Das Netz, ein Krimi aus Island

Das Netz

Es ist ein Netz, in das sich die Isländerin Sonja verheddert hat. Es besteht aus Drogen, Kindesentzug, Trennung und Liebesgeschichte. Sonja lag mit ihrer Geliebten Agla im Bett, als sie von ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn erwischt wurde. Daraufhin wurde Sonja das Sorgerecht aberkannt und sie musste sich, wie auch immer, über Wasser halten. Ganz abgesehen davon, dass gerade die Banken in Island krachen gegangen sind, wusste sie nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollte. Ein befreundeter Anwalt ihres Mannes bot ihr an, sie zu unterstützen. Dabei lief sie einem Drogenkartell in die Hände. Denn nun schuldete sie denen eine Menge Geld.

Sonja hatte nun die Aufgabe, Kokain aus dem Ausland nach Island zu schmuggeln. Sie war pfiffig und hatte prima Ideen. Nur einer kam ihr irgendwann auf die Schliche. Der Zollbeamte Bragi, beobachtete die attraktive Frau schon länger, wie sie sich in regelmäßigen Abständen über den Flughafen bewegte.
Sonja verstrickte sich immer mehr in dem Netz und die Sorge um ihren kleinen Jungen lies sie unmögliches bewerkstelligen.

Was ich gelesen habe

Sonja kam mir zwar schlau aber doch auch sehr naiv vor, wenn sie dachte, dass sie aus dem Netz entschlüpfen könnte. Ganz nebenher wurde ihre Geschichte zu einem Lesbenabenteuer mit der besagten Geliebten, die auch noch eine Kollegin von Sonja‘s Mann war. Immer wieder ging es um den Sex, den die beiden Frauen haben. Nicht im Detail, aber doch schon sehr konkret. Mich hat das tatsächlich in dem Lesefluss gestört. Es kam mir vor, als müsse die Autorin unbedingt darauf herumreiten, wie die zwei Frauen sich amüsieren.

Manchmal hatte ich das Gefühl, ich lege dieses Buch jetzt beiseite, dann geschahen aber doch wieder aufregende Dinge, die mich zum Weiterlesen zwangen. Und doch hatte dieses Buch keinen echten Sog. Klar wollte ich wissen, wie sich Sonja aus der Misere zieht. Aber selbst das Ende konnte mich nicht überzeugen.
Die Autorin kann bestimmt noch besser schreiben, denn mal abgesehen von dem Lesbengeflüster, steckt sie voller Ideen.

Das Buch das Netz

Die Autorin

Lilja Sigurðardóttir Stammt aus Island, wuchs aber auch in Mexiko und Spanien auf. Sie schrieb mehrfach ausgezeichnete Theaterstücke und Das Netz, ist der Beginn einer Reykjavík-Trilogie, die demnächst verfilmt werden soll.

ISBN 9783832165192
DuMont Verlag
360 Seiten

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Nullsummenspiel (ein Krimigenuss)

Nullsummenspiel

Ein Science-Fiktion-Krimi von S.L.Huang

Nullsummenspiel. Das liegt nahe, bei einer Protagonistin, der ununterbrochen Zahlen durch ihr Gehirn schwirren. Cas Russel ist eine Privatermittlerin, die sich mit Mathe verdammt gut auskennt. Sie berechnet ihre Situationen und Wahrscheinlichkeiten innerhalb kürzester Zeit, was dazu führt, dass sie unmögliche Momente möglich macht. Was aber alle Menschen mit besonderen Fähigkeiten scheinbar innehaben, ist, dass diese Menschen Schwierigkeiten bei sozialen Kontakten haben. So geht es unserer Cas auch. Menschen sind schlecht zu berechnen, weshalb sie keine Freunde hat. Nur Menschen, die ihr „imponieren“ finden eine „Beziehung“ zu ihr.

Cas kommt an einen Fall, der ihre zu berechnende Welt etwas ins schwanken bringt. Sie trifft auf eine Person, die sich in ihr Hirn hackt. Die Privatermittlerin fängt an, an sich und ihren Mitspielern zu zweifeln. Und das, ist ihr noch nie untergekommen. Ihr mächtiger Gegner beeinflusst die Welt und ermordet andere Mächtige. Wie immer ist es die Macht, die verlockt.

