Mr. Skelly, Warum ich das leben liebe

Mr. Skelly … Ach je, das ist ein Skelett. Ohne Unterkiefer! Aber das ist auch nicht nötig. Denn Mr. Skelly ist wirklich cool. Und er weiß, wie man das Leben lieben kann, und zeigt dem Leser gerne, wie er es nachahmen könnte.

Mr. Skelly, Warum ich das Leben liebe

Der Autor Christian Watson, hatte als Achtjähriger eine unheimliche Begegnung mit dem Tod. In seinem Albtraum wurde er von einem Skelett gejagt und war, nachdem er wieder wach war, gleichzeitig erschreckt wie fasziniert vom Tod. Er machte sich  in seinem Dasein viele Gedanken um den Tod. Als er für seine Kinder ein Skelett gezeichnet hatte, um ihnen etwas über den Tod zu erzählen, wurde daraus nach und nach Mr. Skelly, das liebenswerte Skelett. Er legte das gezeichnete Skelett auf eine Blumenwiese und gab dem Ganzen die Überschrift »Das Leben ist zu kurz, um nicht im Einklang zu sein«. Er stellte dieses Bild online und war ganz erstaunt, wie viele Menschen weltweit Trost in dieser Zeichnung fanden. In den sozialen Medien (hier Instagram) bekam Mr. Skelly so viel Zuspruch, dass Watson dem Skelett noch mehr Leben einhauchte.

Das Leben lieben

Ich habe dieses Buch aufgeschlagen und wusste erst einmal gar nicht, wer dieses Skelett eigentlich sein soll. Am Anfang erklärt der Autor, wie er zu seinem Gedanken kam und wie dieses Buch wohl entstanden ist. Ich habe mich sofort in diese Bilder, diese Seiten und das Skelett „verliebt“. Die Sätze sind eigentlich sehr kurz und man blickt auf Seiten, die den Leser einen Augenblick träumen lassen. Durchatmen, bitte! Zwischen den Bildseiten dann ein etwas längerer Text, der den Impuls zu den folgenden Bildern gibt: „Was für ein Glück, diese wichtigen Tage zu erleben“, oder „Die Dinge ändern sich nicht über Nacht“.
Ich selbst habe gerade eine kleine Lebenskrise und habe mich in den Bildern und den kurzen Sätzen ein wenig aufrichten können. Die Bilder, die Texte und Sprüche bewegen die Seele. Ich habe es gerade jetzt gerne angenommen, dieses Buch zu lesen, zu schauen.

Wer jemanden hat, der mal über sein Leben nachdenken, der vielleicht sein Leben mit etwas „Neuem“ bereichern möchte, findet auf diesen Seiten eine winzige, witzige und mutmachende Inspiration. Das Buch ist wunderschön illustriert und wirkt sehr motivierend. Ich habe diese Seiten immer wieder angeschaut. Ich nahm dieses Buch in den letzten Tagen oft zur Hand, um darin zu blättern. Die „Lebensweisheiten“ mochte ich gerne annehmen und ließ meiner Seele ein bisschen Freiraum. Ich kann es nur empfehlen, es wenigstens einmal anzuschauen. Von uns bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭🐭 für die Weisheiten und die schöne Illustration.

 

Mr. Skelly,
Warum ich das Leben liebe

Geschrieben und gemalt von Christian Watson
aus dem Englischen von Angelika Hansen übersetzt
128 Seiten Hardcover
Originaltitel How lucky am I?
ISBN 978-3-424-63315-3
Kailash Verlag

Der Betrachter

In »Der Betrachter« findet man einen Roman über die Freundschaft, die Liebe, das Leben, den Neid, über Verrat und Verleugnung. Es geht um 6 Freunde die sich in Kindertagen zusammenfinden. Über eine Freundschaft die unverwüstlich erscheint, die aber wie sollte es anders sein, ihre Risse und Macken hat. Sechs Freunde und das Leben.

Der Betrachter

Hermann Loch kommt 1906 in den Niederlanden, in der Stadt Haarlem zur Welt. Sein Vater ist allerdings nicht zugegen, denn der ist Soldat in Österreich. Als Hermann zehn Jahre alt ist, kommt seine Mutter zu Tode und der Junge wird zu der Tante, der Schwester seines Vaters nach Wien gebracht. Der Junge muss erst einmal das Deutsche lernen und die Tante ist nicht die beste Lehrerin. Als sie selber zur Kur nach Baden fährt, überredet der Hauslehrer sie, Hermann mitzunehmen und in der Sommerschule anzumelden die neben dem Kurhaus jungen Menschen das Musizieren beibringen soll. Dort trifft der Junge das erste Mal auf seine zukünftigen besten Freunde. Béla den jungen Aristokraten aus Ungarn. Franzi, die Tochter eines Sozialisten, Bertl, dem Sohn eines Kartonagenfabrikanten aus Wien, Max, dem jüdischen Sohn seines Hauslehrers und Lotte. Ein bunter Haufen, der keine Vorurteile kennt.

