von Andrea Karminrot | Dez. 14, 2021 | Kinderbuch |
Ich liebe Wimmelbücher! Als meine Monster (So nenne ich schon vom ersten Tag an meine Kinder) noch klein waren, standen einige Wimmelbücher in dem Bücherregal. Ali Mitgutsch ist der Vater der Wimmelbücher. Die kleinen Monster hingen mit Leidenschaft über diesen Büchern und haben sich immer wieder selber Geschichten damit ausgedacht. Ein anderes Buch, dass mich und die Monster ebenfalls fasziniert hatte, war „Wo ist Walter„. Auch da wird gewimmelt. Und selbst als Erwachsener, kann man diese Bücher kaum aus der Hand legen. Nun habe ich ein neues Wimmelbuch in der Hand:

Gefühle Wimmelbuch
Das Gefühle Wimmelbuch von Alexandra Helm gefällt mir auch sehr gut. Dabei wird den Kindern es leichter gemacht Gefühle zu entdecken. Oftmals wissen die kleinen Geister gar nicht, wie sie sich ausdrücken sollen, wenn sie von einem anderen Kind in den Arm genommen werden. Oder wenn sie auf das Knie gefallen sind und sich darüber ärgern, dass es keiner gesehen hat. Wie auch immer, die Kleinen können auf den kartondicken Seiten nach den Gefühlen der Figürchen gucken und sie deuten lernen. Wenn ein erwachsener Mensch mit dem Winzling die Seiten anschaut, kann der Große den Kleinen anstubsen und ihm erklären wie es sich anfühlt, Angst zu haben.

Gleich auf der ersten Seite wird es dem „Vorleser“ leicht gemacht Gefühle zu erklären. Und schon geht es los, die Suche nach den Gefühlen. Die Wimmelbilder sind liebevoll gemalt. Neben den Figuren steht in Schreibschrift, welche Gefühle da gerade bei den Bildchen gemeint sind. Wir suchen den Stolz auf das neue Auto oder Wer könnte neugierig sein?

Mir fallen bei den schön gestalteten Seiten sofort viele Geschichten ein, die man mit den Kindern erzählen könnte. Der Leser wandert durch das Dorf, den Wolkenpark, den Kindergarten, durch das Zauberschloss, Schwimmbad und schaut in das Baumhaus. Es wimmelt und verzaubert. Kindgerecht gemalt und Fantasieanregend. Über den Seiten sind kleine hellblaue Wolken zu sehen, in denen kleine Beschreibungen stehen. Der „Vorleser“ kann diese Wolken als Anregung nehmen oder die Monster könnten nach den passenden Bildern und Situationen suchen. Je länger man sich mit dem Buch beschäftigt, um so mehr entdeckt man. Wie gesagt, ich liebe Wimmelbücher.

Wimmelbuch
Gefühle sind für die kleinen Menschen ja oft nicht zu benennen, aber hier werden sie tatsächlich fündig. Lernen ihren Emotionen Namen zu geben. Und vielleicht kann der Winzling das nächste Mal nicht nur seinen Ärger herausbrüllen sondern weiß gleich zu behaupten: „Du ärgerst mich!“ Oder vielleicht kann der kleine Mensch auch seiner Freude einen richtigen Ausdruck zu geben. Denn die deutsche Sprache hat so viele wunderbare Ausdrücke für Gefühle, die die kleinen Menschen nicht früh genug lernen können. Vielleicht ist diese Buch auch noch eine Last-Minute-Idee zu Weihnachten 😉 Und wenn es nicht die Gefühle sein sollen, dann findet man vielleicht auf der Seite des Wimmelbuchverlag sein Lieblingsbuch. Dieses Buch wurde von Alexandra Helm Illustriert, die auch schon bei dem Buch Kleiner Löwe, großer Mut beteiligt war.


