Sörensen geht aufs Haus

Sörensen geht aufs Haus ist nun schon das sechste Buch, welches der Autor Sven Stricker selber eingelesen hat. Sörensen bekommt von seiner besten Kollegin die Kündigungspapiere und ist völlig aus dem Häuschen. So geht das nicht, sie kann doch nicht einfach kündigen. Ausgerechnet sie, die ihm doch so viel bedeutet! Und dann kommt auch noch ein Anruf rein: während eines Nachbarschaftsstreits sind Leichenknochen durch die Gegend geflogen! Verdammt schon wieder ein Mord in dem beschaulichen Katenbül! Seitdem Sörensen in dem beschaulichen Örtchen in Friesland den Posten übernommen hat, gibt es immer wieder Mordfälle.

Sörensen geht aufs Haus

Ich bin inzwischen ein absoluter Fan von dem Kommissar. Ich mag seine norddeutsche Art und ich liebe es, wie der Autor seinen Text so wunderbar vorliest. Die typischen norddeutschen Tonlagen sind perfekt. Auch weiß natürlich Sven Stricker am besten, wie sich der Kommissar oder die anderen Figuren sich benehmen, ob einer wieder mal genervt ist oder überfordert. Klar, er hat ja diesen Darstellern Leben eingeschrieben. Wenn Sörensen mal wieder herumdruckst und eigentlich nicht weiß wie die Worte aus ihm kommen sollen oder wenn er neben dem Nachbarn auf dem Dach sitzt und Sörensen wieder einen Angstanfall bekommt.

Dann kommen auch noch die komischen Momente dazu. Sörensen versucht einen Menschen für sein Leben zu finden und trifft sich mit einer Frau in dem einzigen möglichen Lokal am Platz. Ich hätte Tränen lachen können, als ich diese Geschichte auf den Ohren hatte. Und obwohl es recht traurig ist, dass Sörensen Papa sterbenskrank ist und derzeit bei seinem Sohn in dem Haus am Deich wohnt, entstehen da auch wieder Situationen die Urkomisch sind.

Sörensen geht aufs Haus ist aber auch ein Krimi, der im Laufe der Geschichte natürlich auch wieder gelöst wird. Auch spannend und unterhaltsam. Dabei trifft Sörensen, dessen Vornamen wir immer noch nicht kennen, auf einen alten Freund Schiefel. Früher war er der beste Kumpel aber die beiden haben sich auseinandergelebt. Dabei lebt Schiefel mit seiner Familie ebenfalls in Katenbül und ist der Nachbar, dem die Knochen in den Garten geflogen sind.

Ein Krimihörbuch

Ich habe nun schon das sechste Hörbuch von und mit Sven Stricker gehört. Ich liebe einfach seine Art die Bücher selber einzusprechen. Jedes Mal bin ich traurig, wenn ein Fall gelöst wurde und erwarte dann den nächsten Teil. Bei diesem Teil hätte ich am Ende fast Beifall geklatscht, weil es endlich dazu kam, dass Sörensen über sich hinausgewachsen ist. Aber was das war, das werde ich hier bestimmt nicht laut machen, das kannst du dir alleine anhören oder lesen. Von mir bekommt das Buch 🐭🐭🐭🐭

Sörensen geht aufs Haus

gelesen und geschrieben von Sven Stricker
ungekürzte Lesung
aus dem Audio-to-go Verlag
Spieldauer 14 Stunden und 42 Minuten
EAN 9783692070216

Monkey

Monkey, ist ein Thriller, der den Leser ganz schön in Atem hält. Lass uns mal spekulieren: Stell dir vor, Marilyn Monroe und John F. Kennedy wären damals nicht gestorben! Stell dir vor, sie hätten ihren Tod nur inszeniert, um unterzutauchen und ein neues Leben zu Leben, ohne den ganzen Medienrummel.

