Der Weg nach Hause

Der Weg nach Hause ist der dritte Roman, den Sofia Lundberg geschrieben hat. Ich bereue es, dass ich die anderen Bücher noch nicht gelesen habe. Sofia Lundberg schreibt magische Worte, die ihre Leser in ihre Bücher zu saugen scheinen. Kaum, dass man die ersten Worte gelesen hat, befindet man sich direkt mitten in Schweden und liebt die erdachten Figuren. Diese sind so lebendig und liebevoll gezeichnet, dass man glaubt, sie schon ewig zu kennen. Bücher mit Sogwirkung!

Der Weg nach Hause

Der 12. August. So lautet jede Überschrift in diesem Buch. Nur die Jahreszahlen und Uhrzeiten ändern sich. Schweden 2019. Viola ist in ihrem Haus in Visby auf Gotland, in Strandnähe. Ihre Familie macht gerade wieder einmal Urlaub in dem alten, schönen und großen Haus. Sie sind gerade alle an den Strand gegangen, nur Viola ist lieber im Schatten geblieben. Das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist Lilly, die beste Freundin aus Kindertagen. Sie ruft aus Paris an und es ist das erste Lebenszeichen seit Jahren, das Viola von Lilly erhält. Allerdings ist es auch ein seltsamer Anruf. Lilly erklärt Viola das sie heute am 12. August in Paris sterben wird. Damit endet der Anruf auch schon. Viola ist völlig durcheinander. Sie sitzt in ihrem Sessel und die Erinnerungen an die Freundin steigen in ihren Gedanken hoch…

Der 12. August 1949, ist ein wunderschöner Sommertag auf der schwedischen Insel. Die Kinder, Viola und Lilly und Lillys zahlreichen Geschwister, spielen Verstecken. Kichernd und lachend, voller Lebenslust sind die Kinder, als der Vater von Lilly mit einem Bündel Mensch aus dem Haus kommt. Irgendwie scheint plötzlich alles falsch zu sein scheint. Die Mutter ist gerade eben unter der Geburt von dem jüngsten Geschwisterchen gestorben. Damit ändert sich das fröhliche Leben Lillys und deren Geschwister.

Alle müssen mit anpacken. Die lebenslustige Lilly kann sich aber manchmal einen Freiraum schaffen und ihre beste Freundin auf dem Nachbargrundstück besuchen. Während die eigene Familie auf jede Öre achten muss, gibt es bei Viola so viel, dass Lilly sich dort satt essen kann. Aber nicht nur das, Lilly singt engelsgleich, was ihr auch durch manches hindurch hilft.

Das Leben geht weiter…

… und immer am 12. August, geschieht wieder etwas, dass das Leben der Mädchen verändert.
Und nun, 2019, dieser Anruf, dass Lilly heute sterben wird. Viola wandert durch ihr eigenes Haus und denkt über die Vergangenheit nach. Sie geht auf den Dachboden und sucht nach Dingen, die sie an die Freundin erinnern. Dabei wandern ihre Gedanken. Es ist der 12. August, als sie auf einer Tanzveranstaltung waren. Der 12. August, als Lilly’s Arbeitgeber verhaftet wurde, weil er einen Mord begangen haben soll und der 12. August, als Lilly mit ihrem Bruder nach Paris verschwand.

Dieses Buch ist es wert gelesen zu werden. Diese Geschichte ist einfach unglaublich mitreißend und macht, das man sich auf der schwedischen Insel einfach glücklich fühlt. Gleichzeitig baut die Autorin einen Spannungsbogen auf, der es unmöglich macht, das Buch aus den Händen zu legen! Es wird auf jeden Fall eines meiner Lieblingsbücher bleiben und steht nun in den Viel zu viele Bücher im September. Eine andere schöne Rezension zu Der Weg nach Hause, habe ich bei Yvonne (Buchbahnhof) gefunden

 

