von Andrea Karminrot | Feb. 6, 2023 | Büchermaus |
Die Bücher im Regal werden nicht weniger! Und kaum habe ich eine Rezension fertig, steht schon wieder ein neues Buch im Regal. Es gibt aber auch gerade so viele Veröffentlichungen, die mich sehr reizen. Zum Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager kamen jetzt wieder etliche Bücher heraus, die mich interessieren.

Eine Auswahl Neues
Da wäre zum Beispiel Ich war das Mädchen aus Auschwitz, von Tova Friedman. Sie erzählt ihre eigene Geschichte. Als Vierjährige kam sie nach Auschwitz und hat das Lager überlebt. Sie ist heute mit ihrem Enkel unter anderem auf TikTok sehr aktiv, um über diese schreckliche Zeit aufzuklären. Ein Buch, das mich so mitnehmen würde, dass ich es im Moment nicht lesen könnte. Schon das Buch, Rückkehr nach Birkenau, hat es in sich gehabt.
Ich lese im Moment lieber andere Bücher. Die Highlanderin habe ich gestern beendet und schreibe gerade an der Rezension. Demnächst dann … Das nächste Buch war dann auch schnell angefangen. Salomés Zorn, nimmt mich nicht weniger mit. Sich auf diesem Wege mit Rassismus auseinander zu setzten, hat es in sich:
«‹Du musst deiner Faust folgen›, erklärte er und machte mir den Schlag vor. ‹So, als ob du ein Loch in deinen Feind schlagen willst.›» Salomés Vater weiß, was Rassismus bedeutet. Als Kameruner in der niederländischen Provinz hat er ihn oft genug am eigenen Leib erfahren. Für ihn liegt es auf der Hand, was er seiner sechzehnjährigen Tochter mit auf den Weg gibt: Du musst kämpfen. Seinen Blick voller Scham, als sie verhaftet wird, vergisst Salomé nicht. Die Jugendstrafanstalt,in die sie gebracht wird, ist kaum beklemmender als das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Doch muss sich Salomé hier zum ersten Mal wirklich mit dieser großen Wut auseinandersetzen, die ihr Handeln immer stärker bestimmt. Und das ausgerechnet mit dem Therapeuten Frits, den sie aus «Hello Jungle» kennt,einer Trash-TV-Show, die mit den fremdenfeindlichen Vorurteilen ihrer Kandidaten auf Quotenfang geht. Aber mit Gewalt und Verachtung wird sie hier nicht weiterkommen, Salomé muss umdenken – und beginnt zu verstehen, dass ihre eigene Feindseligkeit nichts von dem aufwiegt, was sie selbst so verachtet.

Taupunkt ist auch was Neues
Das Klima ist in aller Munde. Zu Recht. Wir sollten wirklich alle mal darüber nachdenken, wie wir mit unserer Welt umgehen. Thore D. Hansen. Hat einen Klimakrimi geschrieben, der vielleicht dazu anregt, noch schneller etwas zu unternehmen und nicht abzuwarten. Jeder könnte schon im Kleinen anfangen. Der Krimi heißt Taupunkt und spielt größtenteils in Deutschland. Manchmal ist die Fiktion so dicht an der Wahrheit, dass einem schwindelig werden kann.
Noch ein kleines feines Buch liegt hierauf dem Stapel. Fremde Federn beschreibt, wie das ist, wenn die Oma plötzlich zum Pflegefall wird und die Frage aufkommt, wer sich denn nun um sie kümmern würde. Alina Lindermuth, die Autorin, hat da wohl ein ganz interessantes Buch geschrieben, das mal den, meist osteuropäischen Pflegerinnen dankt. Ich habe es noch nicht gelesen. Aber Klappentext und andere Rezensionen haben mir gefallen.
E-Book-Leichen
Längst wollte ich mein E-Book von so manchem ungelesenen Buch befreien. Stattdessen werden es immer mehr Bücher, die ich darauf sammel. So ist da zum Beispiel: Ganz gewöhnliche Monster von J.M. Miro dazu gekommen. Darum bin ich schon eine Weile herumgeschlichen. Ein bisschen Magie, etwas Historie und ein bisschen düster. Ein Buch zum Abtauchen. Die Leseprobe war es, die mich verzaubert hatte. Ach, warum kann ich nicht widerstehen?
Das Buch Der Leuchtturmwärter liegt auch schon sehr lange im Regal des E-Books:
In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.
Das sind noch lange nicht alle Bücher. Ich muss mich wirklich mal da durchlesen. Sammelst du auch so viele Bücher? Und hast du für den Monat einen Leseplan? Ich freue mich schon auf deine verlinkten Bücher
von Andrea Karminrot | Jan. 31, 2023 | Rezension, Roman |
Als der Zirkus der Wunder in dem kleinen Dorf. In dem Nell groß geworden ist, seine Zelte aufschlug, hielt die junge Frau den Atem an. Dort waren viele Menschen versammelt, die verschiedenste körperliche Gebrechen hatten. Eine Frau mit Bart, eine Frau, die überdimensional groß und daneben eine Frau, die kleinwüchsig war …

