Der Kuss der Nixe

Devin wird heute 17 und sie freut sich, mit den Freunden ihren Geburtstag am See feiern zu können. Bis der Kuss der Nixe, alles veränderte. Fast wäre ihr bester Freund im Badesee umgekommen. Und dann wurde Devins Welt auf den Kopf gestellt.

Der Kuss der Nixe, School of Myth & Magic, Band 1

Devin Blackwood wächst in Birmingham auf und wird von ihrer Großmutter immer wieder auf die böse Natur der Nixen hingewiesen. Aber die Granny lebt nicht mehr und kann sie nicht mehr beschützen. Vor ihrem Tod hat sie ihrer Enkelin eine Kette geschenkt, die sie immer beschützen sollte. Auch Devins Mutter lebt schon lange nicht mehr in der kleinen Familie und irgendwie scheint es etwas Geheimnisvolles zu geben.
Nachdem der Geburtstag am Badesee fast mit einer Katastrophe geendet hätte, tauchten des Nachts plötzlich zwei Männer in dem Haus der Blackwoods auf. Sie wollen Devins Zauberkräfte unschädlich machen. Das Mädchen hatte keine Ahnung, dass sie magisch sein soll und schon gar nicht eine Nixe! Wusste ihre Granny, was sie war? Hat der Kuss im Badesee ihren besten Freund umgebracht? Das Mädchen ist verunsichert und kann die beiden magischen Männer dazu überreden, ihr ihre Kräfte zu lassen. Dafür muss sie aber in eine Schule gehen. In die School of Myth & Magic in Norwegen.

In der School of Myth & Magic trifft die Siebzehnjährige das erste Mal auf Nixen und andere magische Wesen. Die Royal der Nixen ist nicht gerade nett zu dem Neuankömmling, ärgert sie und macht das Mädchen unsicher. Aber Devin ist keine, von denen, die sich ärgern lassen. Sie ist schlagfertig, hat eine ordentliche Portion Humor und ist neugierig. Obendrein liegt ihr Herz auf der Zunge und sie plappert manchmal Dinge heraus, die sie eigentlich nur gedacht hatte. Ihr macht es auch nichts aus, sich einfach zu den Vampiren zu stellen und ein Pläuschchen mit dem Drachen zu führen. Sie freundet sich mit einer Sirene an, bei der man immer die Wahrheit sagen muss und verliebt sich in den Halbfaun Caleb.

Magie und Herz

Devin ist eine sympathische Protagonistin. Ich habe das vorlaute Mädchen schnell in mein Herz geschlossen. Dass sie keine Ahnung von ihrer Kraft hat, macht das ganze auch noch ein bisschen spannender. Ein bisschen erinnert die Geschichte auch an Harry Potter. Erst hat Devin keine Ahnung, wer sie in Wirklichkeit ist, dann trifft sie Zauberer, die sie in eine Zauberschule mitnehmen und dort wird Devin erst bewusst, was sie kann, will das aber so gar nicht. Es gibt Unterricht, der langweilt und Lehrer, die nicht so im Vordergrund stehen. Mir hat der Jugendroman sehr gut gefallen. Es liest sich nicht ganz so „verstaubt“, irgendwie ein bisschen frischer und moderner. Ein bisschen Herzblut kommt auch vor, muss es ja auch bei einer siebzehnjährigen Hauptdarstellerin.

Nur das Ende gefällt mir nicht! Es endet nämlich mitten in einer Situation, bei der du gezwungen bist, dir das nächste Buch zu besorgen. Ok! Der erste Band hatte schon 448 Seiten, aber mich dann so sehr in der Luft hängenzulassen 😉 Nun muss ich das zweite Buch auch noch lesen, denn die Geschichte hat mich in ihren Bann geschlagen. Auch wenn es sich hier um ein Jugendbuch handelt, ist es auch für fantasiebegeisterte Erwachsene ein Highlight.

