von Andrea Karminrot | März 4, 2019 | Rezension, Roman |
„Niemals ohne sie“
Ein Roman von Jocelyne Saucier

Jocelyne Saucier schrieb eine Geschichte, die einem den Atem raubt. Inmitten einer Kleinstadt steht ein baufälliges Haus, in dem es vor Kindern nur so wimmelt. 21 Kinder umfasst die Familie Cardinal. Die Kinder umsorgen und bekämpfen sich. Sie sind ein Clan, eine Gemeinschaft und etwas Besonderes. Die Mutter spielt eine leise Rolle, während der Vater, der Erzsucher sich um die Kinderflut gar nicht kümmert.
Die Kleinsten werden von den Größeren erzogen, die ihnen die Welt erklären. Sie sind wild, sind anders, sind Helden. Die Familie fällt einfach auf und ist arm, aber das stört sie nicht, denn sie sind Außergewöhnlich. Der Vater entdeckte ein riesiges Zinkvorkommen und verkaufte sein Wissen an eine Minengesellschaft. Als dann nach Jahren die Mine geschlossen wurde, verwahrlost die Kleinstadt. Viele der Bewohner, die etwas mit der Mine zu tun hatten, zogen weg. Die Cardinals waren die Aufmüpfigen zwischen den „Landeiern“, den Landarbeitern. Sie ärgerten, zerstörten und quälten die restliche Bevölkerung. Sie waren wild und unberechenbar.
Nach und nach zog es die Cardinalskinder in die Welt. Sie wurden Ärzte, Bänker, Kaufleute, Trinker und Loser. Jeder suchte sich seine Nische und hielt, mehr oder weniger den Kontakt. Als der Vater, nach Jahren, eine Auszeichnung erhalten soll, tauchen die Geschwister zu der Verleihung auf. Doch nie stehen sie, wie zu einem Familienfoto, beisammen. Denn dann, würde ein Geheimnis auffliegen, über das die Familie nicht redet.

Dieser Roman handelt von einer Familie mit Geheimnissen. Schon wieder könnte man denken. Doch ist er sehr mitreißend, witzig, traurig und erschreckend erzählt. Ich konnte das Buch kaum weglegen. Die Geschwister bezauberten mich, trotz all der Hässlichkeit, die an das Licht gezogen wird. Aus der Sicht der verschiedener Geschwister erzählt, bekommt die Story einen besonderen Klang.
Nicht ohne sie, …ohne die Geschwister? Ohne die Schwester? Ohne Bruder? Ohne die Familie? Lies es selber …

Die Autorin…
1948 geboren. lebt in einem abgeschiedenen Ort im nördlichen Quebec. Ihren letzten Roman von 2015 (Insel Verlag) Ein Leben mehr, wird derzeit verfilmt.
Die Übersetzer…
Sonja Finck übersetzt aus dem Französischen und Englischen und lebt in Berlin. Frank Weigand lebt ebenfalls als Übersetzer und Kulturjournalist in Berlin.
Dieses Buch gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern und Leseempfehlungen.
von Andrea Karminrot | Feb. 26, 2019 | Historie, Nachdenklich, Rezension, Roman |
Wenn die Bienen verschwinden
Seitdem der Mensch bemerkt hatte, wie köstlich Honig schmeckt und welchen Nutzen er aus dem Bienenwachs ziehen kann, wurden Bienen genutzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Haltung der Bienen moderner. Vorher wurden die Waben und die Bienenvölker zerstört. Heute hält man die Bienenvölker in sogenannten Magazinen, versucht damit die Stämme möglichst schonungsvoll zu behandeln. Maja Lunde hat sich die Bienen vorgenommen und ein tolles mitreißendes Buch geschrieben. Ich war schon bei „Die Geschichte des Wassers“ von ihrer Schreibweise überzeugt, aber dieses Buch gefällt mir noch viel mehr.

Die Geschichte der Bienen
Ein Roman von Maja Lunde
Wieder besteht der Roman aus verschiedenen Handlungssträngen, die sich irgendwann überkreuzen. Nein, die Personen werden sich nie gegenseitig kennenlernen, dazu liegen ihre Zeiten viel zu weit auseinander. Aber ihr Tun gehört zusammen.