Der Weg nach Hause

Ein Roman von Sofia Lundberg
Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps
Goldmann Verlag
368 Seiten
ISBN: 978-3-442-31643-4

Des Kummers Nacht (von Heyden Krimi)

Es sind immer wieder die Bücher über meine Stadt Berlin, die mich magisch anziehen. Dieses Mal reise ich in das Jahr 1855. Wilhelm von der Heyden ist Zeuge eines Unfalles, der sich gegenüber seines Hauses in Berlin Mitte ereignete. Eine junge Frau ist aus einem Fenster geflogen und hat sich an einem gusseisernen Zaun aufgespießt. Doch sie ist nicht einfach aus dem Fenster gefallen. Es war eine Explosion, die dazu führte. Wilhelm und sein guter Freund Johann eilen hinüber und stellen nur noch den Tod fest. Was hat die Explosion ausgelöst? War es eine Gasexplosion oder vielleicht eine Bombe?

Wilhelm von der Heyden

Wilhelm von der Heyden möchte in den Polizeidienst. Immerhin hat er schon einige Zeit Kriminalistik studiert. Sein Vater sieht ihn im gehobenen Dienst viel Geld verdienen, hat er sich doch selber gerade über das Ohr hauen lassen und viel Geld verloren. So freut Wilhelm sich, dass der Kriminalsekretär Vorweg ihn in seinen Ermittlungen einbezieht, ihm sogar eine Polizeimarke übergibt. Eine richtige Kriminalpolizei gibt es 1855 in Berlin noch nicht. Sie ist noch im Aufbau. Es ist alles noch recht mühsam. Wilhelm hat ein besonderes Auge, ihm entgeht nichts. Vieles, das dem normalen Menschen nicht auffällt, sieht der junge Mann sofort. Wilhelm hat ein fotografisches Gedächtnis (auch wenn man zu dieser Zeit noch nicht von so einem Gedächtnis sprach)

Die Ermittlungen ziehen sich in die Länge. Vorweg und Wilhelm suchen in den polizeilichen Archiven, die erst im Aufbau sind. Der arrogante Oberpolizist Stieber ist den beiden Männern auch nicht wohlgesonnen. Aber das hält die Beiden nicht davon ab, sich weiter der Lösung des Falles zu nähern.

Berlin Krimi

Ich liebe Kriminalistische Bücher aus den Zeiten, als man noch nicht so maßlos viele technische Möglichkeiten hatte, die Täter zu überführen. Gaslaternen, nicht vorhandene Telefone, Nachrichten per Billett… Doch dieses Buch hat mich nicht überzeugt. Der Autor hat sich in den Erklärungen der Archive und der damaligen Polizeiarbeit so sehr verstrickt, dass der Geschichte ein Spannungsbogen fehlt. Wilhelm und Vorweg sind sympathische Figuren, hebt den Roman aber dadurch nicht heraus. Mir persönlich kam es vor, als hätte ich einen Vortrag über die Ermittlungen dieser Zeit erhalten. Schade. Es hätte so viel mehr sein können.
Zum Titel fehlt mir bisher auch jeglicher Bezug

Der Autor

Der Autor Ralph Knobelsdorf, studierte Philosophie, Jura und Geschichte mit dem Schwerpunkt Deutschland im 19. Jahrhundert. Die Webseite, passend zu dem Buch, ist sehr gut. Da erst habe ich so manchen Zusammenhang in dem Buch besser begriffen. Mein Tipp: Buch und Webseite gleichzeitig genießen und dann klappt es…

 

Des Kummers Nacht

Ein Roman von Ralph Knobelsdorf
Bastei Lübbe Verlag
Paperback, 624 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2730-0

Die fremde Küste {Rezension}

Ich finde es immer wieder sehr spannend, wenn man beim Lesen noch etwas dazu lernt. Das Buch Die fremde Küste spielt in Libyen, genauer gesagt in Tripolis. 1920 nannten die Italiener es die vierten Küste Italiens.