Ich habe das Buch als E-Book gelesen, das gebundenen Buch gibt es mit Farbschnitt und Charakterkarte! Das finde ich auch immer wieder schön. Meistens sind diese limitierten Auflagen nicht lange im Handel. Und schade finde ich es, dass man den Farbschnitt im Regal dann gar nicht sieht. Aber schön ist es trotzdem!
Rubi und ich geben dem Jugend-Fantasie-Roman leidenschaftliche 🐭🐭🐭🐭🐭 und wir freuen uns auf den zweiten Band, der hoffentlich der Geschichte einen Abschluss gibt.

Die Autorin Jennifer Alice Jager

Jennifer Alice Jager schreibt ihr erstes Buch während ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin. Sie schreibt Fantasie-Junge-Erwachsenen-Bücher, die sehr erfolgreich sind. Sie hat eine Zeit lang in Japan gelebt, wo sie ihren Hang zum Schreiben erst richtig entdeckt hatte. Inzwischen lebt sie wieder in ihrer Heimat, dem Sauerland und verbringt viel Zeit mit dem Schreiben und ihren Tieren.

 

Der Kuss der Nixe, School of Myth & Magic, Band 1

ein Jugendroman von Jennifer Alice Jager
448 Seiten
aus dem Ravensburger Verlag
ISBN: 978-3-473-40246-5

Morden in der Menopause

Ich weiß nicht, ob ich auf die Idee käme, in der Menopause zu morden. Liv hat bestimmt auch nicht daran gedacht. Seit einiger Zeit konnte sie immer schlechter schlafen und lag häufig des Nachts wach, während ihr Ehemann Jörn neben ihr schnarchte. Liv ist Mutter von drei pubertierenden Kindern und eigentlich geht es der Familie recht gut.

Morden in der Menopause

Liv arbeitet Halbtags für ein Küchenstudio und quält sich gerade mit einer wirklich nervigen Kundin herum, die sämtliche Extrawürste, die man sich vorstellen kann, in ihrer neuen Küche verbaut haben möchte. Außerdem sind, wie gesagt, ihre Kinder in der Pubertät. Was sicherlich nicht schlimm wäre. Liv hatte noch nie ihre Hand gegen ihren Nachwuchs oder auch nur gegen eine Schnecke oder Fliege erhoben. Sie war eigentlich nicht zu aggressiven Handlungen fähig, bis sie ihre Hormone im Stich ließen. So kam es eben auch, das der ältere Sohn eine Backpfeife bekam und der Dealer im Garten es mit seinem Leben bezahlen musste. So ein Pech aber auch, dass Liv zurzeit so schnell zu Übersprungshandlungen fähig war. Das nächste Problem nun: Wohin mit der Leiche?

Das Leben von Liv nahm eine gefährliche Wendung. Sie wurde zu einer Kriminellen, weil die Hormonspiegel aus der Rolle fielen. Nur gut, dass nicht jede Frau so reagiert. Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Heulattacken und Gefühlschaos, reicht ja so schon, um die Frauen aus der Bahn zu werfen, wenn sie in die Menopause kommen. Dabei könnten wir das eigentlich feiern! Liv feiert auf ihre eigene Weise und richtet eine Menge Unordnung an, die sie aber bis zum Ende des Romans wieder auf die eine oder andere Art richten wird.

Krimikomödie

Liv spricht mir aus dem Herzen. Sie ist eine lustige Person, die alles wuppt und die Familie zusammenhält. Nicht nur ihre Kinder und der Haushalt, steht auf ihrer Agenda, sondern auch noch die Schwiegereltern, die Ü 80 sind. Sie hält alle Fäden in der Hand. Ich musste wirklich ein ums andere Mal laut lachen, wenn sie versucht wieder alles zu richten oder ihre Beschreibungen, wie sie neben ihrem schnarchenden Mann liegt und nicht schlafen kann.
Auch ihre Versuche, die Leiche verschwinden zu lassen, die Bekanntschaften der Leiche unterzubringen oder die plötzlichen Geldsorgen zu kompensieren. Ich fand das Buch wirklich unterhaltsam und obendrein einen Einblick zu bekommen, was die fehlenden Hormone in unserm weiblichen Körper anstellen können. Am Anfang jeden neuen Kapitels beschreibt sie nämlich, was geschehen kann. In kursiver Schrift spricht Liv den Leser übrigens auch noch einmal persönlich an. Auch das war ein Highlight.