Sie treffen sich immer wieder und später als junge Erwachsene in Wien. Sie verbringen viel Zeit miteinander und so langsam verweben sich ihre Geschichten. Hermann ist das Bindemittel, die Kittmasse, der stille Betrachter. Schon als Junge konnte Hermann wunderbar zeichnen und malen. Er kann studieren und wird zum Dozenten an der Kunstakademie, unterrichtet die jungen Restauratoren. Das Leben um ihn herum bekommt er ein bisschen vernebelt mit, sieht die Zusammenhänge immer nur dann, wenn es schon zu spät ist. So bemerkt er nicht, dass seine Freunde unter dem neuen NS-Regime genauso wie sein weiteres Umfeld immer mehr zerbricht. Hermann erzählt von seinem Leben in Wien und wie er mit den Freunden immer wieder in die Berge fährt, ist verwirrt, wenn sich wieder eine neue Situation auftut und ist der Freund, den man sich wünscht, wenn die Welt untergeht.

Unterhaltsam geschrieben

Der Roman »Der Betrachter« ist wirklich gut geschrieben. Hermann als Erzähler, als Freund und Betrachter. Er liebt seine Freunde, egal was sie machen und welchen Neigungen, Ideologien oder Konfessionen sie nachgehen. Er ist wie gesagt das Bindeglied. Manchmal dachte ich zwischenzeitlich, dass er ein großes Stück Naivität abgebissen hat. Er sprudelt über vor Liebe zu seinen Freunden und verzeiht viel. Aber am Ende … Tja, das werde ich jetzt nicht erzählen. Ich war jedenfalls begeistert von diesem Buch und von der Erzählweise. Der Roman ist sehr leicht zu lesen, neben der Unterhaltung zeigt ein Finger immer wieder auf die Zustände, den Wandel der Zeit, die Entwicklung zum dritten Reich. Vielleicht war es so, dass die Menschen dachten, dass es was Gutes hat, vielleicht hofften sie auf besserer Zeiten, Wirtschaftswachstum oder was auch immer und sie machten die Augen zu. Mich hat der Roman und seine Figuren jedenfalls auf der ganzen Linie abgeholt.

Rubi und ich geben dem Roman, Der Betrachter, gerne 🐭🐭🐭🐭🐭 ein absolut lesenswerter Roman. Spannend, wunderschöne Bilder im Kopf und gleichzeitig sehr kurzweilig.

 

 

Der Betrachter

ein Roman von Judith Fanto
aus dem niederländischen
übersetzt von Christiane Burkhardt
432 Seiten
ISBN: 978-3-0369-9549-6

Grenzgang – Die Belagerung von Neuss

Grenzgang – Die Belagerung von Neuss ist eine Kurznovelle von Nina Casement. Es geht dabei um die Belagerung von Neuss im Jahre 1474 -1475 aus der Sicht eines 11-jährigen Mädchens namens Luitgard.

Grenzgang

Die Autorin hatte mich gefragt, ob ich ihre Kurznovelle lesen mag, sonst wäre ich nie über dieses kleine E-Book gefallen. Das Titelbild hätte mich wahrscheinlich auch nicht eingefangen, dabei passt es hervorragend zu der kurzen Geschichte.
Der Leser begleitet die Elfjährige ein Jahr lang. Luitgard und ihre Mutter, den Vater gibt es nicht mehr, kommen nach Neuss und mieten sich dort in ein winziges Häuschen in der Stadt an der Stadtmauer ein. Nicht lange, nachdem die beiden sich eingelebt haben, zieht der Herzog von Burgund, Karl dem Kühnen, vor die gut befestigte Stadt Neuss und beginnt eine Belagerung. Das Mädchen berichtet davon wie sie mit ihren Freundinnen erst noch recht sicher auf den Straßen spielt. Immer schwieriger wird das Leben, denn die Lebensvorräte werden knapp und die damals stärkste Armee bleibt hartnäckig vor den Toren in Stellung. Kanonenkugeln fliegen, Gräben werden zugeschüttet und wieder geflutet. Kurz gesagt, das war ein Gemetzel und die Bewohner der Stadt, die eigentlich gar nichts mit den Querelen der Oberen zu tun hatten, waren mal wieder die Verlierer.