Die fremde Küste

Liliana Ist die Hauptfigur des Roman. Sie ist 13 Jahre alt als ihr erwachsener Bruder Stefano nach Libyen flüchtete. Das faschistische Regime widerspricht dem liberalen jungen Mann. Da Italien damals die Kolonialmacht in Libyen war, verspricht sich Stefano dort ein sicheres Auskommen. Stefano ist Auto-Mechaniker und findet in Tripolis, an der fremden Küste Italiens, ziemlich schnell eine Anstellung im Motorsport. Dort wird gerade die Autorennstrecke Monza gebaut und befahren. Nicht lange nachdem der junge Italiener in Tripolis angekommen ist, bittet ein Freund Stefano, ihn auf einer Wüstenreise zu begleiten. Am Ende hat Stefano seine Ehefrau gefunden. Eine Beziehung, die von den Italienischen Behörden nicht gut geheißen wird. Mischehen sind nicht erwünscht!

Liliana vermisst ihren Bruder sehr. Als sie 17 ist, bekommt sie die Gelegenheit an die fremde Küste nach Tripolis zu reisen. Ihr Bruder wünscht sich, dass Liliana seiner libyschen Frau italienisch beibringt und sich europäischer zu verhalten. Auf ihrer Reise nach Tripolis trifft Liliana auf einen Oberst der Luftwaffe, den sie nicht mehr aus den Augen lassen kann. Fast hörig, folgt sie dem weitaus älteren Mann. Oberst Ugo Montello steckt ihr einen Zettel zu, dass er sie an einem bestimmten Tag in Tripolis vor der Kathedrale abholen wird. Und damit beginnt eine verhängnisvolle Affäre an der fremden Küste Libyens.

Was geschah in Tripolis?

Der Roman hat mich schon wegen den geschichtlichen Hintergründen stark gefesselt. Die Hauptakteurin ist Liliana. Ihre Geschichte wird in verschiedenen Zeiten erzählt. Die 69 jährige Liliana erinnert sich an ihre Jugend in Tripolis, als sie in einer Zeitung von einem Unfall liest. Sie kennt den Mann, der in einem Krankenhaus in Rom liegt. Liliana reist nach Rom und trifft auf ein Leben, an das sie sich eigentlich nicht mehr erinnern wollte. Sie hat sich so lange vor der Wahrheit versteckt, dass sie selber nicht mehr weiß, was damals geschehen ist. Erst nach und nach lassen ihre Gedanken es zu, dass Licht in die Angelegenheit kommt und bringen sie selbst im Alter noch an ihre Grenzen.

Lilianas Leben war ein Abenteuer und hat mich mehr als einmal berührt und überrascht. Zum Ende hin wird immer klarer, in welcher brenzligen Situation sich die junge Frau befunden hatte.
Die Überschriften über den Kapiteln sind Bruchstücke aus Lilianas Leben. Postkarten, Zeitungsausschnitte und Erinnerungen, die Liliana in einer Schublade gesammelt hatte. Dinge, an die sie sich nicht mehr erinnern wollte.

Die Autorin hat sich einiger Bücher und Dokumente bedient, denn einen Aufarbeitung der Geschehnisse in Nordafrika, von Seiten der Italiener, gibt es kaum. Welches Grauen die damaligen Kolonialisten in das Land brachten, steht kaum geschrieben. Sie betont in ihrem Nachwort, dass es sich hier um einen Roman handelt. Ihre Figuren sind frei erfunden. Die italienische Geschichte dahinter, ist wahr!