So schreibt Maja Lunde in der Ichform von William (1852), einem Biologen und Samenhändler in England, der sich mit dem Leben der Bienen beschäftigt. Eine weitere Geschichte, aus der Sicht von Georg (2007), der davon träumt seine Imkerei und den Hof an seinen Sohn weiterzugeben und von Tao (2098), die auf Bäume klettern muss um die Blüten der Bäume zu bestäuben, weil Bienen außerordentlich selten geworden sind.
Maja Lunde schreibt spannend, lässt einen nicht los und bringt den Blick auf die kleinen Insekten, die für den Menschen einen besonderen Wert haben. Nicht nur die Honigbiene ist wichtig, es sind auch noch zahllose andere Hautflügler die dafür zuständig sind, dass unsere Nahrung an Bäumen, Sträuchern und auf Feldern wächst. Doch wie gehen wir mit unserer Umwelt um. Verteilen reichlich Pestizide auf den Feldern, die alles vernichtet, was krabbelt oder fliegt. Wir legen Monokulturen an, damit das Ernten einfacher wird und wundern uns am Ende, wo die Vielfalt geblieben ist. Tao lebt in einer Welt die Angst macht. William hat noch alle Möglichkeiten. Und Georg? Er verkörpert das, was wir heute auf den Feldern sehen.

Mich hat dieses Buch überzeugt. Maja Lunde kann einfach eingängig schreiben. Ihre Zukunftsvisionen sind nicht an den Haaren herbeigezogen. Wir sollten umdenken und vollumfänglich an das Leben mit unserem Planeten denken, anstatt nur in dem winzigen Rahmen zu denken, den wir sehen.

Die Autorin
Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman „Die Geschichte der Bienen“ wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 30 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Zuletzt erschien der zweite Teil ihres literarischen Klimaquartetts, „Die Geschichte des Wassers“. (Der Text stammt von hier)
Die Übersetzerin
Ursel Allenstein ist freischaffende Übersetzerin. Sie übersetzt vorwiegend Belletristik aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen ins Deutsche.
Verlinkt bei meinen Februarbüchern
von Andrea Karminrot | Jan. 22, 2019 | Leicht, Regionales, Roman |
Und alles fing mit einer Puppe an. Einer Wassertheaterpuppe aus Vietnam. Wassertheater? Was ist das denn. Dann schau mal hier
Sungs Laden
Von Karin Kalisa
In meiner Stadt Berlin, gibt es unglaublich viele Menschen, die hier nicht geboren sind. Sie sprechen unsere Sprache nur mäßig und kamen hier her, weil es in ihrem Land unerträglich war und sie sich ihres Lebens nicht sicher sein konnten. Sie kamen, als die Stadt noch geteilt war und lebten in engen Wohnheimen in schlechter Qualität. Die „Vietnamesen“ oder „Fidschis“, wie sie abfällig genannt wurden, arbeiteten in Fabriken für wenig Geld. Und als die Deutschen sich wieder zusammenfügten, standen die Zugezogenen auf der Straße und konnten weder in ihr eigenes Land zurück, noch konnten sie einen „normalen“ Job annehmen, da sie selten die deutsche Sprache sprachen. Viele kamen auf die „schiefe“ Bahn oder verkauften billige Zigaretten an Menschen, die die Vietnamesen nicht einmal richtig ansahen. Da hatten die Eltern von Sung Glück, denn Dete, die Hebamme, half dem Pärchen einen kleinen Laden aufzumachen, nachdem sie den Beiden schon geholfen hatte, ihren Sohn auf die Welt zu bringen.

