von Andrea Karminrot | Dez. 28, 2021 | Geplauder |
Im Dezember hatte ich einfach keine Lesezeit! Eigentlich so wie jedes Jahr. Aber manchmal kommt sie, die Leselust, zwischen den Jahren wieder. Doch meistens finde ich erst im neuen Jahr wieder die Zeit. Zu sehr bin ich mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt. Es wird gebacken, gekocht, gebastelt, gemalt… Dann habe ich auch noch Geburtstag und schwupps, ist Weihnachten. Die Familie kommt zum Feiern, Spielen, Quatschen, Essen… Und am Abend, bevor wir schlafen gehen, finde ich immer noch keine Ruhe, auch nur eine Seite zu lesen.

Zwischen den Jahren
Zwischen den Jahren finde ich dann langsam zu meiner alten Form zurück. Aber auch nur, das nur ganz langsam. Da passen Hörbücher ganz gut. Die Monster haben mir zum Geburtstag ein halbes Jahr Bookbeat geschenkt. Das heißt, ich kann komplizierte Stricksachen machen und dabei noch gute Bücher hören. Gestern morgen habe ich mir Der Gesang der Flusskrebse auf die Ohren gelegt. Ein tolles Buch. Ich werde demnächst berichten. Und auch, ob mir diese App gefällt.
Nicht ein einziges Buch habe ich unter unserem Weihnachtsbaum liegen gehabt. Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich auch ganz froh darum. Mein ungelesener Stapel an Büchern ist derzeit einfach viel zu hoch. Aber Wunschbücher habe ich trotzdem. Mal sehen, vielleicht zieht im neuen Jahr doch das eine oder andere Buch noch ein. Und so manches Buch werde ich mir einfach vorlesen lassen.
All die Bücher, die ich mir für den November und Dezember vorgenommen habe, sind leider liegen geblieben. Immer noch liegen sie artig auf dem Stapel der ungelesenen Bücher. Demnächst werde ich sie mir dann auch vorknöpfen. Doch wie gesagt, ich muss erst wieder in den Lesefluss einsteigen. Und auch die Bücher des Monats will ich auch noch einmal überdenken. Ich würde daran gerne etwas ändern. Es sind ja noch ein paar Tage Zeit, bis das Jahr seine Zahlen ändert.

Alle Jahre wieder
Alle Jahre wieder, versuche ich etwas in meinem Lesezimmer besser zu machen. Einen Buchblog zu führen ist etwas anderes, als einen Blog über Stricken oder Fotografie. In meinem Karminrot-Blog bekomme ich reichlich feedback. Aber bei einem Buchblog, da sehe ich nur an den Zahlen im Hintergrund, dass die Beiträge gelesen werden. Ich wünsche mir etwas mehr Kommentare, doch auch das weiß ich nicht zu verändern. Vielleicht ist das so, Leser sind wohl eher die schweigsamen Genießer.
Nun bleibt mir nur noch, dir einen guten Rutsch zu wünschen! Ich wünsche dir ein hoffentlich erfolgreiches Lesejahr. Ich freue mich jedenfalls schon auf viele Seiten, in vielen neuen Büchern. 18139 Seiten habe ich im Jahr 2021 gelesen. Werde ich diese Seitenzahl im nächsten Jahr noch toppen? Wir werden sehen!
Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier
( Cornelia Funke)
von Andrea Karminrot | Dez. 14, 2021 | Kinderbuch |
Ich liebe Wimmelbücher! Als meine Monster (So nenne ich schon vom ersten Tag an meine Kinder) noch klein waren, standen einige Wimmelbücher in dem Bücherregal. Ali Mitgutsch ist der Vater der Wimmelbücher. Die kleinen Monster hingen mit Leidenschaft über diesen Büchern und haben sich immer wieder selber Geschichten damit ausgedacht. Ein anderes Buch, dass mich und die Monster ebenfalls fasziniert hatte, war „Wo ist Walter„. Auch da wird gewimmelt. Und selbst als Erwachsener, kann man diese Bücher kaum aus der Hand legen. Nun habe ich ein neues Wimmelbuch in der Hand:

Gefühle Wimmelbuch
Das Gefühle Wimmelbuch von Alexandra Helm gefällt mir auch sehr gut. Dabei wird den Kindern es leichter gemacht Gefühle zu entdecken. Oftmals wissen die kleinen Geister gar nicht, wie sie sich ausdrücken sollen, wenn sie von einem anderen Kind in den Arm genommen werden. Oder wenn sie auf das Knie gefallen sind und sich darüber ärgern, dass es keiner gesehen hat. Wie auch immer, die Kleinen können auf den kartondicken Seiten nach den Gefühlen der Figürchen gucken und sie deuten lernen. Wenn ein erwachsener Mensch mit dem Winzling die Seiten anschaut, kann der Große den Kleinen anstubsen und ihm erklären wie es sich anfühlt, Angst zu haben.