Monkey

So viele Geschichten, Mythen und Erzählungen ranken sich um die Monroe. Warum hat sie den Freitod gewählt? Hat sie wirklich Tabletten geschluckt. Oder wohnt sie inzwischen zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten in der Tudor Villa neben dem Schriftsteller Milton Grower? Und da sind wir auch schon bei dem Hauptcharakter in dem Buch Monkey. Milton Grower hat eine Schreibblockade, dümpelt ein bisschen in Flagstaff/Arizona herum. Er unterrichtet an der UNI ein bisschen Englisch und hat immer wieder kleine Affären mit knackigen und viel zu jungen Studentinnen. Aber was ihn wirklich interessiert sind seine Nachbarn. Carl und Melody. Der Autor glaubt, dass die beiden Marilyn und JFK sind! Er macht sich so seine Gedanken und beginnt einen neuen Roman zu schreiben.

Hektisch, Abenteuer und Komik

Wenn ich so darüber nachdenke, dann kann ich diesen Roman nicht wirklich einordnen. Der Erzähler, in diesem Fall der fiktive Autor Milton Grower, hat sich in seinen Gedanken, das seine Nachbarn JFK und MM sind verbissen. Er steigt in Häuser ein und räubert Gräber aus. Gleichzeitig macht er immer wieder Andeutungen über die vollbusigen Studentinnen, während er den smarten Detektiven/Autor heraushängen lässt. Ich kann nicht sagen, dass dieser Krimi mir gefallen hat, mir hat das Thema zugesagt. Die Suche nach der Wahrheit. Ob der ehemalige Präsident Kennedy wirklich erschossen wurde und wie absurd die Aussagen der damaligen Zeugen und Ärzte waren, hat ja schon so manchen zweifeln lassen. Wie Marilyn gestorben ist, ob sie wirklich eine Überdosis ihrer Tabletten genommen hat, obwohl sie nicht mal ein Glas Wasser auf ihrem Nachttisch stehen hatte.

All das erwähnt der Autor und Icherzähler ebenso wie er immer wieder eine lange Aufzählung von Orten, Musiktiteln und Bücher macht. Ich war zwischenzeitlich so weit das Buch zuzuklappen und es zu beenden und dann geschah doch wieder etwas das mich bei der Stange hielt. Der Icherzähler gehört jedenfalls nicht zu meinen Lieblingsfiguren in diesem Buch. Ich empfand ihn als ziemlich arrogant und überheblich. Wie gesagt, die Story an sich, der Gedanke das die beiden „Stars“ noch am Leben und ganz friedlich untergetaucht sein könnten, ist spannend. Wiedereinmal musste ich mich mit der Biografie M. Monroes beschäftigen und wieder warfen die Daten und Aussagen Fragen auf.
Aber zurück zu dem Roman Monkey. Wer es mag, dass eine Geschichte ziemlich veralbert vorgetragen wird, ist mit diesem Roman sicherlich auf der sicheren Seite. Die Sätze kommen abgehackt rüber. Man fühlt sich fast wie in einem krassen Kino-Thriller. Für einen verregneten Tag das passende Buch um der Langeweile etwas entgegenzuhalten. Was mir allerdings echt gut gefallen hat, waren die Bezüge zu den echten Promis und Begebenheiten. Welche das sind, kann man auf den letzten Seiten des Romans nachlesen. Wie gerne würde ich genau darüber noch mehr lesen!

Ich gebe dem Roman 🐭🐭🐭 Rubi dagegen war hin und weg ob des rasanten Plots und vergibt 🐭🐭🐭🐭 Mäuse.

 

Monkey

geschrieben von Jens Feuerriegel
aus dem Golkonda Verlag
ISBN 978-3-96509-081-1
240 Seiten

Die Frauen des Hauses Wu

Der Klassiker „Die Frauen des Hauses Wu“ ein Roman, wurde schon vor langer Zeit (1949) von Pearl S. Buck geschrieben.
Die Autorin Pearl S. Buck wurde in Amerika geboren. Dazu reisten Bucks amerikanische Eltern aus China zur Geburt ihrer Tochter nach West Virginia und schon im Herbst wieder zurück in das Kaiserreich China. Das Mädchen wuchs in China und Amerika auf, pendelte später immer wieder zwischen den Kontinenten hin und her. Sie hatte somit ihr Leben lang eine besondere Beziehung zu China und ihren Bewohnern. 1932 erhielt sie den Pulitzer-Preis für den Roman The Good Earth (Die gute Erde). Sie schreibt noch viele weitere Romane, Sachbücher, Biografien, erhielt 1938 einen Nobelpreis und noch verschiedene andere Preise. 1946 schrieb sie Pavilion of Women – Die Frauen des Hauses Wu.