Ein Zirkus der Wunder!
Nell selber hatte am ganzen Körper größere und kleine Muttermale. Das Größte im Gesicht, weshalb die Dorfbewohner sie meistens mieden und sie als abartig ansahen. Die größte Befriedigung fand die junge Frau, wenn sie im Meer baden ging und die Muttermale dann weniger juckten. Aber nun war der Zirkus der Wunder im Dorf und alle gingen hin und staunten. Nur Nell blieb vor dem Zelt stehen, traute sich nicht hinein. Denn so viel Geld hatte sie nicht, um sich eine Vorstellung anzusehen. Sie stibitzte durch den Zelteingang und sah ihren Bruder in den Zuschauerreihen sitzen. Oh wie enttäuschte war sie, dass sogar ihr Bruder die „Wunder“ bestaunte. Dabei war er der einzige Mensch, der sie in den Arm nahm und dem sie vertraute. Der keine Angst vor ihr hatte.
Nells Vater sah dagegen seinen Vorteil in dem Zirkus der Wunder. Volltrunken ging er zu dem Zirkusbesitzer und verkaufte seine Tochter an Jasper Jupiter, der das Mädchen verschleppte. Jasper und sein Bruder Toby gaben Menschen eine Chance, mit ihrer Andersartigkeit zu einer gewissen Art Anerkennung zu gelangen. 1866 boomten gerade die Freakshows und Jasper hoffte auf den Besuch der englischen Königin Viktoria. Sie war eine besondere Unterstützerin der Shows. Doch Nell war zuerst nicht begeistert von der Idee, sich ausstellen zu lassen. Aber Jasper hatte da eine Idee.

Das Buch
„Deformitomanie“ so nannte man das Vorzeigen von Menschen mit körperlichen Abweichungen. So kennt die ganze Welt den Elefantenmenschen Joseph Merrik oder die mexikanische Sängerin Julia Pastrana, die so sehr behaart war, dass man sie auch als Affenmenschen bezeichnete. Ihr Ehemann ließ sie nach ihrem Tod mitsamt ihrem toten Neugeborenen einbalsamieren und ausstellen.
Nell ist eine tolle Protagonistin. Sie versucht sich mit ihrem „Gebrechen“ erst zu verstecken und lernt dann aber, dadurch Geld zu verdienen und fühlt sich sogar gut damit. Endlich wird sie von allen angesehen! Sogar als Sternenfrau bewundert. Aber auch die Figuren von Jasper und Toby sind gelungen. Jasper versucht sich immer mehr zu verbessern und zu profilieren, während sein Bruder Toby immer der Schatten bleibt. Aber alle haben eine gute Geschichte, die es lohnt, erzählt zu werden. Und darum geht es hier auch, um Geschichten, die erzählt werden. Denn was ist denn schon ein Mensch, wenn es keine Geschichte dazu gibt? Nichts! Dann bleibt man immer ein Schatten, unsichtbar.
Der Roman wird von den drei Hauptdarstellern erzählt. Gefühle, Vergangenheit, Erfahrungen. Die drei Darsteller haben eine Menge zu zeigen. Ich fand es gut erzählt und wirklich unterhaltsam. Wer Julia Pastrana war, musste ich erst recherchieren. Wer dagegen Barnum war, wusste ich. Elizabeth Macneal hatte anfangs die Idee, ihren Roman mit realen Personen zu bestücken, fand dann aber, dass sie damit in die Privatsphäre der „Wunder“ eingreifen würde. Und so erfand sie ihre eigenen „Wunder“, die sich ziemlich dicht an den Echten orientieren. So habe ich mich gefragt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich einen dichten Bart hätte und mich die Menschen anstarren. Dagegen scheint es sich gut anzufühlen, wenn man wenigstens dafür ordentlich entlohnt wird. Aber vielleicht wäre es auch mein Bestreben mich in einer Höhle zu verstecken, bevor ich mich vor aller Welt ausstellen lassen.
Ich finde, ein grandioser Roman. Lass uns doch mal über die „Wunder“ nachdenken! Ruby und mein Urteil: 🐭🐭🐭🐭🐭
von Andrea Karminrot | Jan. 25, 2023 | Rezension |
Tim Wallenstein dachte sich, in dieser Kleinstadt wird er sich von seinem stressigen Job ein wenig erholen können und dann geschieht dieser Maschenmord in der Wolllust. Mit einem grünen handgestrickten Schal erdrosselt, liegt die Aushilfe Nicole in dem angesagten Wollgeschäft in Madlfing am Marktplatz. Noch dazu war dieser Schal auch noch ziemlich schlecht gestrickt! Warum nur ist der Kommissar Tim Wallenstein nicht erst in den Urlaub gefahren, bevor er seine Versetzungsstelle in der bayerischen Kleinstadt angetreten hatte. Dabei hätte er es bitter nötig, einfach mal einen entspannten Job zu machen.