Gleich auf der ersten Seite wird es dem „Vorleser“ leicht gemacht Gefühle zu erklären. Und schon geht es los, die Suche nach den Gefühlen. Die Wimmelbilder sind liebevoll gemalt. Neben den Figuren steht in Schreibschrift, welche Gefühle da gerade bei den Bildchen gemeint sind. Wir suchen den Stolz auf das neue Auto oder Wer könnte neugierig sein?

Mir fallen bei den schön gestalteten Seiten sofort viele Geschichten ein, die man mit den Kindern erzählen könnte. Der Leser wandert durch das Dorf, den Wolkenpark, den Kindergarten, durch das Zauberschloss, Schwimmbad und schaut in das Baumhaus. Es wimmelt und verzaubert. Kindgerecht gemalt und Fantasieanregend. Über den Seiten sind kleine hellblaue Wolken zu sehen, in denen kleine Beschreibungen stehen. Der „Vorleser“ kann diese Wolken als Anregung nehmen oder die Monster könnten nach den passenden Bildern und Situationen suchen. Je länger man sich mit dem Buch beschäftigt, um so mehr entdeckt man. Wie gesagt, ich liebe Wimmelbücher.

Wimmelbuch
Gefühle sind für die kleinen Menschen ja oft nicht zu benennen, aber hier werden sie tatsächlich fündig. Lernen ihren Emotionen Namen zu geben. Und vielleicht kann der Winzling das nächste Mal nicht nur seinen Ärger herausbrüllen sondern weiß gleich zu behaupten: „Du ärgerst mich!“ Oder vielleicht kann der kleine Mensch auch seiner Freude einen richtigen Ausdruck zu geben. Denn die deutsche Sprache hat so viele wunderbare Ausdrücke für Gefühle, die die kleinen Menschen nicht früh genug lernen können. Vielleicht ist diese Buch auch noch eine Last-Minute-Idee zu Weihnachten 😉 Und wenn es nicht die Gefühle sein sollen, dann findet man vielleicht auf der Seite des Wimmelbuchverlag sein Lieblingsbuch. Dieses Buch wurde von Alexandra Helm Illustriert, die auch schon bei dem Buch Kleiner Löwe, großer Mut beteiligt war.


Wimmelbuch der Gefühle
von Alexandra Helm Illustriert
für 2 – 5 Jährige oder älter
Verlag: Adrian & Wimmelbuchverlag
14 Seiten
Deutsch
ISBN 978-3-948638-94-8
von Andrea Karminrot | Dez. 5, 2021 | Roman |
Hände hoch, wer kennt ihn nicht, den Film „Der große Gatsby“? Ein Roman von F. Scott Fitzgerald, der schon fünf mal verfilmt wurde. Der Erste wurde 1926 als Stummfilm veröffentlicht und ist längst verschollen. Der Letzte lief 2013, mit Leonardo DiCaprio in den Kinos.
In dem Buch Tage mit Gatsby, hat die Autorin Joséphine Nicolas der Ehefrau und Muse von Fitzgerald eine Stimme gegeben. Aus ihrer Sicht wird die Zeit erzählt, in der „Der große Gatsby“ geschrieben wurde. Wie viel der Autor dabei aus den Tagebüchern seiner Frau Zelda abschrieb, dass bleibt wohl auf immer eine Vermutung. Stets blätterte Scott in den Seiten ihres Tagebuchs und manchmal blieb es über Tage verschwunden.

Tage mit Gatsby
Zelda und F. Scott Fitzgerald kehren Amerika den Rücken, weil ihnen das Geld knapp wird. In Europa kann man so viel günstiger Leben und die erhoffte Ruhe würde Scott helfen einen neuen Roman zu schreiben. Zelda schreibt selber eigene Kurzgeschichten, doch bleibt sie immer im Schatten ihres Mannes. Sie bleibt das Partysternchen, die Frau, die die besten Ideen hat und es wird niemals langweilig bei ihren Einladungen. Sie ist aber auch die sensible Figur. Wenn auch hinter einer lauten und schillernden Maske. Die kleine Tochter der beiden Partylöwen ist stets dabei, doch dreht sich die Welt immer nur um die beiden Erwachsenen. Sie werden gefeiert wie Filmstars. Werden überall erkannt und sind in den Zeitungen präsent.
Nachdem die kleine Familie das volle Leben in Paris genossen hat, suchen sie ein Häuschen in der Provence. An der Küste Frankreichs, versucht sich Scott ausschließlich auf seinen Roman zu konzentrieren. Dabei merkt er kaum, wie ihm seine wunderschöne und intelligente Frau Zelda langsam entgleitet.