Die Frauen des Hauses Wu

Madame Ailian Wu, Frau eines reichen chinesischen Kaufmanns, feiert ihren Geburtstag, sie wird 40 Jahre alt. Das ist schon ziemlich alt um noch Kinder zu bekommen, weshalb sie dafür sorgt, dass eine Zweitfrau in den Haushalt des Hauses Wu einzieht. Ihr Mann ist anfangs nicht besonders davon begeistert, aber er fügt sich den Wünschen seiner traditionellen Frau, die in einen eigenen Teil des Hauses zieht um dem „jungen“ Glück nicht im Weg zu sein oder sich vor ihrem Mann zu „schützen“. Immerhin hat sie ihm schon vier wundervolle Söhne geschenkt. Madame Wu hält alle Fäden des reichen Haushaltes in ihren wunderschönen und zarten Händen. Sie spricht mit silberglockenklarer, leiser Stimme und manipuliert ihr Gegenüber. Keiner widerspricht ihr, alle machen wie sie es vorschlägt.

Doch dann holt sie einen Ausländer, den Priester André in ihr Haus, der ihren vorletzten Sohn unterrichten soll. Ein großer Mann, ein bärtiger Riese, der so sanftmütig wie ein Lamm wirkt. Sie beginnt selber an dem Unterricht teilzunehmen und fängt an die Welt mit anderen Augen zu sehen und zu verstehen. Madame Wu ist in einer Zeit erzogen worden, in dem Frauen das machen, was man schon immer von ihnen erwartet hat, dem Mann untertan zu sein, Kinder zu gebären und den Haushalt still und leise zu führen. Aber nun beginnt eine neue Zeit, eine Zeit des Umbruchs, die sogar die elegante Madame trifft.

Umbruch

Die Frauen des Hauses Wu machen deutlich wie man in seiner Tradition gefangen sein kann. Wie sehr man an den alten Gepflogenheiten festhalten kann und selber gar nicht merkt, wie sehr man sich dadurch knechtet. Madame Wu stellt eines Tages fest, dass sie ihren Mann noch nie geliebt hat. Sie hat ihm Kinder geboren und sich immer wieder für ihn schön gemacht. Sie hat mit ihm lange wichtige Gespräche geführt und doch schien es nie, dass sie etwas für ihn empfindet. Erst als sie den ausländischen Priester kennenlernt, begreift sie was ihre Gefühle eigentlich bedeuten.

Ich habe das Buch in einer Lesegruppe gelesen und die Meinungen dort gingen etwas auseinander. Für mich scheint es einfach nur ein Buch darüber zu sein, dass eine Frau plötzlich entdeckt, das ihr vorheriges Leben nicht perfekt war. Dass sie durch Gespräche und Austausch ihren eigenen Kosmos erweitert, verändert und vielleicht ein großes Stück verbessert hat. Ich mochte die Hausherrin und fand es verständlich, dass sie ab einem bestimmten Moment, sich in ihren eigenen Teil des Hauses zurückzog. Auch fand ich die Veränderung sehr gut beschrieben, die Madame Wu durchlebte. Sie wurde weicher und ließ die Moderne zu. Sie öffnete sich für die Welt da draußen, wenn auch erst sehr zögerlich und gab Aufgaben an andere ab. Traditionen sind schön und gut, aber irgendwann muss man eben auch mal die Tür und sein Herz öffnen.