Ich fand das Buch im Ganzen eine lustige Unterhaltung, die wirklich aufmunternd für jede Frau in der Menopause sein kann. Aber Achtung, wer schlechte Gerüche und widerliche Beschreibungen nicht verträgt, sollte darüber hinweglesen, was Liv so alles anstellt.
Von uns bekommt dieser leichte Krimi 🐭🐭🐭🐭

Die Autorin

Tine Dreyer ist das Pseudonym einer Autorin, die seit Jahren erfolgreich Kriminalromane und Thriller sowie Drehbücher schreibt. Nicht nur alterstechnisch ähnelt sie ihrer Protagonistin aus ›Morden in der Menopause‹, auch das Hormonchaos, das mitunter die gesamte Familie betrifft, ist ihr bekannt – inklusive aller absurden Folgeerscheinungen. Das Morden überlässt sie allerdings lieber ihrer Romanheldin Liv. Genau wie diese lebt Tine Dreyer mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einer Hündin in Köln. (Text von der Verlagsseite Dumont kopiert)

 

Morden in der Menopause

ein Krimi von Tine Dreyer
304 Seiten
ISBN 978-3-8321-6828-5
aus dem DUMONT Verlag

Wir werden jung sein

Was würdest du alles tun, um zu sagen: Wir werden jung sein? In dem Buch von Maxim Leo geht es um ein Medikament, das eigentlich verabreicht wurde, um einem Herzdefekt entgegenzuwirken. Doch dann stellt sich heraus, wer das Medikament nimmt, der wird biologisch wieder jünger. Man sieht es dem Menschen auch an: Die Haut wird straffer, die Muskeln können wieder Vollgas geben. Doch was wird geschehen, wenn die Menschen nicht mehr sterben können? Welche Folgen wird das für die Bevölkerung haben? Und wird es jeder vertragen? Der Mensch strebt wie immer nach Perfektion!

Wir werden jung sein

Der sechzehnjährige Jakob hat sich in ein Mädchen aus seiner Klasse verliebt hat. Allerdings weiß er sehr wohl, dass er ganz bestimmt nicht an sie herankommt. Er ist kein Sportler, kein Muskelmensch und verbringt die meiste Zeit zu Hause an seinem Computer, weil er sein Herz seit seiner Geburt nicht belasten kann. Ein neues Medikament wird ihm vielleicht helfen, wenigstens etwas länger zu leben. Und dann klingelt sie an seiner Tür, sie steht auf Jakob und will mit ihm zusammen sein.

Verena hat schon mehrfach Medaillen bei Olympia im Schwimmbecken geholt. Sie ist jetzt Mitte 30 und hat eine Herzmuskelentzündung verschleppt. Eigentlich sollte sie kaum noch an die jungen frischen Schwimmerinnen heranreichen, aber nachdem sie das neue Herzmedikament bekommen hat, schlägt Verena die Jüngeren bei einem Schwimmwettbewerb um Längen. Auch sonst fühlt sie sich viel vitaler.

Karl ist über achtzig. Er hat nicht mehr lange zu leben, sein ganzer Organismus ist nicht mehr stabil. Bevor er einen elenden Tod stirbt, beschließt er, sich freiwillig zu töten. Kein leichtes Unterfangen, aber er hat schon alles geregelt. Morgen wird er den Giftcocktail zu sich nehmen. Aber er fühlt sich eigentlich viel besser, kräftiger, mobiler. Irgendwas ist anders, seitdem er die Pillen genommen hat.