Was kostet die Welt
Das Buch ist toll geschrieben. Man merkt, dass die Autorin ihre Figuren liebt. Es ist die Dekadenz der Hauptdarsteller, die Überheblichkeit der Zwanziger Jahre, die übertriebene Partyzeit der 1920 Jahre und „was kostet die Welt!“, die mir die Figuren unsympathisch machen. Anfangs liebte ich das draufgängerische Wesen Zelda, doch machte sie es mir nicht immer leicht, sie zum Ende hin zu mögen. Scott Fitzgerald blieb mir die ganze Zeit eine Figur, die ich nicht mochte. Sei es, dass er seiner Frau nach außen hin die Welt zu Füßen legte, um sie dann zu Hause in ihre Schranken zu weisen. Oder war es, dass er nicht bemerkte, wie ihm seine kleine Familie entglitt. Was es auch war, bis zum Schluss blieb er mir unsympathisch.

Die Autorin Joséphine Nicolas liebt den Roman „Der große Gatsby“ und die wilden Zwanziger. Vielleicht hat sie mit ihrem Roman ein wenig Licht in die Entstehung des Klassikers gebracht. Sie versuchte mit ihrem Roman an der Wirklichkeit zu bleiben, nutzte Briefe des Ehepaars Fitzgerald und die Korrespondenz mit dem Verleger. Trotzdem ist es ein fiktionales Werk. Ich mochte es jedenfalls, von ihr in die wilden Zeiten entführt zu werden. Und ich muss mir nun schon wieder den Film „Der große Gatsby“ anschauen. Oder vielleicht werde ich sogar, das Buch lesen.
Dieses Buch gehört zu den Novembergrau und Zeitlosen Büchern Dort findest du noch mehr interessante Vorschläge.
von Andrea Karminrot | Nov. 30, 2021 | Historie |
Tulpen, überall Tulpen. Ein wahrer Tulpenwahn. Es gab eine Zeit, da handelte man tatsächlich mit Tulpenzwiebeln. Die Züchter gaben sich riesige Mühe, um die schönsten ihrer Art, zum Blühen zu bringen. Es ging zu, wie an der Börse heute. Und am Ende? Kann man sich auch verspekulieren…

In den Zeiten des Tulpenwahns
Im Jahre 1630 lebte vor der kleinen Stadt Haarlem in Holland der „alte“ Nicolaes mit seiner 16 jährigen Tochter Margriet. Zart und wunderschön anzusehen. Die Mutter ist während eines Hausbrandes ums Leben gekommen. Nicolaes gibt sich die Schuld daran, dass er seine Frau nicht retten konnte. Da ist es nur Recht und billig, dass er eine große Brandverletzung im Gesichts davongetragen hat.
Seine Tochter ist sein ein und alles. Es sind die Tulpen, die gleich nach der Liebe zu seinem Kind kommen. Tulpen, die so besonders sind, dass einige reiche Händler und Edelleute immer wieder versuchen, ihm die Zwiebeln abzukaufen. Doch kann der bescheidene Nicolaes immer widerstehen. Er hegt und pflegt die Schönheiten. Die Tulpen, sowie seine Tochter.

Doch wie sollte es nicht anders sein, kommt wieder einer daher, der neidisch und mit großem Verlangen nach den Schönheiten ist. Dabei hegt er ein besonderes Verlangen nach der Tochter. In diesem Fall ist es der Hugenottensohn Jacques, der von den Dorfkindern verspottet wird und sich in die schöne Margriet verliebt. Er schleicht des Nachts an ihr Fenster und beobachtet das schlafende Mädchen. Aber Margriet hat ein wenig Angst vor dem seltsamen Jungen mit den besonders hellblauen Augen. Margriet bleibt ohnehin lieber bei dem Vater im Haus, als mit der Dorfjugend zu tollen und zu tanzen. Ihre Ablehnung nimmt Jacques ihr übel und wird Rache nehmen.