Ohne Koffein zum Maschenmord
Wallenstein ist in der Kleinstadt noch gar nicht richtig angekommen, da wird er auch schon zu seinem ersten Mordfall geschickt. Außer seiner neuen Espressomaschine hat er aus seinem alten Leben in Köln, kaum etwas mitgebracht. Ungewaschen und ohne seinen Koffeinkick (er kennt sich mit der Espressomaschine noch nicht aus) macht er sich auf den Weg zur Wolllust. Die Frau wurde erdrosselt, so scheint es. Und er ist nicht alleine am Tatort. Wallenstein bekommt tatkräftige Unterstützung von dem Madlfinger Krimi- und Handarbeits-Club, kurz gesagt dem MKHC. Drei Frauen des MKHC haben noch vor dem Kommissar die Nasen in den Fall gesteckt. Wer könnte die Aushilfe der Wolllust ermordet haben? Unangenehm aufgefallen ist das Opfer Nicole Durand des Öfteren, mit einem grünen Laceschal erdrosselt zu werden hat sie aber bestimmt nicht verdient. War es nur ein Raubmord oder steckt mehr dahinter?
Die Ladenbesitzerin, Ariadne Schäfer, hatte sich auch ein ruhigeres Leben in dem beschaulichen Madlfingen vorgestellt, als sie das Handarbeitsgeschäft ihrer Tante übernommen hatte. Sie modernisierte das Geschäft und organisierte Stricktreffen mit Krimiunterhaltung, woraus sich der MKHC entwickelt hatte. Man könnte sagen, fast alle Madlfingerinnen wurden Mitglied und sind seitdem außerordentlich gut vernetzt. Sehr zur Unbill des Kommissars, denn immer wieder funken die Damen zwischen die Ermittlungen.

Maschenmord und Verstrickungen
Dieser Krimi macht auf jeden Fall mächtig Laune. Allerlei Anspielungen auf mein liebstes Hobby, dem Stricken, bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Alleine die Überschriften der einzelnen Kapitel, die mit einem Wollknäuel, gespickt mit Stricknadeln verziert sind, zaubern ein Lächeln in mein Gesicht: „Eine Masche kann eine einfache Fadenschlinge oder ein Betrug sein“ „Die natürlichen Feinde einer Wollladenbesitzerin sind Motten“ oder „Ein Umschlag ist kein Tiefschlag“. Ich gebe zu, dass ein Strickunkundiger darin vielleicht nicht den tieferen Sinn sieht, aber ich denke, dass alleine der Titel dieses Krimis eher die Strickerinnen auf den Plan rufen würde.
Die Autorin Leonie Kramer hat diesen Krimi geschrieben. Eigentlich heißt sie ganz anders und Krimis schreibt sie sonst auch nicht. Aber sie strickt sehr gerne. (Nicht dass sich das in ihrem Krimi widerspiegeln würde!) Sie hat sich aber nicht nur ein Pseudonym zugelegt, sondern sich auch noch Madlfingen ausgedacht. Und die Mordwaffe kann man sogar nachstricken. Wie gesagt, ein StrickerinnenKrimi. Doch das sollte den Strickunkundigen nicht davon abhalten, diesen amüsanten Krimi zu lesen. Tim Wallenstein ist ein etwas arroganter und gutaussehender Typ. Außerdem scheint in Köln etwas geschehen zu sein, was ihm nicht so gut bekommen ist. Ariadne hat auch ein Geheimnis und überhaupt, hat hier jeder irgendeine Besonderheit oder ein Geheimnis. Die Figuren sind alle ein bisschen überspitzt gezeichnet, aber dabei allesamt liebenswürdig. Man merkt der Autorin an, dass sie Spaß am Schreiben gehabt hat. Und am Ende gibt es natürlich einen unerwarteten Täter.
Rubi und ich hatten jedenfalls eine Menge Spaß mit diesem Krimi/Roman. Wir vergeben gerne 🐭🐭🐭🐭 und hoffen auf eine oder mehrere Fortsetzungen.
von Andrea Karminrot | Jan. 18, 2023 | Historie |
Wir schreiben das Jahr 883. Die Dänen, oder die Wikinger, wie man sie in England nennt, fallen über das Gebiet rund um den Rhein ein. Gnadenlos wie sie sind, zerstören sie alles, was nicht von Wert für sie ist. Wertvolles wird zerschlagen und aufgeteilt, Frauen geschändet, Häuser niedergebrannt, der Rest getötet. Als die Normannen kurz davor sind in dem Kloster Prüm einzufallen, retten sich die Mönche mitsamt ihren Heiligtümern und den wichtigsten Büchern. Tankred, ein junger Mann, der in das Kloster verbannt worden ist, blieb aber zurück, um die verbliebenen Bücher zu retten. Er hatte eine Idee, die Bücher zu verstecken und flüchtete dann selber vor den Horden.