Es ist eine Entwicklung und man darf wirklich nicht vergessen, wann dieses Buch geschrieben wurde und in welcher Zeit und in welchem traditionsreichen Land dieser Roman spielt. Dafür ist es schon wirklich ein großer Schritt in die Freiheit der Frau. Von uns bekommt dieser Roman 🐭🐭🐭🐭 

 

Die Frauen des Hauses Wu

geschrieben von Pearl S. Buck
Übersetzt von Justinian Frisch
FISCHER Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-596-90398-6
336 Seiten

Real Americans

Ich habe schon so viel über das Buch „Real Americans“ gehört, sodass ich es ebenfalls lesen wollte. Und was soll ich sagen, ich bin nicht enttäuscht worden!

Real Americans

Lily ist noch jung und lebt 1999 in New York. Sie ist eine unbezahlte Praktikantin, lebt in einer WG mit einer Freundin. Sie ist geprägt von ihren Eltern, die damals aus China geflohen sind. Lily ist in Amerika geboren, sie kann kaum Chinesisch sprechen und doch wird sie immer wieder als Fremde angesehen. Während einer Feier trifft Lily auf Matthew, einen hübschen jungen Mann. Die zweiundzwanzigjährige verliebt sich in Matthew und staunt als sie feststellen muss, dass er der Sohn einer reichen amerikanischen (weißen) Familie ist, sich von ihnen möglichst fernhält. Nach einiger Zeit trifft sie dann auch die Familie ihres Freundes, da ist die junge Frau schon schwanger.
Viele Jahre später leben Lily und ihr Sohn Nick weit weg von New York. Lily hat sich einen neuen Namen gegeben und ihrem Sohn erzählt, dass sein Vater kein Interesse an ihm habe. Nick ist ein Nerd, er hat einen tollen besten Freund. Timothy will es nicht glauben, dass Nick keine Ahnung hat, wer sein Vater ist und überredet den Freund einen Gentest machen zu lassen.

Es gibt noch einen dritten Teil in diesem Buch, in dem May die Mutter von Lily ihre Geschichte erzählen wird. Ich fand alle drei Geschichten sehr spannend, süchtig machend. Man muss dieses Buch einfach verschlingen. Das Grundthema, so scheint mir, ist Vertrauen, Zeit und Familie, Ausgrenzung. Mays Tochter stammt augenscheinlich aus China, genau wie ihre Eltern. Allerdings ist Lily in den Staaten geboren und spricht so gut wie kein chinesisch. Nur ihr Aussehen macht sie zu einer Außenseiterin. Nick kommt nach seinem Vater, was außenstehenden immer etwas aufstößt, wie eine Chinesin einen weißen Sohn haben könne. Es dreht in diesem Roman auch viel um Gentechnik und Vererbungslehre.

Geheimnisse

Mich hat die Autorin Rachel Khong so sehr begeistert mit ihrer Schreiberei, dass ich es fast unerträglich fand, als der Roman so plötzlich zu Ende war. Jede Unterbrechung fand ich schrecklich. Die Figuren sind so liebenswürdig und die Autorin hat eine Art zu schreiben, die mich auch noch nach dem Lesen beschäftigt hat. Manchmal wünschte ich auch, ich hätte mehr Zeit, könnte die Uhren langsamer stellen so wie die Frauen in diesem Buch. Ich könnte all das schaffen, was ich mir vorgenommen habe, die Momente mehr zu genießen, Situationen mehr  auskosten. May die Mutter/Großmutter hat da wohl etwas gefunden, dass sie die Zeit förmlich still stehen lassen kann. Was das ist, sorry, dass musst du leider selber lesen. Ich verrate doch nicht alle Geheimnisse.

Ich liebe dieses Buch und kann es wirklich empfehlen. Die Figuren machen Spaß und sind wirklich gut beschrieben. Man fiebert mit und man kann diesen Roman nicht aus der Hand legen. Von Rubi und mir bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭🐭🐭 Absolute Leseempfehlung!