Spannend und mitreißend

Das kleine Büchlein, dass die Autorin im Mai 2026 via tolino media veröffentlicht (Werbelink) hat, ist wirklich sehr spannend. Ich habe die knapp 40 Seiten schnell gelesen und habe mit der kleinen Luitgard mitgefiebert und gelitten. Die Autorin hat die Zustände damals wohl gut recherchiert. Ich habe schon mehrmals Bücher aus dieser Zeit gelesen und immer ging es dabei um die Männer und Frauen in den Burgen und auf den Chefsesseln dieser Zeit. Niemals habe ich mir Gedanken um die Menschen in der Stadt gemacht. Welche Verluste sie hinnehmen mussten, welchen Hunger sie aushielten und wie viel Zusammenhalt es dabei gab und wie viel Zerstörung schon damals durch einen unnützen Krieg entstand.
Ich hätte mich sehr gefreut, wenn die Geschichte weitergegangen wäre. Denn nachdem die Stadt befreit war, endete das Büchlein. Nina Casement hat eine wirklich mitreißende und spannende Art zu schreiben. Ich würde mich über mehr freuen!

Von uns bekommt die Kurznovelle 🐭🐭🐭🐭 Ein spannendes kleines Buch, dass man mal schnell gelesen hat und Hunger auf mehr macht.

Grenzgang – Die Belagerung von Neuss

von Nina Casement
eBook
ISBN:B0H36FCGYV
39 Seiten
Verlag:via tolino media

Die unbekannte Sally Hemings

Wer war diese unbekannte Sally Hemings? Eine wunderschöne Frau, die 1773 als Tochter eines Weißen und einer Sklavin in Virginia auf die Welt kam. Sie hatte eine fast helle Hautfarbe und wurde die Geliebte des Präsidenten Thomas Jefferson. 

Und Gott wusste, wie viel Sklaverei in der Liebe lag… Seite 70

Die unbekannte Sally Hemings

Viele Geschichten der obersten Persönlichkeiten werden lange unter Verschluss gehalten. so auch diese Geschichte von der fast weißen Sklavin Sally Hemings, die eine tiefe Liebe zu ihrem Herren Thomas Jefferson gehegt haben muss. Denn sie verließ Virginia nicht, obwohl ihr damaliger Herr verstorben und sie somit die Freiheit erlangt hatte. Sie blieb und wer ein Jahr in Virginia bleibt, der ist wieder Sklave. Sie wollte das Land, in dem sie groß geworden ist, wo ihr Geliebter begraben liegt, nicht verlassen. Hier wo sie all ihr Leben verbracht hat, ihre Kinder zur Welt kamen und sie in einem großen Anwesen fast was zu sagen hatte, konnte und wollte sie nicht gegen die Freiheit eintauschen.

Eigenwillig und stolz

In diesem Roman wird von der eigenwilligen und stolzen Frau erzählt, die an der Seite von Thomas Jefferson gelebt hat, ohne das es an die Öffentlichkeit kam. Dabei hatte Sally schon als Jugendliche die Möglichkeit in Paris ihr Sklavendasein zu beenden. Als jugendliche kam sie mit der Tochter von Jefferson zusammen nach Paris. Sally bekam Französisch unterrichtet, sie trug schöne Kleidung und ihr Bruder, der als „Butler“ den Präsidenten begleitet hat, ging in eine Kochlehre, die ihm in Frankreich alle Türen geöffnet hätte. Aber die beiden fuhren nach mehr als einem Jahr mit der Familie Jefferson wieder nach Amerika zurück in die Sklaverei. Dort blieben sie bis an ihr Lebensende. Sally gebar Thomas Jefferson sechs Kinder …

In dem Roman wird die Geschichte (nicht dauerhaft) von einem jungen Mann erzählt, der die schöne Sklavin in ihrer Kate auf dem Anwesen Monticello in Virginia besucht. Auch er erliegt dem Charme der selbstsicheren und wenn auch alten Frau. Er besucht sie immer öfter und kommt selber in Verruf, was ihn aber nicht stört.