Der Schreibstil
Hinein gesogen in den Tulpenwahn malt die Autorin im wahrsten Sinne des Wortes Bilder. Einige Kapitel beginnen mit einer Beschreibung der Szenen. Dabei liegt der Blick auf einem, von damaligen Künstlern, mit viel dunkler Farbe entworfenen Bild. Fast mutet es wie eine Galerie an, wenn man die Worte liest und dann bewegen sich die Figuren und alles wird lebendig. Ich kann mir diesen Roman auch gut als Kinofilm vorstellen. Die Worte könnten auch aus der damaligen Zeit stammen. Die Sprache der Personen, klingt so altertümlich und passt so perfekt. Bis zum Ende habe ich an das Gute im Menschen geglaubt und auf die Liebe gehofft. Habe erwartet, dass alles Gut wird. Ob es dann auch zu einem Happy End im alten Holland kommt, dass werde ich dir nicht verraten!
Kurz vorgestellt hatte ich dieses Buch bei den November-Bücher
von Andrea Karminrot | Nov. 14, 2021 | Buch des Monats, Linkparty |
Es ist draußen grau, Novembergrau. Normalerweise wäre das genau der richtige Moment, sich mit einem dicken Wälzer auf das Sofa, in die Leseposition zu begeben. Einen guten Tee oder Kaffee (je nach Tageszeit und Gusto) in der Nähe. Vielleicht noch ein paar leckere Kekse dazu und abtauchen in die Welt der Bücher. Bitte anschnallen es geht los, in die Welt der Phantasie:

