns an seinem Leben teilhaben lässt.

Tom und die Illustratorinnen Caroline und Alexandra Helm, kennen sich schon lange. Sie sind sich einig, dass sie die Geschichte von Tom unbedingt Kindern zugänglich machen wollen, die in der selben Situation (Nöten) wie Tom stecken. Man traut ihnen nichts mehr zu! Nö, sie können alles, was sie wollen…

Ein Kinderbuch ab 4 Jahren
von Tom Belz
Illustriert von Caroline Helm und Alexandra Helm
32 Seiten
Verlag arsEdition
ISBN: 978-3-8458-3759-8

Was hat die Nebelfee mit dem Einhorn zu tun?

Nebelfee und das verwünschte Einhorn

Wer wünscht sich nicht gern etwas? Vor allem, wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen. Frida und Charlie, zwei mutige kleine Mädchen gehören auch zu den Wünschern. Als sie mit ihren Eltern, nachts auf einem Feld die Sternschnuppen betrachten, wollen sie sich auch etwas wünschen. Aber auf die Schnelle, fällt ihnen nichts ein. Erst als sie später im Bett liegen, kichern sie vor sich hin und wünschen sich ein Einhorn. Aber nicht einfach irgendeines. Vor lauter Albernheiten wird es ein besonderes Einhorn, ein pupsendes, stinkendes, ungeschicktes und winziges Einhorn.

Aber so einfach ist das nicht, mit dem Wünsche-erfüllen. Der Wunsch dauert etwas, aber dann, mitten in der Nacht, taucht das stinkepupsige Einhorn auf. Haben die Mädchen sich verwünscht? Und nicht nur das. Eine Schildkröte und ein Weltenwurm, verhelfen den Mädchen zum Eintritt in eine Fantasiewelt. Sie erleben Abenteuer, treffen Fantasietiere, finden die Nebelfee, einen sprechenden reimenden Fuchs und überwinden ihre Ängste. Am Ende, wird, wie sollte es anders sein, alles wieder gut, und die Kinder finden in ihr zu Hause zurück.

Schmunzelig

Dennis Zemella hat einen schönen fantasiereichen Kinderroman geschrieben. Es finden sich auch immer wieder schöne (handgemalte !) Schwarz- Weiße- Bilder auf den Seiten, die dem Leser ein wenig, mit seiner eigenen Fantasie, auf die Sprünge helfen. Wie könnte man sich sonst einen Weltenwurm vorstellen. Oder, wie schön die Nebelfee sein könnte. Auch wenn die Abenteurerinnen Mädchen sind, können sich kleine Kerle mit den Abenteuern identifizieren.

Ich fand die Geschichte recht unterhaltsam und musste ein ums andere Mal schmunzeln. Dennis Zamella kommt nicht an einen Tolkien heran, aber seine Ideen um die Nebelfee und das pupsende, stinkige Winzlingeinhorn, haben mir gefallen. Für kleine Leute ab sieben ist das bestimmt eine schöne Abenteuer-Fantasie-Geschichte. Und wer zu faul zum lesen ist, der kann sich diese Geschichte sicherlich auch gut vorlesen lassen damit das stinkepupsige Einhörnchen, in den Kinder-Träumen herum springt. Auch die Vorleser werden ihren Spaß haben.

Ein Fantasieroman für junge Leser ab 7 von Dennis Zemella
268 Seiten
Erschienen bei Gekaterter Stiefel – Dennis Zemella,
ISBN 9783982098708

Es ist ja bald Weihnachten, da kann man ja schon mal über ein schönes Buch zum Vorlesen oder selber lesen nachdenken. 😉