Verlinkt mit den Viel zu viele Bücher {September-Bücher 2021}

Die fremde Küste

Ein Roman von Virginia Baily
aus dem Diana Verlag
432 Seiten
ISBN 9783453359994

Viel zu viele Bücher {September-Bücher 2021}

Sei doch mal ehrlich, man kann nie genug Bücher haben! Viel zu viele, das geht doch gar nicht. Ich habe Bücher, die ich nie wieder hergeben mag. Aber auch welche, die ich gerne weiter gebe. Und wenige, die ich ganz schnell in einen Bücherschrank stelle, weil sie mir einfach nicht gefallen haben. Zum Glück, oder Unglück meines Kerls, kommt das nicht so oft vor, dass mir ein Buch so gar nicht gefällt. Der Kerl stöhnt nur immer: „Du hast viel zu viele Bücher. Jetzt muss ich noch ein Bücherregal bauen!“

Viel zu viele neue Bücher

Eigentlich wollte ich noch das Buch Der Lehrmeister von Oliver Pötzsch lesen. 800 Seiten warten noch vom letzten Monat, dass ich sie anfange. Es war aber wohl nicht die richtige Zeit für dieses Buch. In Berlin haben wir in den letzten Tage schon einen Geschmack auf den Herbst bekommen. Nass, kalt und ungemütlich. Dafür das perfekte Sofa-Lese-Wetter. Ganz nebenbei habe ich mir Gedanken gemacht, ob meine Blogs nicht auch mal ein neues Kleid bräuchten. Vielleicht siehst du es ja auch. Meine Administratorin und ich haben ein bisschen an dem Outfit gebastelt.

Die fremde Küste

Nun aber zu den viel zu vielen Büchern, die neben mir auf dem Tisch liegen. Rubi versucht mich immer ein wenig zu unterstützen, welche ich zuerst lesen soll. Aber ihr Geschmack trifft nicht immer meinen! Im Moment habe ich Die fremde Küste von Virginia Baily vor der Nase. Oh man, was man mit einfacher Literatur noch dazu lernen kann, ist schon richtig spannend. Hier der Klappentext:

Rom, 1929. Mit siebzehn lässt Liliana ihre italienische Heimat hinter sich und reist voller Abenteuerlust mit dem Schiff nach Tripolis. Als sie an der Reling steht und auf die verheißungsvolle weiße Stadt blickt, ahnt sie noch nicht, was sie im italienisch besetzten Libyen erwartet: Eine Freundschaft mit der wunderschönen, wilden Beduinin Farida und eine verhängnisvolle Affäre mit Ugo, einem Oberst der Luftwaffe und überzeugtem Faschisten. Unweigerlich verknüpfen sich drei Schicksale und münden in eine unaufhaltsame Katastrophe, die Lilianas Leben und das ihrer Familie für immer prägen wird.

Das nächste Buch habe ich bei Instagram direkt von der Autorin gewonnen. Joséphine Nicolas hatte mir ein wunderschönes Überraschungspaket geschickt. Das Buch Tage mit Gatsby reizt mich schon sehr. Ich liebe Bücher aus den 1920er. Und Gatsby ist doch sowieso eine Legende, oder? Ich bin gespannt, schau selber:

Tage mit Gatsby

Mai 1924: Zelda und F. Scott Fitzgerald beschließen, ein Jahr lang der Hektik New Yorks zu entfliehen. Das rebellische Südstaatenmädchen hat sich an Scotts Seite zum glamourösen Star jeder Party entwickelt. Aber während er in Südfrankreich an ›Der große Gatsby‹ schreibt, dem Roman, der Schulden begleichen und ersehnten Weltruhm bescheren soll, fängt der lebenshungrige Flapper an, sich zu langweilen. Und zum ersten Mal seit langem beschäftigen Zelda Gedanken an die eigene künstlerische Selbstverwirklichung. Sie begreift, dass Scott ihr Talent für seine Bücher ausnutzt und ihre Schreibambitionen geschickt verhindert. Als junge Mutter überfordert und als Ehefrau enttäuscht, stürzt sich Zelda in den »Sommer der 1.000 Partys« und beginnt eine Liaison mit dem Piloten Édouard Jozan. Die Ménage-à-trois ist Auftakt einer bühnenreifen Ehekrise, gleichzeitig befeuern Zeldas Kapriolen Scotts Kreativität – ungeniert bedient er sich an ihrer beider Leben, um seinen Jahrhundertroman über verlorene Illusionen und die große Liebe zu schreiben. Wird das schillernde Literatenpaar das Drama überstehen?