Wimmelbuch der Gefühle
von Alexandra Helm Illustriert
für 2 – 5 Jährige oder älter
Verlag: Adrian & Wimmelbuchverlag
14 Seiten
Deutsch
ISBN 978-3-948638-94-8
von Andrea Karminrot | Aug. 16, 2021 | Jugendbuch, Kinderbuch, Rezension |
Ein Sommer mit Percy mag ich auch mal mitmachen. Percy ist der beste Freund von Ulf (welch Zufall, dass der Autor auch Ulf heißt!). Percy trägt sein Herz auf der Zunge und lässt alles raus, auch das, was er eigentlich nicht erzählen sollte. Außerdem hat er immer eine super Erklärung und Lösung parat.
Eigentlich ist Ulf mit seinen Eltern auf eine der Schären-Inseln, um die Großeltern besuchen. So wie sie jedes Jahr dort Urlaub machen. Ulf hat schon so manches Abenteuer mit den Kindern dort erlebt. Dieses Mal hat Ulf seinem besten Freund Percy erlaubt, ihn dort zu besuchen. Nur zu dumm, dass er seinen Eltern und Großeltern nichts von dieser Abmachung erzählt hat. Und so kommt es, dass Ulfs Mutter, ein paar Tage nach der Ankunft, einen Anruf von Percy’s Mutter erhält. Sie freue sich ja schon so darauf ihren Sohn über das Wasser zu ihnen zu schicken.

So wollte Percy das aber nicht haben
Ulf ist nicht so begeistert. Percy ist zwar sein bester Freund auf dem Festland, aber hier ticken die Uhren anders. Sein Großvater ist einer, den man keinem Kumpel vorführen möchte. Laut, polternd, schmatzend und furzend. Doch Percy wickelt den alten Mann schnell um seinen Finger und scheint bei ihm einen Stein im Brett zu haben.
Und dann ist da noch Pia! Ulf hat sich in das Lachen von diesem hochgewachsenen Mädchen auf den Schären verliebt. Pia geht angeln, springt fantastisch ins Wasser und macht auch sonst Dinge, die Ulf bezaubern. Aber das kann man ja nicht einfach zugeben. Wie ist denn das, wenn man verliebt ist. Und überhaupt, wie ist denn das eigentlich mit der Liebe?
Frech und ansprechend
Das Kinderbuch ist sehr ansprechend geschrieben, ein wenig frech und doch immer wieder ernst. Die Sprache erinnert ein wenig an die Bücher von Astrid Lindgren oder Gunilla Bergström (Die Autorin die sich die Willi Wiberg Bücher ausgedacht hat) Gerade heraus werden Themen angesprochen, die sonst nicht laut gemacht werden. Vielleicht weil man nicht gerne über einen furzenden Opa oder ein verliebtes Bauchkribbeln redet.

Ein bisschen war ich darüber irritiert, dass Ulf mit seinem Kumpel Klas, die geklauten Chesterfield, raucht. So ganz schmecken Ulf die Zigaretten ja eigentlich auch nicht. Aber auch das gehört irgendwie zum Erwachsenwerden dazu. Denn darum scheint es in dem Buch zu gehen. Die Kinder sind alle kurz vor oder in der Pubertät. Ein ganz wunderbares Sommerabenteuererwachsenwerden-Buch.
Das Buch bietet sehr ansprechende Bilder von der Illustratorin Regina Kehn gemalt. Dadurch habe ich einen besonderen Bezug zu Ulf, Percy und Klas bekommen. Sehr schön lebendig gemalt. Ein Augenschmaus für Alt und Jung.
Ulf Stark (194-2017) erhielt für seine Kinderbücher den Astrid-Lindgren-Preis, den August-Preis und den Deutschen Jugendliteraturpreis.
von Andrea Karminrot | Jan. 24, 2021 | Kinderbuch, Rezension |
Anton Müllerstett ist 10 Jahre alt. Er hat eine Mama, die sich sehr darum bemüht, dass ihr Sohn eine tolle Ausbildung bekommt. Er geht nach der Schule zum Chinesisch- Unterricht, bekommt Unterricht in Benimm und muss dort eklige Sachen essen. Und wenn er dann mal Freizeit hat, dann mag Anton keine Unordnung machen, denn dann würde seine Mama mit ihm böse sein. Der Papa lebt irgendwo in der Ferne und kommuniziert mit Anton nur über den Computer. In dem Haushalt der Müllerstetts gibt es auch noch eine Haushälterin, die dafür sorgt, dass Anton was ordentliches zu Essen bekommt.