Tankred, Weihrauch und Schwert
Tankred erzählt seine Geschichte selber. Er hat eine ziemlich schnoddrige Art und kann das Schwert sehr gut einsetzen. Tankred wurde als Sohn eines fränkischen Adligen geboren und hat eine gute Ausbildung genossen. Vor allem auch am Schwert und als Reiter. Somit hat er einiges vorzuweisen, sich gegen die Dänen durchzusetzen. Er ist aber auch gebildet. Er liebt Bücher und kann aus ihnen rezitieren und hat ein enormes Wissen. Als er dann auch noch feststellen musste, dass seine kleine Schwester von den Nordmännern entführt worden ist, macht er sich auf den Weg sie zu befreien und/oder zu rechen. Er hat keine Ahnung, ob sie noch am Leben ist oder was die Männer ihr angetan haben.
„ … In diesem Moment war ich nicht mehr Tankred, der Benediktinermönch und Bibliothekar der Abtei Prüm, sondern Tankred, der Sohn des Grafen Thegan, zum Kämpfen erzogen und ausgebildet … „ (Seite 44)
Tankred ist der Auftakt zu einer Trilogie. Weihrauch und Schwert ist in sich (scheinbar) abgeschlossen und ich werde dir hier nicht erzählen, was am Ende geschah. Doch eines kann ich dir versprechen: Unser Held muss überleben, denn er tritt in noch zwei geplanten Büchern auf. Ich habe dieses Buch verschlungen.
Der Autor Michael Römling
Michael Römling nutzt nicht die typische Art, einen Historienroman zu schreiben. Es liest sich nicht so gestelzt. Er gibt seinem Helden das Wort und der weiß es zu führen. Michael Römling schreibt in seinem Nachwort zu diesem Roman, dass aus dieser Zeit kaum noch Überlieferungen in Schriftform vorhanden sind. Deshalb kann man mit etwas Fantasie sehr gut Geschichten um das wenige herum aufbauen. Was ich sehr vorteilhaft finde ist, dass man im Buchdeckel eine Landkarte mit dem eingezeichneten Weg des Helden findet. Auch liest sich die Geschichte meistens sehr spannend. Nur wenn Tankred mal wieder einen Weg vor und zurückgeht, sich in einem Gedankengang verfangen hat, kommt kurzfristig etwas „Langeweile“ auf. Allerdings nicht lange, denn sofort wird es wieder spannend. Tankred trifft Menschen, die zu seinen Freunden werden und deren Geschichten mindestens so spannend sind wie die des Helden. Sogar Leichen werden wieder lebendig …
Römling studierte Geschichte. Er hat einen Buchverlag gegründet und schrieb Stadtgeschichten und Romane wie Signum (2009) Schattenspieler (2012) und Seitenwechseln (2014). Doch dabei sollte es nicht bleiben. Pandolfo und Mercuria folgten.