Was würde geschehen, wenn die Menschen nicht mehr sterben müssten

Ich mochte die Charaktere, die in diesem Roman die Hauptrollen spielen, jeden auf seine Art. Maxim Leo schreibt sehr unterhaltsam und trifft doch genau einen Nerv. Die Menschen streben schon immer nach Perfektion und mit diesen neuen Pillen könnten unendlich viele Menschen gerettet werden. Aber wer wird die Medikamente bekommen? Wer darf lange leben und was würde geschehen, wenn der Mensch nicht mehr den üblichen Weg von der Geburt bis zum Tod gehen würde? Ich habe viele Male darüber nachgedacht und schließlich einige ältere Damen um ihre Meinung darum gebeten. Auch sie waren sich nicht einig, ob es Sinn machen würde, ewig zu leben. Schmerzfrei, mobil und gesund, ja, das wäre ok, aber ewig Leben!

Die Menschen würde darüber nachdenken müssen, ob sie noch Kinder bekommen dürfen und ob: Wir werden jung sein, der richtige Weg ist. Und würde es am Ende nicht dazu führen, dass wir keine Entwicklung mehr hätten? Wozu sollte man sich noch anstrengen, gesund zu bleiben, wenn es doch die Wundertabletten gibt. Maxim Leo hat es geschafft, ich mache mir Gedanken. Und genau das soll dieser Roman wohl auch anstoßen. Dabei liest er sich wirklich sehr angenehm und unterhaltend. Ich finde, eine echte Leseempfehlung! 🐭🐭🐭🐭 für diesen guten Roman von uns.
Das ist übrigens der erste Roman, den ich von Maxim Leo gelesen habe. Nur ist es nicht der Erste, den er geschrieben hat!

 

Wir werden jung sein

Ein Roman geschrieben von Maxim Leo
ISBN:9783462003758
304 Seiten
Kiepenheuer & Witsch aus dem Verlag

Hier noch ein kleines Interview mit Maxim Leo über seinen Roman

Das letzte Feuer

Das letzte Feuer brennt oben, über dem Tal, in einem einzelnen Haus. Die alte Pélagie Arnaud möchte ihre Heimat nicht verlassen. Alle anderen sind schon ins Tal hinuntergezogen, nachdem man den reißenden Fluss, die Asse, eingedämmt und große Brücken gebaut hatte. Der Talboden ist üppig und ertragreich. Das Land groß genug, dass die Bevölkerung aus dem Bergdorf Orpierre-d’Asse sich dort ausbreiten konnte, Felder bestellen und reiche Ernten einfahren können. Pélagie bleibt starrköpfig und bleibt mit ihrer Enkelin oben in den kargen Bergen. Hier weiß sie mit Widrigkeiten umzugehen. Nur ihre Enkelin Berthe sehnt sich nach den Freunden. Zur Schule muss sie nun auch immer den Berg hinabsteigen und am späten Nachmittag wieder hinauf, mit einem Korb voller Lebensmittel, die die Oma nun nicht mehr oben besorgen kann.

Rubi die Lesemaus mit dem Buch Das letzte Feuer

Die Asse mag eingedeicht sein und doch stellt sie das Leben der Menschen im Tal auf harte Proben. Manchmal gelingt es ihr über die Ufer zu treten und doch wieder Keller oder Felder zu fluten. Manchmal ist es ein Nebel, der die Menschen krank macht. Die alte Pélagie hilft dann trotz ihres Alters immer wieder den Kranken. Oben auf dem Berg bleibt man eben ein bisschen fitter als dort unten in dem Tal. Irgendwann zieht es die Enkelin auch ins Tal und die Alte bleibt ganz alleine dort oben, nur mit ihren Ziegen und den Hühnern. Das Bergdorf verfällt immer mehr …

Man vermisste das alte Dorf aus Haut und Knochen, das windgepeitschte Geröll, das Dorf der Steinhaufen und Disteln, wo der Pflug auf Fels stieß, das lichte Dorf mit seinen steilen Abhängen, seinen holprigen Wegen, die gerade in den Himmel führen!