Zeitlos und Novembergrau
Ich habe darüber nachgedacht, dass ich meiner Linkparty Monatsbücher einen neuen Namen geben möchte: „Leseliste“ oder „Gelesen im November“ oder einfach nur „Der Bücherstapel“? Ich brauche da etwas Neues! Hast du eine Idee? Aber so lange bleibe ich noch bei dem Buch des Monats.
Der November ist ganz das Gegenteil von dem, was ich oben geschrieben habe. Ich habe in diesem grauen Monat meistens den Kopf voll, mit den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest. Gekauft wird bei mir sehr wenig. Es wird viel selber gewerkelt, gestrickt, gemalt und Leckereien in der Küche produziert. Dem Kaufwahn erliege ich nur, wenn mein Weg in eine Buchhandlung führt.
Read Books and drink Coffee/Tea
Vielleicht sollte das der neue Titel für die Linkparty werden… Mein Plan gegen das Novembergrau:
Der Autor Thorsten Steffens von Klugscheißer Suprem, hat mich gefragt, ob ich sein Buch rezensieren möchte. Scheinbar haben ihm meine letzten Rezensionen gefallen. Das Buch landete also in meinem Briefkasten und nun liegt es seit zwei Wochen schon auf meinem Stapel für die ungelesenen Bücher. Dabei vermutet man bei der Kurzzusammenfassung eine Menge Lesespaß:
Ein Klugscheißer als angehender Lehrer – kann das gutgehen? Ein irre komischer Roman um Lehrer, und welche, die es werden wollen – für alle Fans von Tommy Jaud und Fack ju Göhte »Nahrungsbeschaffungsmaßnahme f.; Gen. –; Pl. –n; der Besuch eines Verkaufsstandes mit Esswaren, um eine anschließende stundenlange Zusammenkunft aller verfügbaren Lehrkräfte zum illustren Erfahrungsaustausch auszuhalten« Klugscheißer Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet. Doch nun steht ihm die schwerste aller Prüfungen bevor: das von allen Seiten gefürchtete Referendariat. Schmerzlich stellt Timo fest, dass er sich trotz Berufserfahrung wieder einmal den Respekt des Kollegiums, der Schulleitung und vor allem der Schülerschaft hart erkämpfen muss. Da sind für einen Klugscheißer wie Timo natürlich Pleiten, Pech und Pannen vorprogrammiert …
Nur wenige Seiten?
Das nächste Buch sollte ich doch kurzfristig dazwischen schieben können. So viele Seiten hat es ja nicht. Was kümmert mich Marie? von Anna Terris. 132 Seiten sind schnell gelesen und es verspricht ebenfalls kurzweilig zu sein. Vielleicht brauche ich dann nur ein bisschen, damit die Worte in meinem Gehirn sich senken können. Hinter wenigen Worten können manchmal endlos lange Diskussionen stecken:
Das Geheimnis eines Tagebuchs.
Irma verfügt eigentlich nicht über besondere telepathische oder übersinnliche Fähigkeiten. Doch neuerdings hat sie seltsame Träume, die alle mit dem Leben einer im Koma liegenden Frau zusammenhängen: Marie. Deren Tagebuch verübt eine derart starke Anziehung auf sie, dass sie es unbedingt in ihren Besitz bringen muss. Dabei lernt sie zufällig auch Pierre kennen, den charismatischen Freund der Patientin, der sie bittet, ihm bei einem fragwürdigen Vorhaben zu helfen: Er will versuchen, Maries Seele dazu zu überreden, wieder in ihren Körper zurückzukehren.
Nur dumm, dass Irma sich dabei in Pierre verliebt!
Es geht um die Liebe, es geht um den Tod, aber vor allem geht es um das Leben!
„Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen den Welten. Spannend, witzig, tiefgründig.“
Ein gewonnenes Buch
Das Buch Die Stunde zwischen Nacht und Morgen von Prisca Lo Cascio, habe ich bei Instagram gewonnen. Die Autorin hat mir ein wunderschönes Päckchen geschickt, das einem das Lesevergnügen versüßen soll. Passend zum Novembergrau war eine Kerze dabei, die mit Lavendel umwickelt war. Wenn du jetzt glaubst, dass ich mit solchen Nettigkeiten nicht mehr objektiv bin, dann hast du dich geirrt. Ich werde dir genau erzählen, was ich von diesem Buch gehalten habe. Die Inhaltsangabe macht jedenfalls schon mal Leselaune:
Um etwas zu bewirken auf der Welt, widersetzt sich die junge Schweizerin Eli Wipf 1946 ihrem Vater und ihrem Verlobten und schließt sich einer Hilfsorganisation an. Eli wird nach Köln geschickt. In der zerbombten Stadt fehlt es an allem, und die junge Frau arbeitet Tag und Nacht im »Schweizer Dorf«, um die wachsende Zahl von Notleidenden und Flüchtlingen zu versorgen.
Dort begegnet Eli eines Tages dem ehemaligen Soldaten Helmut, dessen düstere, wortkarge Art ihr zuerst unheimlich ist. Andererseits kümmert Helmut sich rührend um seinen kleinen Bruder Mattes, den auch Eli ins Herz geschlossen hat. Doch als der Winter kommt, greift in Köln die Tuberkulose um sich, und plötzlich steht Mattesʼ Leben auf Messers Schneide …
Neue Ziele
Ich habe mir ein Ziel gesetzt: Auf meinem Ebookreader liegen so viele ungelesene Bücher, dass ich jeden Monat mindestens Eines davon lesen möchte. Das Ebook hat den Vorteil, ich kann es leicht überall hin mitnehmen. Irgendwo habe ich gelesen, wie man seine Leseflaute überwinden könnte. „Nimm dein Buch überall hin mit, es ergibt sich bestimmt ein paar mal die Zeit ein paar Seiten zu lesen…“ So oder so ähnlich.
Auf dem Reader liegt Mutters Lüge, von Monika Hürlimann. Es hat 364 Seiten, nicht gerade eine schnelles Buch für zwischendurch. Aber vielleicht reißt es mich so mit, dass ich alles andere im Novembergrau verschwinden lassen. Der Klappentext behauptet das:
Als die erfolgreiche Schweizer Psychiaterin Marta am Grab ihrer Mutter steht, ahnt sie nicht, dass bald eine ungeheuerliche Lüge ans Tageslicht kommt. Sie muss sich der eigenen, bewegenden und nicht minder dramatischer Familiengeschichte stellen, die weit zurück in ihrer Kindheit führt, nach Polen, wo alles begann.
Ein bitterzarter Roman über die aufwühlende Suche nach Wahrheit und Geborgenheit im täglichen Kampf gegen den Schmerz des Nicht-Vergessen-Könnens. Und über das Glück und die Liebe.
Aufgeschlagen, das Novembergrau verblasst
Aufgeschlagen liegt gerade das Buch Tage mit Gatsby neben mir. Das hatte ich mir im September schon einmal vorgenommen. Jetzt bin ich in die 1920 des F. Scott Fitzgerald und seiner Frau Zelda abgetaucht. Die Dekadenz der damaligen höheren Gesellschaft sprudelt nur so aus diesen Seiten. Demnächst dann die Rezension zu diesem Buch.
Jetzt überlasse ich dir wieder das Feld. Solltest du eine zündende Idee haben, wie ich die Monatsbücher demnächst nennen könnte, dann her damit. Ich wäre dir sehr Dankbar. Vielleicht springt dann auch ein Überraschungspäckchen dabei heraus!