Real Americans

geschrieben von Rachel Khong
Übersetzt von Tobias Schnettler
aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag
ISBN 978-3-462-00572-1
528 Seiten

 

Hase Hollywood

Ich liebe gute Kinderbücher und dazu gehört wohl der Hase Hollywood. Hase Hollywood ist wie der Name schon sagt ein Hase der das „Gasthaus zum fröhlichen Pups“ von seinem Uropa übernommen hat. Hollywood ist eigentlich ein Angsthase aber dafür auch sehr schlau, denn er liest mindestens zwei Bücher am Tag. Hase Hollywood lebt aber nicht alleine in dem Gasthaus. Das wäre ja auch viel zu langweilig. Da ist zum einen Kate die Katze, die ein bisschen wie eine Rockerin wirkt und sehr mutig ist.

Dann gibt es noch Mama Lou, eine Nilpferddame, die dafür sorgt, dass alles im Reinen ist und Giovanni der Koch mit einem riesigen Schnurbart. Diesen stelle ich mir allerdings sehr lustig vor, denn Giovanni ist eine kleine Maus, der früher auf Kreuzfahrtschiffen Chefkoch war. Und dann gibt es da noch Affe, ein großer Affe, der eigentlich gar keine Aufgaben hat, denn er ist einfach zu nicht zu gebrauchen, außer Spaß zu haben.

Hase Hollywood

Eines Tages kommt ein gefährlicher Pirat in das Gasthaus. Ein hässliches Krokodil, mit Piratenhut samt Totenkopf und richtig schlechten Manieren. Kapitän Grünzahn benimmt sich wirklich schlecht, er brüllt herum, was er zu essen haben möchte und legt die Füße auf den Tisch. Er bestellt bei Hollywood, der richtig große Angst vor dem wilden Kapitän hat die seltsamsten Gerichte, die Giovanni so schnell wie möglich in seiner Küche zaubert, während Kate die Küstenwache alarmiert. Denn der Kapitän ist ein gesuchter Pirat und nimmt die Beine in die Hand, als Willi Walross, die Küstenwache im Gasthaus auftaucht. Bei seiner Flucht vergisst das Krokodil einen Sack unter dem Tisch.

Affe findet in diesem Sack einen wunderschönen Glitzerball und jongliert mit diesem herum. Doch es stellt sich heraus, dass dieser Ball in Wirklichkeit ein Ei ist, aus dem kurze Zeit später ein lustiges Wesen krabbelt, das Affe ab diesen Moment als seine Mama ansieht. Lustig ist es jedenfalls anzusehen aber die richtige Mama muss gefunden werden. Und so machen sich die Freunde auf den Weg ins Drachenland …

Ein tolles Vor- und Selberlesebuch

Wie schön und vielfältig die Bilder sind! Ich habe die Seiten umzublättern sehr genossen. Immer wieder kann man noch etwas mehr entdecken. Dazu kommen kleine Kommentare zu den komplizierten Wörtern oder zu sprachlichen Übersetzungen. Jede Seite ist wieder eine kleine Überraschung. Dazu kommt der Text, der sehr amüsant ist und den kleinen Lesern bestimmt eine große Freude macht.
Was dieses Buch besonders macht ist, dass einer der drei Autoren gerade mal fünf Jahre alt war, als dieses Buchprojekt ins Leben gerufen wurde. Simon mochte die meisten Kinderbücher nicht, weil entweder böse Dinge geschahen oder sie einfach schlichtweg langweilig waren. Sein Papa Stefan hat zusammen mit Simon die Texte geschrieben (Simon hat sich dazu die wichtigsten Figuren ausgedacht). Und die Bilder stammen aus dem Tuschkasten von Anja Abicht, die Mutter von Simon. Hey, die Bilder sind ohne Computer entstanden, manche Menschen können noch mit Pinsel und Farben malen. Und die 250 Bilder sind wirklich toll!