(Seite 51)

Das letzte Feuer

Es ist nur ein kleines Büchlein, mit nicht allzu vielen Seiten. Die alte Pélagie ist aufmüpfig, schimpft auf die Männer und versucht ihre Enkelin zu beschützen. Die Jugend muss ihre Erfahrung machen und am Ende ist eben nicht alles gut, kann aber gut werden. Menschen werden sich entwickeln, genauso wie die Natur und das neue Dorf. Das alte Dorf verfällt und die Autorin Maria Borrély, beschreibt die Umgebung mit unglaublichen Worten. Es fiel mir schwer, Fuß zu fassen in dem französischen Alpenland. Es war nicht die Geschichte, es waren die Namen. Zu viele derer und zu Französisch. Ich konnte nur mit Mühe alle Personen auseinander halten und doch hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Die Beschreibungen der Natur, die bissigen Beschreibungen der Menschen und der liebevolle Blick auf die Lieben, hat mir das Buch am Ende zu einem Erlebnis gemacht. Maria Borrély’s Roman wurde das erste Mal 1931 in Frankreich veröffentlicht.

Forellen springen wie Peitschenhiebe. Und die rauschende Asse schlägt übers Jahr unverdrossen ihre Kapriolen, verlässt ein Bett, um sich ein anderes zu graben, und wiegt dabei ihre Kiesel …
(Seite 19)

Die Autorin Maria Borrély …

… wurde 1890 in Marseille geboren und lebte ein Leben voller Kämpfe. Mistral, der erste von insgesamt vier Romanen, die innerhalb weniger Jahre entstanden, wurde 1930 auf Empfehlung von André Gide bei Gallimard veröffentlicht. Maria Borrélys Wunsch, selbst zu schreiben, entstand in der Künstler-Gruppe, der sie neben Jean Giono, dem Maler Bernard Thévenet, Gabriel Péri, Édouard Peisson und Paul Maurel angehörte. (Diesen Text habe ich mir von der Kanon Verlagsseite ausgeliehen)

Amelie Thoma hat den Roman übersetzt. Ich denke, es ist ein hartes Stück Arbeit einen solchen Roman so wiederzugeben, wie es sich die Autorin erdacht hat. Rubi und ich geben diesem Roman 🐭🐭🐭🐭🐭

 

Das letzte Feuer

Ein Roman von Maria Borrély
128 Seiten
Die Originalausgabe „Le dernier feu“ Gallimard NRF, erschienen 1931
Aus dem Französischen von Amelie Thoma übersetzt
ISBN 978-3-98568-113-6

Ripley – Der talentierte Mr. Ripley

Ripley, der talentierte Mr. Ripley … habe ich bei Netflix gesehen und war total begeistert von der Serie. Immer wieder gingen mir die Bilder durch den Kopf. Passend, dachte ich und wie wird dann erst das Buch sein? Patricia Highsmith hat es geschrieben. Es wurde das erste Mal 1955 veröffentlicht. Beim Diogenes Verlag fand ich die aktuelle Veröffentlichung des Romans und steckte sofort die Nase in das Buch.