Was ich gelesen habe

Anfangs war ich etwas überfordert in dem Nullsummenspiel. Das Cas ein weiblicher Ermittler mit einer dunklen Hautfarbe ist, war mir nicht klar, denn sie wird überhaupt nicht vorgestellt. Ich wurde direkt in die Story hineingezogen. Extrem rasant flog ich über die ersten Seiten und fand mich in einer wilden actionreichen Story wieder. Für S.L. Huang ist es ihr erstes Buch und ich finde die Hollywood-Stuntfrau und Schusswaffenexpertin, hat ein prima Debüt abgeliefert. Ihre Hauptdarstellerin ist nicht gerade sympatisch, aber ich mochte diese quirlige Stehauffrau sofort. Cas Russel lässt sich nämlich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sie durchrechnet ihre Situation ziemlich schnell und handelt. Ich konnte diesen Roman nicht aus der Hand legen und hatte stets das Gefühl, ich würde sonst etwas verpassen. Die Geschichte rast so schnell, dass man sich richtig konzentrieren muss, nichts zu übersehen. Die fehlende Empathie anderen Menschen gegenüber macht sie wett, indem sie andere Extraintelligente Menschen kennenlernt und mit diesen versucht, den Fall zu lösen. Bis zur letzten Seite blieb ich ohne eine Ahnung, wie die Lösung aussehen könnte. Und der Schluss lässt auf jeden Fall einen oder mehrere Folge-Thriller zu.

Das dieses Buch allerdings in die Sciensfiktionabteilung sortiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Meines Erachtens ist es ein Thriller mit einer winzigen Portion Übersinnlichem. Ich bin gespannt, ob uns S.L. Huang mit einem Nachfolger zu Nullsummenspiel versorgen wird.

Wenn dich die Autorin interessiert, hier ist ihre Autorenseite. Übrigens eine tolle Frau.

Credit fotos von http://chrismassa-photography.com/

Die Übersetzer aus dem Amerikanischen sind, Stefanie Adam und Kristof Kurz
Aus dem Heyne-Verlag
Taschenbuch,
432 Seiten
ISBN: 978-3-453-32000-0

Dieses Buch stelle ich in das Regal für die Septemberbücher. Dort tummeln sich schon ein paar richtig tolle Buchvorstellungen. Außerdem verlinke ich meinen Beitrag bei Monerl’s Monatshighlights

 

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Ein Schweden Krimi {1793, von Niklas Nat och Dag}

1793, ein grausame Welt erwartet dich in diesem Schweden Krimi

ein Schweden Krimi von Niklas Natt och Dag

Lasst uns mal ein wenig in der Zeit zurückblättert. Es ist 1793 und wir sind in Stockholm. Der letzte Krieg liegt schon etwas länger zurück, den Menschen geht es einigermaßen gut. Schwedische Könige sind einen Kopf kürzer, oder sonst wie ermordet worden. (Ich bin in der schwedischen Geschichte nicht so bewandert) Krimis gehören nicht mehr zu meiner bevorzugten Literatur aber diesen hier konnte ich nicht aus der Hand legen.

Ein einarmiger Häscher, namens Jean Michael Cardell, zieht eine verstümmelte Leiche aus einem stinkenden Auffangbecken. Der Tote muss mal recht hübsch gewesen sein. Inzwischen ist aber nicht mehr viel von dem jungen Mann übrig. Cardell soll gemeinsam mit dem schwerkranken Juristen Winge, den Mörder aufspüren. Sie haben nicht viel Zeit, denn der Auftraggeber wird demnächst seinen Posten verlassen und danach wird sich keiner mehr für den Toten interessieren.

Es entwickelt sich eine spannende Geschichte, die uns in eine grausame und doch interessante Welt in der Vergangenheit mitnimmt.

Es ist ein Debütroman, der es in sich hat. Der Autor schrieb selber am Ende des Buches, dass er Respekt vor seiner Idee hatte, einen Roman mit der vergangenen Wirklichkeit zu verschmelzen. Das ist ihm aber außerordentlich gut gelungen und am Ende war Niklas Natt och Dag erstaunt, was für ein Meisterwerk er geschrieben haben mag.