Im Moment liebe ich Geschichten um die Wikinger. Ich habe gerade einige Serien im Fernsehen verschlungen und damit kam mir die Geschichte um den Adelssohn Tankred ganz recht. Er schlug einen Bogen für mich aus England nach Deutschland. Für mich sind die Nordmänner immer nur an den Küsten gestrandet. Aber dass sie bis ins Landesinnere, bis nach Trier vorgedrungen waren, ist mir neu. Doch dir großen Flüsse luden ja förmlich dazu ein, sich an dem Reichtum der Städte eine Scheibe abschneiden zu kommen. Die Boote der Dänen waren recht flach und boten sogar die Möglichkeit, dass man sie ein kurzes Stück über Land „trug“. Wieder was gelernt!
Von mir bekommt das Buch 🐭🐭🐭🐭. Und Rubi versucht sich nun selber am Schwert!
Tankred
Weihrauch und Schwert
Historienroman von Michael Römling
Band 1
432 Seiten
ROWOHLT Taschenbuch – Verlag
ISBN 9783499008016
von Andrea Karminrot | Jan. 15, 2023 | Biografie, Rezension, Roman |
Was fällt dir spontan ein, wenn du Enid Blyton liest? Stimmt, Fünf Freunde oder die Schwarze Sieben. Als Kind habe ich ihre Bücher verschlungen. Kaum hatte ich die Bücher aus der Bücherei geholt, konnte ich sie schon wieder zurücktragen. Aber wer war Enid Blyton eigentlich? Interessiert das die jungen Leser? Mich haben damals nur ihre Bücher, ihre Geschichten fasziniert.

Enid Blyton, Geheimnis hinter grünen Hecken
Enid Blyton wird 1897 in London geboren. Sie ist das älteste Kind der Blytons und der Liebling des Vaters Thomas Blyton. Sie entstammt einer musischen Familie, wenn man dem Vater Glauben schenken mag. Er verhätschelt seine Tochter Enid. So behauptet jedenfalls die strenge Mutter, die es lieber sehen würde, wenn Enid sich mehr mit häuslichen Tätigkeiten und Pflichten beschäftigen würde. Die beiden kleinen Brüder sind darüber erhaben und dürfen vor dem Haus toben und Fahrrad fahren, während Enid sich mit abwaschen und Klavier üben plagt. Dabei würde sie doch viel lieber ihre Bücher lesen, mit dem Vater auf Entdeckungstour gehen oder sich Geschichten ausdenken. Das Mädchen hat jedenfalls eine enorme Fantasie. Schon mit vierzehn Jahren verschickt sie ihre Gedichte an die Zeitungen. Aber nur einmal wird ein Gedicht angenommen. Die Mutter lästert darüber, dass das Mädchen ihr gesamtes Taschengeld für Papier und Porto ausgibt.
Als der Vater die Familie für eine andere Frau verlässt, bricht eine Welt für das Mädchen zusammen. Niemandem darf von dieser Schmach erfahren. Einmal im Monat holt der Vater die Kinder ab und dann ist Enids Welt für einen Tag wieder heile. Danach versteckt sie sich wieder in ihrer Fantasiewelt und ihren Büchern. Enid ist ein schlaues Kind und schließt mit einer sehr guten Leistung die Schule ab. Der Vater hätte es gerne, dass sie Musik studiert, doch Enid will Schriftstellerin werden. Doch daraus wird zunächst nichts. 1916 beginnt Enid stattdessen eine Ausbildung zur Fröbel-Lehrerin. Einem Beruf, mit dem sie sich sehr identifizieren kann.

Die Autorin: Maria Regina Kaiser
Maria Regina Kaiser hat sich dieses Mal die englische Kinderbuchautorin Enid Blyton vorgenommen. Ich mag, wie die Autorin diese Biografien schreibt. Romanbiografien sind einfach nicht so langweilig und man hat das Gefühl Enid Blyton nahe zu sein und ihre Ambitionen zu verstehen. Sie beschreibt Enid Blyton als ein stures und fantasievolles Wesen. Wenn ihre Protagonistin sich in etwas verbissen hat, dann bleibt das auch so. Die Bücher von Maria Kaiser lesen sich schnell und sind nicht überladen mit Informationen. Ihre letzten Romanbiografien von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf hatte ich auch begeistert rezensiert.
Rubi und ich geben diesem Buch gerne 🐭🐭🐭🐭 Wir haben uns gut unterhalten gefühlt. Außerdem haben wir etwas über eine Lieblingsautorin meiner Kindheit erfahren. Immer wieder tauchen zu den „alten“ Büchern Rassismusvorwürfe auf, die ich als Kind niemals so gesehen habe. Heute werden sie oft umgeschrieben, verändert um sie Zeitgemäß zu machen. Warum Enid Blyton so geschrieben hat, dass kann man anhand dieser Biografie besser verstehen.
Enid Blyton, Geheimnis hinter grünen Hecken
von Maria Regina Kaiser
Romanbiografie
304 Seiten
ISBN 978-3-87800-159-1
aus dem Südverlag