Verbotene Liebe

Für mich sind solche Bücher immer wieder spannend. 200 Jahre wurden die Beweise unter Verschluss gehalten. Keiner sprach darüber, was sich auf dem Anwesen Monticello in Virginia abgespielt hatte. Nun hat Barbara Chase-Riboud aus den Fakten einen Roman gemacht der mitreißen sollte, der die Geschichte neu schreiben könnte. Aber mir hat es nicht immer gefallen diese Geschichte zu lesen. Zeitweise war es mir ein bisschen zu langatmig, zu verwirrend und ich konnte die Reaktionen Sallys nicht nachvollziehen (das hat allerdings das Leben geschrieben und ist nicht der Schriftstellerin anzukreiden). 
Dass die Geschichte immer wieder von dem jungen Mann Langdon erzählt wird, lockert es ein bisschen auf. Aus seiner Sicht erzählt er von Sally, die ihn maßlos fasziniert hat. Sie ist einfach sehr eloquent, kann sich ausdrücken und umschmeichelt ihr Gegenüber. Die Geschichte hat das Leben geschrieben, die Autorin B. Chase-Riboud hat sie in ein Buch gebannt. Wenig weiß man von Sally Hemings. Sally, wie auch Thomas Jefferson haben ihre komplette Korrespondenz dem Feuer übergeben, sie vernichtet, weshalb man sich bestimmt auch einiges zusammenreimen musste. 

Ich konnte nur immer wieder den Kopf schütteln. Kann Liebe wirklich so blind machen? War das Abhängigkeit, Erpressung? Und natürlich auch Sklaverei! Sally hätte ein anderes Leben führen können, hat sie aber nicht. Der Roman selber hat mich jetzt nicht überzeugt. Ich fand es manches Mal zu träge, langatmig. Im nächsten Kapitel ging es dann plötzlich wieder etwas schneller voran und war unterhaltsam. Schwierig zu sagen, was mich bei der Stange gehalten hat. Von uns bekommt der Roman 🐭🐭🐭. 

 

Die unbekannte Sally Hemings

ein Roman von Barbara Chase-Riboud
aus dem Diogenes Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Werner Peterlich
624 Seiten
ISBN 978-3-257-07371-3

All die Farben, all das Licht

All die Farben, all das Licht ist der Debütroman von Cora Wucherer, in dem es um eine junge Frau Juna geht, die ihr Augenlicht verlieren wird und deren Schwester Martha, die schon seit ihrer Geburt in dem Schatten ihrer großen Schwester stand. Ein sehr gutes Buch, das unterhält und Mut macht, dass die Seele erreicht und dabei nicht schmalzig wirkt.

All die Farben, all das Licht

Juna hat eine seltene Erkrankung, verliert langsam ihr Augenlicht. Das Usher-Syndrom. Die Siebzehnjährige kann mit dieser Diagnose aber nicht umgehen. Sie will doch Malerin werden. Sie ist so begabt und hat ein großes Talent. Juna will Kunst studieren. Und dann macht ihr diese Krankheit einen solchen Strich durch die Rechnung. Sie kommt auch so schon mit ihrer Umwelt nicht so klar. Sie ist sehr penibel, möchte möglichst alles sehr sauber haben, mit Nähe hat sie es auch nicht so sehr. Aber leider muss sie sich mit ihrer dreizehnjährigen Schwester Martha ein Zimmer teilen. In einer kleinen Wohnung, zusammen mit dem Vater, der als Krankpfleger und Alleinerziehender nicht allzu viel Zeit für seine hübschen Mädchen hat.

Juna ist wütend. Auf die Welt, die Krankheit, einfach auf alles. Sie motzt mit ihrer kleinen wilden Schwester herum. Dabei ist Martha ein richtig wissbegieriges Mädchen. Martha will endlich erwachsen sein, Geld verdienen und ans Meer oder die Welt erkunden. Sie hat keine Berührungsängste wie ihre große Schwester. Sie schnappt sich den Ausweis von Juna und nimmt einen Job im Kino an. Dort trifft sie auf ein Mädchen, das ihr die Luft zum Atmen nimmt. Ist das Liebe?

Juna sieht immer weniger. Dabei würde sie noch einmal ein bestimmtes Bild von Lotte Laserstein in Malmö sehen. Aber ihren Vater kann sie nicht fragen, der hat ohnehin schon zu viel zu tun und kein Geld. Da kommt Martha und erklärt ihrer Schwester, dass sie zusammen nach Malmö fahren werden. Ein großes Abenteuer und endlich kommen die Schwestern zusammen, halten sich gegenseitig und stärken sich den Rücken.