Anton ist ein braver Junge, der alles macht, wie man es ihm sagt. Als er eines Nachmittages mit all seinen Aufgaben fertig ist, kann er sich nicht dazu durchringen den Legokasten, den er schon Weihnachten geschenkt bekommen hat, aufzubauen. Er würde nicht fertig werden bis die Mutter zurück ist. Dann würde sie böse, weil er so eine Unordnung gemacht hätte. So schleicht der Junge durch den Flur und entdeckt eine Tür, die er da vorher noch nie gesehen hat. Hinter der Tür führt eine Treppe auf den Dachboden. Geheimnisvoll schaut es hier aus. Er findet eine Kiste in der seltsame Dinge verstaut waren, die wie Messgeräte aussahen. Auch ein Fernrohr war dabei und ganz unten in der Kiste fand er ein Ölgemälde mit einem Segelschiff darauf.
Anton zwischen Himmel und Erde
Das Bild wollte er unbedingt über seinem Bett aufgehangen haben. Die Mutter war nicht so begeistert. Doch dieses mal setzte sich Anton durch. In der Nacht, die Mutter hatte einen wichtigen Termin, verlor sich der Junge in dem Anblick des Bildes und träumte sich auf das Schiff. In seinem Traum traf er die 300 Millionen Jahre alte Kakerlake Cassidor und die Windsbraut Waltraud, die auf der Jagd nach fast vergessenen Fragen auf dem Wolkenmeer unterwegs waren.

Als ich das Buch das erste Mal aufschlug, sprangen mir gleich die abstrakten Bilder ins Auge. Bilder die die Fantasie anstupsen. Viel Farbe aber auch klare Linien, wenn es um die gezeigten Figuren geht. Zwischen den Texten sind immer wieder Geräusche in geletterten Buchstaben, dick, fett und überdeutlich zu sehen. So klackert die Mutter, in ihren hochhackigen Schuhen, durch das Zimmer oder gibt ihrem Sohn Muah, muah, einen Kuss. Das kommt sehr eindringlich rüber und gefällt mir.

Und die Geschichte selber regt an, mit der Fantasie zu spielen. Und auch Fragen zu stellen. Anton muss nämlich eine Frage stellen, die dann ergründet und die Antwort in ein Buch gebunden wird. So trifft Anton auf Sokrates und Xanthippe, erlebt Abenteuer und findet besondere Freunde. Mir hat es sehr gefallen mit Anton die Abenteuer zwischen Himmel und Erde zu erleben.

Das Buch gibt es auch als Hörspiel. Vorgelesen, hat die Geschichte bestimmt noch einmal einen besonderen Reiz. Kinder mögen Hörspiele oder wenn die Eltern mit ihnen gemeinsam Bücher lesen. Ein Buch das ich gerne zu meinen Bücher für den Januar stelle.
Ein Kinderbuch von Nici Mommsen
mit Bildern von BooBoo Tannenbaum
Frizzschmizzz Verlag
192 Seiten
Paperback
ISBN: 9783982237107
Hörspiel
MP3 download
von Andrea Karminrot | Mai 15, 2020 | Fantasie, Jugendbuch |
Land of Stories: Das magische Land 3 – Eine düstere Warnung
Das etwas andere Märchenbuch
Ich liebe eigentlich Märchenbücher und tauche gerne in die Fantasiewelt ab. Und genau das, habe ich mir bei diesem Märchen erhofft. Aber so richtig in Begeisterungsstürme bin ich nicht ausgebrochen. Vielleicht lag es auch daran, dass das schon das dritte Buch aus der Serie ist und ich die ersten Beiden nicht kenne.