Was ich gelesen habe
Eine kleine mitreißende Geschichte, in einem etwas fiktiven Berlin! Wäre es nicht schön, wenn es tatsächlich so wäre, wenn es ein Miteinander ohne Hass gäbe. Karin Kalisa erzählt eine leicht zu glaubende Münchhausen-Geschichte, die so liebevoll erzählt ist, dass man sich wünscht, sie wäre wahr! In dem Buch kommt ein kleiner Stein ins Rollen, der es möglich machen könnte, dass ein Zahnarzt, einfach nur aus Nächstenliebe, die nicht versicherten Asiaten behandelt oder die Ordnungshüter sich verpflichtet fühlen, dem netten Vietnamesen, den Imbiss gegenüber dem Spielplatz, zu gestatten, weil frisches Obst und Gemüse so viel gesünder ist, als die olle Currywurst. Bezaubernd beschreibend, zog mich die Autorin mit. Meistens lächelte ich bei der Erzählung und immer wieder staunend, ob der interessanten Schreibweise, des Romans. Am Ende war ich traurig, dass die Geschichte schon zu Ende war. Ich habe die 246 Seiten in zwei Tagen verschlugen und mochte das Büchlein kaum aus den Händen legen.
Einige Sätze haben mich zum Lachen gebracht. Die Autorin wies in ihrem Roman darauf hin, dass man doch nur in Berlin geblieben oder hergezogen sei, weil es dort so viel lustiger und freier zugehen würde, als in so manch anderer Stadt. Man kann in Berlin… eine Sitzgruppe mit der U-Bahn transportieren, ohne dumm angequatscht zu werden… (Seite 183) Daran sollten wir uns erinnern, wenn wir dieses Buch zur Hand nehmen. Sollten uns daran erinnern, dass es einfach spannend und inspirierend ist, mit fremden Menschen, woher auch immer sie stammen, ins Gespräch zu kommen. Uns ihre netten Angewohnheiten zu eigen machen, um unserer Stadt weiterhin den Anstrich des Besonderen zu geben! Toleranz üben und Spaß haben.

Auf den letzten Seiten findet man einige Hinweise auf Literatur, die ich mir unbedingt noch einmal ansehen möchte. Wusste ich doch so vieles nicht, über das Leben der Vietnamesen in Berlin. Wie sie hier her gekommen sind und unter welchen Bedingungen sie hier lebten (und immer noch leben) Dass sie hier keine Kinder zur Welt bringen durften und viele kein Deutsch können, immer noch nicht.
Die Autorin
lebt seit einiger Zeit in Berlin. Im Osten von Berlin. In dem Teil der Stadt, der Spielort ihres Romans ist. Sie ist Wissenschaftlerin und freie Autorin.
Verlag Droemer
255 Seiten
ISBN 978-3-406-68188-2
Verlinkt mit Januarbücher
von Andrea Karminrot | Jan. 17, 2019 | Roman |
Truly Madly Guilty: Jede Familie hat ihre Geheimnisse
Haben wir nicht alle Geheimnisse, verschweigen und verstecken Dinge, die wir nicht gerne herzeigen? Geheimnisse, die keinen was angehen. Aber was ist, wenn eben diese Geheimnisse eine Katastrophe herbeiführen?

Die Geschichte
Clementine und Erika sind seit der Grundschule „beste Freundinnen“. Erika fand bei der Freundin und deren Familie Sicherheit, während Clementine sich schon immer genötigt sah, Erika als Freundin anzunehmen. Als Erwachsene haben sie sich ziemlich auseinander gelebt, treffen sich aber immer wieder und halten den Kontakt. Clementine hat zwei kleine Kinder und einen chaotischen Haushalt, während Erika, ungewollt kinderlos, in sehr geordneten Verhältnissen lebt. Als Erika Clementine während einer Grillparty um einen besonderen Gefallen bittet, sollte alles anders werden. Doch wie stark ist eine Freundschaft, so eine Bitte auszuhalten.