Zusammen sind wir stark

Ich mochte das Buch von Cora Wucherer sehr. Sie schreibt sehr schnell, so wie die Jugend eben denkt, Sie schreibt sehr wütend, wie bei Juna ihre Gefühle heraussprudeln würden. Die Autorin trifft mit jedem Satz und ich fand keinen davon zu viel. Abwechselnd begleitet der Leser Juna und Martha, liest ihre Emotionen, versteht ihr Handeln und leidet oder tanzt mit der jeweiligen Figur. Ich mochte es sehr in die beiden Köpfe zu lesen und mochte beide Mädchen. Die eine, die immer wie ein Schatten neben ihrer Schwester herlief und die andere wütende und begabte, die mit einem Schicksal kämpfen muss, dass sie nicht besiegen kann. Cora Wucherer hat die beiden Figuren sehr lebendig gemacht. Ich habe mit ihnen gelitten und getobt, geliebt und gehasst. Und ich habe die Bilder im Kopf genossen.

Wie kann meine ganze Welt zusammenbrechen und niemand sieht es? 

Seite 57

Von uns bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭🐭 Ein spannendes und nachdenkliches Buch.

 

All die Farben, all das Licht

von Cora Wucherer
aus dem Klett-Cotta Verlag
320 Seiten
ISBN: 978-3-608-96704-3

Verlorene Schäfchen, das Hörbuch

In der Selbsthilfegruppe „Verlorene Schäfchen“ findet Vater Bud Flynn endlich eine Unterstützung, mit der er so gar nicht gerechnet hatte. Bud wurde von seinem Chef dazu verdonnert sich in der Selbsthilfegruppe vorzustellen und ein paar Stunden über sein Leben zu reden. Vielleicht sogar ein wenig entspannter zu werden. Und das braucht Bud auch, denn in seiner Familie geht es wirklich drunter und drüber. Bud ist schon ewig mit seiner Frau Catherine zusammen. Catherine aber steckt in einer eigenen Krise, sie will endlich etwas aus sich machen und Bud fühlt sich für sie wie ein Klotz am Bein an. Sie möchte ihre Ehe öffnen, Abenteuer und andere Männer …

Verlorene Schäfchen

Ob das ihre Mädchen so toll finden? Drei Töchter wohnen in dem Hause Flynn. Eine seltsamer als die andere. Die Älteste, Abigail ist wohl die hübscheste und hat sich einen Freund namens Kriegsverbrecher-Wes angelacht. Dieser trägt die noch nicht Volljährige auf den Händen, ist dabei aber sehr verschwiegen und zurückhaltend. Die mittlere Tochter Louise ist die unscheinbarste der Drei. Sie steht immer im Schatten und keiner mag sie sehen. So denkt sie es sich zumindest. Louise hat eine Fernbeziehung via Internet mit einem jungen Mann, der sie dazu bringt Bomben zu bauen. Nicht gerade das, was man in einer amerikanischen Kleinstadt als ein tolles Hobby bezeichnen mag. Und dann gibt es da noch Harper. Sie ist die Intelligenteste. Sie lernt innerhalb kürzester Zeit Sprachen, nur weil ihr langweilig ist und sie zeigt ihrem Vater, dass bei seinem Arbeitgeber etwas nicht stimmt, was dieser erst nicht verstehen möchte, sich dann aber zu einem Krimi entwickelt.

Das Hörbuch

Ich habe das Buch von Madeline Cash als Hörbuch gehört und musste sehr oft wirklich lachen. Die Situationen waren wirklich ein ums andere Mal sehr komisch. Die Figuren haben alle einen wunderbaren Charakter. Dazu kommt noch die Sprecherin Britta Steffenhagen, die eine recht markante Stimme hat, dem ganzen noch eine eigene Portion Humor hinzufügt und wirklich gut vorliest. Ich habe die ganze Zeit gegrübelt, woher ich ihre Stimme kenne und fand dann heraus, dass sie auch schon für meinen Lieblingsradiosender moderiert hatte. Ich hatte so viel Spaß daran das Buch zu hören. Diese Familie ist aber auch zu skurril, verrückt und doch liebenswert. Ob es eine solche Familie wirklich gibt? Kaum zu glauben. Auch der Millionär, bei dem am Ende alle Fäden zusammenlaufen ist ein schräger Vogel. Dem will man im Leben nicht begegnen.

Alles in allem ein absolutes Hörhighlight. Es hat riesigen Spaß gemacht und das Hören wurde niemals langweilig. Vielleicht in der einen oder anderen Situation etwas überzogen, aber immer komisch-spannend.

 

Verlorene Schäfchen (Hörbuch)

ein Roman von Madeline Cash
10 H 4 MIN
Ungekürzte Lesung von Britta Steffenhagen
ISBN 978-3-7424-4036-5
übersetzt von Sophie Zeitz
Jana Ronte führte Regie
aus dem Der Audio Verlag GmbH