Damit aber nicht genug viel zu viele

Sofia Lundberg hatte Das rote Adressbuch geschrieben. Ein Buch, dass ich längst mal lesen wollte. Warum ich mir stattdessen nun das neue Buch von ihr mitgenommen habe, das lag wohl am Klappentext.

Es ist Sommer auf Gotland. Viola, die seit jeher auf der Insel lebt, verbringt glückliche Tage umgeben von ihren Töchtern, Enkeln und Urenkeln. Doch ein Anruf aus Paris stellt ihr Leben auf den Kopf. Jahrzehntelang hat sie die Stimme ihrer besten Freundin nicht gehört und jetzt teilt Lilly ihr mit, dass sie sterben wird. Viola steht unter Schock. Denn mit einem Mal sind sie wieder da – die längst verdrängten Erinnerungen an die Vertraute aus Kindertagen. Kurzerhand beschließt Viola nach Paris zu reisen, um Lilly zu suchen. Denn sie weiß, dass sie keinen Frieden finden wird, ehe sie nicht erfährt, warum Lilly damals ohne ein Wort verschwand …

Was inspiriert dich

Sag mal, kaufts du dir deine Bücher wegen dem Klappentext oder weil der Umschlag so klasse aussieht? Ist es aber vielleicht, weil du etwas bestimmtes gesucht hast oder bist du von einem Buchblog inspiriert worden? Bei mir ist es wohl eher eine Mischung von allem.

Das letzte Buch, das ich auf dem Stapel liegen habe (Guter Witz, oder?) ist Wo auch immer ihr seid von Khuê Pham. Da hat mich wohl das Cover erwischt und die Geschichte der jungen Autorin. Es ist ihr Debüt-Roman. Ich bin schon ganz gespannt.

Sie ist dreißig Jahre alt und heißt Kiều, so wie das Mädchen im berühmtesten Werk der vietnamesischen Literatur. Doch sie nennt sich lieber Kim, weil das einfacher ist für ihre Freunde in Berlin. 1968 waren ihre Eltern aus Vietnam nach Deutschland gekommen. Für das, was sie zurückgelassen haben, hat sich die Journalistin nie interessiert. Im Gegenteil: Oft hat sie sich eine Familie gewünscht, die nicht erst deutsch werden muss, sondern es einfach schon ist. Bis zu jener Facebook-Nachricht. Sie stammt von ihrem Onkel, der seit seiner Flucht in Kalifornien lebt. Die ganze Familie soll sich zur Testamentseröffnung von Kiềus Großmutter treffen. Es wird eine Reise voller Offenbarungen – über ihre Familie und über sie selbst.

Im Moment

Gerade lese ich noch Des Kummers Nacht von Ralph Knobelsdorf. Ein Berlin-Krimi. Solche Bücher fangen mich auch immer wieder ein. Schon allein Berlin aus den vergangenen Jahrhunderten, gehört zu meinen Favoriten. Es liest sich auch super. Aber wie es mir am Ende gefallen hat, dass werde ich demnächst schreiben. Zum Klappentext:

Berlin, 1855: Wilhelm von der Heyden steht kurz vor dem Abschluss seines Studiums, als er Zeuge einer Explosion wird. Die Fenster der gegenüberliegenden Wohnung sind zerstört, eine Frau hängt leblos im Zaun. Um ihr zu helfen, eilt er an den Unglücksort – und gerät selbst in Verdacht. Der Wachtmeister hat sein Urteil schon gefällt, der Chef der Kriminalpolizei ist jedoch von Wilhelms Beobachtungsgabe begeistert und stellt ihn ein. Talentierte neue Mitarbeiter werden in der noch jungen preußischen Ermittlungsbehörde dringend benötigt. Doch Fingerspitzengefühl ist gefragt, denn bald schon führen die Ermittlungen Wilhelm und seine Kollegen in die höchsten Kreise

Zu guter Letzt

Würde ich mich sehr freuen, wenn du wieder an der Büchersammlung im September mitmachst. Viel zu viele Bücher geht ja eigentlich auch gar nicht!