Was ich gelesen habe
Im Grunde hatte Clementine überhaupt keine Lust, sich mit Erika abzugeben. Nur weil es schon immer so war, rüttelt sie nicht an der Beziehung zu ihrer Freundin. Erika geht ihr auf die Nerven, und dass ihre Mutter auch noch einen besonderen Draht zu der Freundin hat, stört sie noch mehr. Erika hingegen, findet es furchtbar in welchen Verhältnissen Clementine lebt. Dieser ungeordnete Haushalt macht sie nervös. In dem ersten Drittel des Buches wird auch schon bald klar, warum Erika solch eine „Unordnung“ nicht ertragen kann.
In dem Roman geht es aber nicht nur um die beiden Frauen. Sie sind das Grundgerüst, an der sich die Geschichte hochzieht. Da ist noch das Nachbarpaar von Erika und ihrem Mann, nebst Tochter und der brummelige Nachbar, der keinen ausstehen kann und ständig nur rumpöbelt. Die Eltern von Clementine und Erika, spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr schwer. Ich fand keinen Bezug zu den Figuren. Erst, als ich über das erste Drittel hinaus war, riss mich die Geschichte mit. Spannend fand ich dann den Aufbau der Story. Ständig kommst du immer wieder zu dem Tag der Grillparty zurück, erfährst aber immer nur einen winzigen Teil des Verhängnis. Immer wieder springt die Erzählung in die Gegenwart, beschreibt die Handlungen nach der Grillparty. Eines wird dabei klar, jede der Personen hat ein Geheimnis, verschweigt einen Teil, ignoriert, versteckt oder verheimlicht, wissentlich oder unabsichtlich. Das macht den Reiz der Geschichte aus. Am Ende ist man ganz erstaunt, dass etwas ganz anderes dabei heraus kommt.
Wie seltsam, dass nur wenige Menschen sich zu ihren Gefühlen äußern können. Sie verstecken sich hinter Masken und machen lieber auf cool oder ignorant, als deutlich zu machen, welche Ängste und Bedenken sie haben oder wie schlecht es ihnen gerade geht. Am Ende, fand ich das Buch sehr inspirierend. Vielleicht sogar etwas aufrüttelnd.
Die Autorin und die Übersetzerin
Liane Moriarty lebt mit ihrer Familie in Sydney und hat schon mehrere Romane veröffentlicht. Einer wurden sogar schon verfilmt. Sie ist Werbetexterin und wurde für ihre Arbeit schon mehrfach ausgezeichnet.
Übersetzt wurde der Roman von Sylvia Strasser
Ich stelle dieses Buch zu den Lieblingsbüchern im Januar. Hast du auch schon eins dazugestellt?
BASTEI LÜBBE Verlag
575 Seiten
ISBN: 978-3-404-17680-9
von Andrea Karminrot | Dez. 15, 2018 | Rezension, Roman |
Ohne Taschentücher…
…geht hier gar nichts! Mit diesem Buch, habe ich ein ziemlich emotionales Buch erwischt. Ein Buch, für das ich tatsächlich einige Taschentücher brauchte. Gerade, wenn es um kranke Kinder geht fließen bei mir Tränen. Denn genau darum geht es in diesem Roman. Also, wenn du mal wieder so richtig weinen möchtest, dann nimm dieses Buch in die Hand. Aber Vorsicht, du legst es erst wieder weg, wenn du es ausgelesen hast.

Das Buch
Rob und Anna passen zusammen wie Puzzleteile. Das einzige Glück, das ihnen noch fehlt, ist ein Kind. Nach mehreren Fehlversuchen, werden die Beiden mit einem kleinen Jungen belohnt. Jack ist das perfekte I-Tüpfelchen. Der kleine Mann liebt den Himmel, die Weite und hohe Wolkenkratzer, weil er von dort alles überblicken kann.
Doch lange soll das Glück nicht bestehen. Bei Jack wird ein Tumor diagnostiziert. Und Rob versucht alles, damit sein kleiner Junge überlebt. Dabei setzt er alles in Bewegung. Allerdings leidet darunter auch seine Beziehung zu Anna, Rob’s großer Liebe.
Was ich gelesen habe
Rob erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Der Anfang dieses Roman kam mir erst etwas zögerlich, etwas verwirrt vor. Denn Rob sitzt in einer Bar und lässt sich volllaufen. Aber dann löst sich der Knoten und Rob erzählt wie er Anna kennengelernt hat und wie sie eine Familie gründeten. Welche Hürden sie genommen haben, um zu ihrem Glück zu gelangen. Und dann der Tiefschlag, der ihren kleinen Jungen aus dem Leben zu reißen droht. Rob versucht alles, um seinen Fünfjährigen zu retten. Und Anna? Aus der Sicht von Rob scheint sie sich zurück zu ziehen. Doch ist sie, in der Geschichte, die Starke.
Der Spannungsbogen ist gekonnt aufgebaut. Ein solch emotionales Buch, habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Der Autor beschreibt das Unabwendbare so gekonnt, dass man fast den Verdacht bekommen kann, er hat es selber durchlebt. Obwohl dieser Roman ein Debüt ist, bin ich davon überzeugt, dass dieser Autor noch einige gute Romane schreiben wird. Es ist das Erstlingswerk von Luke Allnutt und ich freue mich schon darauf, mehr von diesem Schriftsteller zu lesen. (Ein zweiter Roman ist schon in Arbeit!) Dieser Roman hier, braucht aber auf jeden Fall eine große Portion Taschentücher.