Alex und Conner sind Zwillinge. Scheinbar haben sie magische Fähigkeiten, denn Alex (da fehlen mir die vorangegangenen Bücher!) lebt bei ihrer Großmutter im Feenreich. Dort soll sie demnächst in einer großen Feier in den Feenrat aufgenommen werden. Conner lebt bei seiner Mutter, die einen „neuen“ Mann hat. Conner geht in eine normale Schule in Amerika und darf zu einer Zeitkapselöffnung der Gebrüder Grimm, mit einer Gruppe aus seiner Schulklasse, nach Berlin reisen. Drei unveröffentlichte Märchen der Gebrüder werden dort auf dem Friedhof in Berlin Schöneberg vorgelesen. Das dritte Märchen ist eine Warnung, eine Prophezeiung, die nur Conner zu verstehen vermag. Die Warnung spricht davon, dass das Feenreich von einem mächtigen Mann angegriffen würde, um die Macht an sich zu reißen.
Während Alex in ihrem Feenreich mit der ersten Liebe und der sarkastischen Königin Rotkäppchen zu kämpfen hat, versucht Conner seine Schwester über eine Spiegelscherbe zu kontaktieren, um sie zu warnen.
Was ich gelesen habe
Wie gesagt, mir fehlen die vorangegangen Bücher. Die Figuren stolzierten vor meinem inneren Auge herum und ich bekam keinen Bezug zu ihnen. Die Märchenfiguren zeigten sich von einer neuen und interessanten Seite. Sie sind nicht immer die Lieben und Netten, die man aus dem Märchen kennt. Eine hübsche Variante, sie bringt auch ziemlich viel Potential mit. Die Klassenkameraden von Conner sind ebenfalls ziemlich anstrengend beschrieben. Sie schikanieren den merkwürdigen Märchenaffienen Jungen, versuchen immer wieder heraus zu bekommen, wo seine Schwester abgeblieben ist. Denn das ist ein Geheimnis.
So richtig Spaß hat mir dieses Buch nicht gemacht. Vielleicht hätte ich besser mit dem ersten Buch anfangen sollen. Aber auch die sehr einfache Art des Autors zu schreiben, machte mir keinen Spaß. Ich empfand die Sätze zu flach und auch die gesamte Geschichte las sich oberflächlich. Schade eigentlich. Mit etwas mehr Tiefe, wäre es eine prima Story. Allerdings sind diese Bücher auch für junge Menschen ab 10 Jahren geschrieben.
Autor Chris Colfer
Übersetzerin Fabienne Pfeiffer
aus dem Fischerverlag
544 Seiten
ISBN: 978-3-7373-5720-3
Wie gesagt ich mag gerne Bücher aus der Märchen- und Fantasiewelt lesen. Da gefiel mir dieses Buch besser! Verlinkt mit den Monatsbüchern im Mai.
von Andrea Karminrot | Nov. 5, 2019 | Fantasie, Kinderbuch |
Nebelfee und das verwünschte Einhorn

Wer wünscht sich nicht gern etwas? Vor allem, wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen. Frida und Charlie, zwei mutige kleine Mädchen gehören auch zu den Wünschern. Als sie mit ihren Eltern, nachts auf einem Feld die Sternschnuppen betrachten, wollen sie sich auch etwas wünschen. Aber auf die Schnelle, fällt ihnen nichts ein. Erst als sie später im Bett liegen, kichern sie vor sich hin und wünschen sich ein Einhorn. Aber nicht einfach irgendeines. Vor lauter Albernheiten wird es ein besonderes Einhorn, ein pupsendes, stinkendes, ungeschicktes und winziges Einhorn.

Aber so einfach ist das nicht, mit dem Wünsche-erfüllen. Der Wunsch dauert etwas, aber dann, mitten in der Nacht, taucht das stinkepupsige Einhorn auf. Haben die Mädchen sich verwünscht? Und nicht nur das. Eine Schildkröte und ein Weltenwurm, verhelfen den Mädchen zum Eintritt in eine Fantasiewelt. Sie erleben Abenteuer, treffen Fantasietiere, finden die Nebelfee, einen sprechenden reimenden Fuchs und überwinden ihre Ängste. Am Ende, wird, wie sollte es anders sein, alles wieder gut, und die Kinder finden in ihr zu Hause zurück.

Schmunzelig
Dennis Zemella hat einen schönen fantasiereichen Kinderroman geschrieben. Es finden sich auch immer wieder schöne (handgemalte !) Schwarz- Weiße- Bilder auf den Seiten, die dem Leser ein wenig, mit seiner eigenen Fantasie, auf die Sprünge helfen. Wie könnte man sich sonst einen Weltenwurm vorstellen. Oder, wie schön die Nebelfee sein könnte. Auch wenn die Abenteurerinnen Mädchen sind, können sich kleine Kerle mit den Abenteuern identifizieren.
Ich fand die Geschichte recht unterhaltsam und musste ein ums andere Mal schmunzeln. Dennis Zamella kommt nicht an einen Tolkien heran, aber seine Ideen um die Nebelfee und das pupsende, stinkige Winzlingeinhorn, haben mir gefallen. Für kleine Leute ab sieben ist das bestimmt eine schöne Abenteuer-Fantasie-Geschichte. Und wer zu faul zum lesen ist, der kann sich diese Geschichte sicherlich auch gut vorlesen lassen damit das stinkepupsige Einhörnchen, in den Kinder-Träumen herum springt. Auch die Vorleser werden ihren Spaß haben.
Ein Fantasieroman für junge Leser ab 7 von Dennis Zemella
268 Seiten
Erschienen bei Gekaterter Stiefel – Dennis Zemella,
ISBN 9783982098708
Es ist ja bald Weihnachten, da kann man ja schon mal über ein schönes Buch zum Vorlesen oder selber lesen nachdenken. 😉