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Das weisse Haus {Rezension}

Ganz nah an der Oder, kurz vor der polnischen Grenze, steht ein extravaganter Bau. Ein weisses Haus, das dort mit seiner modernität eigentlich gar nicht hin passt. Glasklare Linien, Beton, weiße Fassade, Stahl und Chrom zeichnen dieses Haus aus. Genau solche Häuser sucht Elisabeth. Denn sie schreibt ein Buch über außergewöhnliche Architektur. Ihr Lebensgefährte Anton ist ebenfalls immer auf der Suche nach solchen Kunstwerken. Er ist es auch, der Elisabeth von diesem weissen Haus erzählt. Zusammen fahren sie von Berlin an die Oder, um den Hausbesitzer darum zu bitten, dass Elisabeth sein Haus in ihrem Buch veröffentlichen kann. Der Eigentümer Hanif Amid, ist ein auffälliger, eleganter und selbstverliebter Schönheitschirurg. Er betreibt eine stadtbekannte Schönheits-Klinik in der Mitte Berlins.

Cover von Das weisse Haus

Seltsam wird es erst, als Amid Elisabeth Nachrichten schickt und die mittelalte Frau dazu bringt, sich mit ihm zu verabreden. Zuerst ist Elisabeth zurückhaltend, ja fast böse. Doch dann lässt sie sich auf eine Verabredung ein. Daraus entsteht eine fast hörige Liebe. Elisabeth schmeißt ihr eigenes Leben über den Haufen und opfert sogar ihre Tochter und den Lebensgefährten für diese aufregende Liebe. Doch ist sie genug für den extravagant Amid? Ist sie ihm nicht zu alt, zu faltig?

Rasant und unterhaltend

Der Roman liest sich sehr schnell. Die Story ist recht rasant geschrieben und die Protagonistin Elisabeth voller Zweifel. Ihr ganzes Leben scheint ein einziges Theater zu sein. Irgendetwas steckt hinter dem ganzen Schauspiel. Der Leser bleibt dabei immer im Dunkeln und jedes mal, wenn man denkt, jetzt habe ich es kapiert, nimmt die Geschichte einen neuen Lauf. Immer mehr verstrickt sich die Hauptfigur Elisabeth in Vermutungen. Und am Ende…

Der Autor von „Das Weisse Haus“: Wolfgang Mueller

Der Autor vermittelt ein chaotisches und unzufriedenes Leben seiner Hauptdarsteller. Seine Protagonisten sind alle miteinander verbunden und stoßen sich gleichzeitig ab. Wie ein Tisch voller magnetischer Kugeln. Wolfgang Mueller bedient in seinem Roman alle Klischees. Sex, Mord, Intrigen, nichts bleibt aus. Aber wer hält am Ende alle Fäden in der Hand? Wer ist der wahre Strippenzieher?

Wolfgang Mueller lebt in Berlin. Mueller ist nicht nur Schriftsteller, er produziert in Amerika auch preisgekrönte Filme und Serien. Unter dem Namen Oscar Heym, hat er schon mehrere Bücher herausgegeben. Das weisse Haus könnte genauso gut ein Manuskript für einen guten Film sein. Gut durchdacht und immer für eine Überraschung gut.

 

Das Weisse Haus

Ein Roman von Wolfgang Mueller
Taschenbuch
288 Seiten
ISBN: 978-3-442-71950-1