Der talentierte Mr. Ripley

Das Buch beginnt nicht ganz wie in der Serie. Der junge Tom Ripley wird von einem Mann in eine Bar verfolgt. Es stellt sich heraus, dass es der Vater von Richard Greenleaf ist. Ziemlich wohlhabend scheint der Werftbesitzer jedenfalls zu sein. Der alte Greenleaf möchte Tom dazu anstiften, seinen Schulfreund Richard nach Amerika zurückzuholen. Richard ist der Sohn des alten Greenleaf. Er lebt schon längere Zeit in dem wunderschönen italienischen Städtchen Mongibello, das liegt direkt am Meer in der Nähe von Neapel. Richard denkt nicht im Geringsten daran, nach Hause zurückzukehren. Tom, der sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Betrügereien über Wasser hält, ist erst gar nicht von der Idee angetan, findet sich dann aber ziemlich schnell in seiner neuen Rolle zurecht und sagt zu. Der alte Greenleaf bezahlt ihm ein Europaticket, besorgt ihm eine Kabine auf einem Ozeanriesen und gibt ihm Reiseschecks mit. Um Geld muss sich Tom nun keine Gedanken mehr machen. Und eine schöne Garderobe bekam er obendrein.

In Italien angekommen, findet Tom schnell am Strand, seinen alten Schulfreund. Richard ist in der Gesellschaft einer jungen Frau. Am Anfang scheint es, dass Dickie (Richard) sich nicht an Tom erinnern kann, aber so langsam finden die jungen Männer zueinander. Tom macht den Fehler den alten Greenleaf zu erwähnen und hat schon die Befürchtungen Dickie würde sich von ihm distanzieren. Und doch scheinen die beiden jungen Männer sich anzuziehen.

Wie weit würdest du gehen?

Ich sagte ja schon, ich habe die Serie gesehen und kenne eigentlich schon das Ende und doch bin ich ganz fasziniert, was ich zwischen den Seiten noch alles gefunden habe. Ich weiß, wie weit Tom gehen wird. Und doch ist es noch einmal etwas gruseliger es zu lesen.

Wenn man in die Rolle eines anderen schlüpfte, war das wichtigste, dachte Tom, Stimmung und Temperament des dargestellten beizubehalten und die entsprechende Mimik zu übernehmen, alles Übrige ergab sich von selbst.

Seite 179

Das Buch hat mir auf jeden Fall gefallen! In der Serie nimmt man Gesten, Mimik und Taten von Tom wahr. Im Buch aber kann man lesen, warum er es tut. Sein komplettes Gedankenspiel ist greifbar. Und ja, wie weit würdest du selber gehen, wenn du plötzlich merkst, dass dich die ganze Welt ansieht und nicht übersieht, wenn dir Geld keine Sorgen macht. Wenn du begriffen hast, was Geld mit einem machen kann. Selbstbewusst nimmt sich Tom, was „ihm zusteht“. Er belügt sich selber und andere und schlittert immer wieder an der Enttarnung vorbei.

Nicht, dass ich Tom für seine Taten bewundern würde, ich finde nur, die Autorin Patricia Highsmith hat hier eine interessante Figur geschaffen. Aber nicht nur Tom auch der überhebliche Dickie und seiner Freundin, die graue Maus Marge, sind wunderbar gezeichnet. Ich habe das Buch noch mehr verschlungen als den Film. Rubi und ich geben dem Buch spannende 🐭🐭🐭🐭

Die Autorin Patricia Highsmith

Patricia Highsmith ist 1921 geboren und hat einige gute Krimis geschrieben. Unter anderem unter dem Pseudonym Claire Morgan schrieb. Sie bevorzugte es, ihren Protagonisten als einen Durchschnittsmenschen zu beschreiben, der sich dann unglaublichen Verbrechen hingab. Viele ihrer Bücher wurden als Vorlage zu spannenden Filmen adaptiert. Alfred Hitchcock verfilmte ihren 1951 ersten veröffentlichten Roman Zwei Fremde im Zug.

Die Übersetzung wurde von Melanie Walz gemacht. Sie hat einige Bücher von Highsmith übersetzt. Ein gutes Buch gewinnt nur durch eine gute Übersetzung.

 

Ripley

Der talentierte Mr Ripley

Ein Krimi von Patricia Highsmith
Übersetzt von Melanie Walz
Taschenbuch mit 400 Seiten
aus dem Diogenes Verlag
ISBN 978-3-257-24720-6