Was ich gelesen habe

Der Autor entführt uns in ein Schweden, das man so bestimmt noch nicht kannte. Die Welt ist im Umbruch, die französische Revolution verwirrt die Gemüter und es ist der eisigste Winter in Stockholm, den man sich vorstellen kann. Die Menschen leben in schlechten Verhältnissen. Neid und Missgunst, sind natürlich auch wieder ein Thema. Seltsame, misshandelte und entstellte Menschen begegnen dem Leser auf den über 400 Seiten des Romans. Spannende Momente versetzen uns in die Vergangenheit. Grausame Situationen lassen uns gruselnd zurück. Natürlich! Ohne, wäre ein Thriller kein Thriller!

Mich haben einige Seiten schockiert. Anblicke, die ich nicht in der Wirklichkeit sehen möchte (Achtung Kopfkino!). Aber auch, unter welchen Bedingungen die Menschen gelebt haben und wie fies manchen Menschen auf „Niedrigere“ hinabgeblickt haben. Frauen, hatten so gut wie gar keinen Stand in der Gesellschaft. Mit dem kleinsten Vergehen, landeten sie im Spinnhaus und arbeiteten sich zu Tode. (Und das musste lediglich einer bezeugen, damit war ein Urteil schon gesprochen)

Natt och Dag hat es fertig gebracht, die echte Vergangenheit mit seinen teilweise fiktiven Figuren zu verschmelzen, so das eine sehr gut lesbare Story entstanden ist. Von diesem Autor, hoffe ich auf mehr!

Übersetzt von: Leena Flegler
496 Seiten
EAN 978-3-492-06131-5
Auf der Verlagsseite von Piper, findest du eine Leseprobe.

3+

Boy in the Park

Fang dieses Buch an und du vergisst, deinen Tag 

Von A. J. Grayson

Ein Mann sitzt im botanischen Garten in San Francisco an einem See und schreibt dort in seiner Mittagspause Gedichte. Täglich sieht er einen kleinen Jungen in einer hellblauen Latzhose aus dem Gebüsch treten, mit seinem Stock im Wasser herumstochern und dann wieder in den Bäumen verschwinden. Anfangs hatte er sich etwas gewundert, fast gefürchtet, aber nach zwei Jahren hatte er sich daran gewöhnt und freut sich sogar darauf, den Jungen zu sehen. Eines Tages hat der Junge eine Wunde am Arm, die blutet und der Mann macht sich Gedanken, warum sich denn keiner kümmert. Doch bevor er sich dazu durchringen kann, sich selber zu kümmern, verschwindet der Kleine wieder. Am nächsten Tag blutet es immer noch und eine weitere Verletzung ist dazu gekommen. Nun will der Mann aber doch helfen und läuft auf den Jungen zu, der von einem Männerarm ins Gebüsch zurück gezerrt wird. Als der Mann endlich an der Stelle ankommt, wo der Junge immer verschwindet, ist nur noch eine Schleifspur seiner Schuhe im Schlamm zu sehen. Der Kleine bleibt verschwunden. Übrig geblieben ist eine Quittung, die im Schlamm liegt und aus einer Kleinstadt bei San Francisco stammt. Und so beginnt eine Suche… 

Ein Psychothriller 

Ich habe hier wohl einen Psychothriller erwischt. So gar nicht mehr mein Genre. Doch als ich anfing zu Lesen, steckte ich auch prompt in den Seiten fest. Die Sätze sind einfach geschrieben und aus der Sicht des Mannes am See erzählt. Verwirrt macht man sich zusammen mit dem Mann auf die Suche nach dem kleinen Latzhosenträger. Ein paar Kapitel weiter liest man, wie eine Psychologin versucht, Zugang zu einem Inhaftierten zu bekommen. Ihn dazu zu bewegen, seine Tat zu gestehen. Wie es üblich ist, ist man als Leser natürlich erst einmal völlig im Dunkeln, wer mit wem was zu tun hat. Spannend eben. Ehrlich gesagt, ich konnte das Buch nicht schließen und habe gar nicht so schnell umblättern können, wie ich es verschlungen habe.

Ashley Grayson 

Der Autor, Ashley Grayson schreibt am liebsten noch mit der Schreibmaschine, komponiert und war Berater in der Wissenschaft. Ich weiß nicht, ob ich noch mehr Thriller lesen möchte, aber sollte A. Grayson noch andere Bücher schreiben, kann ich mir vorstellen, über meinen Schatten zu springen und wieder einen Psychothriller zu lesen.

Übersetzung: Karl-Heinz Ebnet
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl 368
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-30571-3

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