Der Autor
Lebt mit seiner Familie in Prag, ist in England aufgewachsen und hat dort als Journalist gearbeitet.
Aus dem Englischen übersetzt, wurde der Roman von Veronika Dünninger.
Verlag: Blanvalet
Originaltitel: We own the Sky
Originalverlag: Trapeze, London 2018
448 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0628-5
von Andrea Karminrot | Dez. 3, 2018 | Nachdenklich, Rezension, Roman |
Hippie
Ein Roman von Paulo Coelho
Ich bin in die Hippiezeit hinein geboren und habe sie nur als Kind erlebt. Was die Erwachsenen oder die Pubertierenden in dieser Zeit erlebt haben, welche Abenteuer sie bestanden haben, davon hatte ich keine Ahnung. Was mir in Erinnerung verblieben ist, ist die Musik. Pauolo Coelho zeigt mir was ich nicht wusste, nimmt mich mit auf eine Reise zu bunten Klamotten und Schlaghosen. Coelho ließ mich mit diesem Roman einige Lücken füllen und nicht nur das. Der Autor hat hier eine Biografie seiner jüngeren Zeit geschrieben.

Das Buch
Der Brasiliener Paulo ist, neben der Holländerin Karla, die Hauptfigur. Er gehört zu der Hippiescene und ist auf seinem Findungstripp, erst in den Anden und dann in Europa unterwegs, wo Paulo auf Karla trifft. Es gab damals eine „unsichtbare Zeitung“ (Mundpropaganda), die davon berichtete, dass der wichtigste Ort zu dieser Zeit, entweder der Piccadilly Circus oder der Dam in Amsterdam waren. Der Treffpunkt aller Hippies der Welt. Startpunkt einer Reise im Magic Bus auf dem Hippie Trail, der sie quer durch Europa nach Indien führte.
Paulo und Karla machen sich auf diese Reise und erhoffen sich Erleuchtung, trafen auf die Liebe und auf Menschen, die ihnen gleichgesinnt waren. …Wer die Welt verstehen will, muss mit eigenen Augen sehen lernen

Was ich gelesen habe
Während ich in dem Buch las und mich verlor, fand ich immer wieder wunderbare Sätze. Nachdenklich saß ich ein ums andere Mal und habe darüber nachgedacht, was ich da gerade gelesen habe. Sätze wie:
„Beide sehnten sich nach Unendlichkeit. Und es war einfach, diese Sehnsucht zu stillen – man musste nur zulassen, dass das Unendliche sich offenbarte. Und dazu brauchten sie keinen besonderen Ort, nur das eigene Herz und den Glauben, dass es eine gestaltlose Kraft gibt, die alles durchdringt und in sich das trägt, was die Alchimisten Anima Mundi, die Weltenseele, nennen“ (seite 241)
verzauberten mich. Auf vielen Seiten findet man die Liebe zu sich selber. Coelho schreibt einem das Leben und die Liebe nahe. Er beschreibt Wege, die zur Erleuchtung führen sollen und lässt seine Protagonisten wachsen. Alles ist so wunderbar bunt, poetisch und leicht. Willkommen zu einer Reise der Selbsterkenntnis!
Ein wundervolles Buch!
weshalb ich es zu meinen Dezemberbüchern stelle
aus dem Diogenes Verlag
304 Seiten
ISBN 978-3-257-07049-1
Noch etwas von der Diogenes Seite über den Autor
Paulo Coelho, geboren 1947 in Rio de Janeiro, lebt heute mit seiner Frau Christina Oiticica in Genf. Alle seine Romane (insbesondere ›Der Alchimist‹, ›Veronika beschließt zu sterben‹, ›Elf Minuten‹, ›Untreue‹ und zuletzt ›Die Spionin‹) sind Weltbestseller, wurden in 81 Sprachen übersetzt und über 225 Millionen Mal verkauft. Die Themen seiner Bücher und seine Reflexionen regen weltweit Leser zum Nachdenken an und dazu, ihren eigenen Weg zu suchen.
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