Das Buch gibt es auch als Hörbuch. Aber für mich ist dieses Buch in den Händen einfach mal super schön und ich freue mich schon darauf es eines Tages meinem Enkelkind vorlesen zu dürfen. Rubi war jedenfalls auch sehr begeistert! 🐭🐭🐭🐭🐭 vergeben wir. Alleine die liebevoll und lustigen Bilder sind es schon Wert angesehen zu werden. Aber auch der mitreißende Text und die sympathischen Figuren machen absolute Laune. Ein Buch für Kinder von 4 bis 9 Jahre oder älter.

 

Hase Hollywood

Die Autoren: Simon & Stefan Rasch
Ilustriert von Anja Abicht
Aus dem Hasenfrosch Verlag
280 Seiten 
Hase Hollywood – Hardcover:

ISBN 978-3-9505678-0-9
Hörspiel auf CD:

ISBN 978-3-9505678-1-6
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Mit beiden Händen den Himmel stützen

Schon auf den ersten Seiten war ich von »Mit beiden Händen den Himmel stützen« teilweise mitgerissen und abgestoßen. Lale, sie erzählt aus ihrem Leben, kam mir immer wieder so verletzlich vor. Sie wächst in den 80er Jahren in Berlin Kreuzberg auf. Bei ihrem Vater, der mit anderen Männern in einer WG wohnt. Ihre Mutter war nicht in der Lage das Mädchen großzuziehen und als Lale als Kleinkind eine ordentliche Portion von den Drogen ihrer Mutter geschluckt hatte, wurde das Mädchen in ein Kinderheim gesteckt. Ihr Vater, bzw. ein Freund des Vaters, holte das Mädchen dann dort wieder heraus. Es machte dabei wohl nichts aus, dass der Vater wegen eines Geldtransporterüberfalles gerade erst aus dem Knast entlassen worden war.

Mit beiden Händen den Himmel stützen

Lilli Tollkien erzählt von einem Mädchen, dass ich damals gerne gewesen wäre. Sie darf alles, was sie sich zutraut. Sie darf so lange aufbleiben, wie sie möchte. Lale darf Fernsehen, was sie auch immer möchte, sie kann und darf alles Essen, dabei wird nicht darauf Wert gelegt, dass es gesund ist. Das Mädchen stromert zwischen den vollgedröhnten „Freunden“ oder Kunden ihres Vaters durch die versiffte Wohnung, oder verzieht sich in ihr Zimmer.

Ich hätte Lale damals bewundert und wäre gerne ihre Freundin gewesen, hätte gerne ein bisschen von ihrem unkonventionellen, aufmüpfigen Leben abhaben wollen. Doch so toll ist das Leben des Mädchens gar nicht. Jedes Kind wünscht sich ein bisschen Geborgenheit und Sicherheit. In ihrem eigenen Zimmer, in einem vermeintlich sicheren Ort, ist das Kind nicht sicher. Spielerisch wird sie verführt, kommt mit Drogen und betrunkenen Männern zusammen. Manchmal versuchen die Freundinnen der WG-Männer dem Kind ein bisschen Normalität zu geben, aber die meisten Frauen bleiben nicht lange.

»Tatsächlich hatte ich nichts gemein mit den starken Mädchen aus meinen Büchern, weder mit der roten Zora noch mit Pipi Langstrumpf oder Ronja Räubertochter. Ich hatte Mühe mit meinem unbeständigen Leben.« 
Seite 62

Die 255 Seiten waren schnell gelesen, obwohl ich öfter das Buch mal weglegen musste, damit ich wieder zu Atem kommen konnte. Lale hatte eine verrückte Kindheit. Eine ungestüme und verletzte Kindheit. Man könnte meinen, dass eine solche Umgebung das Kind stark macht, aber stattdessen hat sie oft Angst, ist unsicher und vorsichtig. Die Autorin Lilli Tollkien schreibt einfach toll. Sie reißt den Leser in ihre Welt und „beschmeißt“ ihn mit fast prosaischen Texten. Man kann einfach nicht aufhören, zu lesen. Für mich ist dieses Buch ein Highlight des Jahres. 🐭🐭🐭🐭 hat dieser Roman sicherlich verdient, so finden jedenfalls Rubi und ich.

»Ich stütze den Himmel mit beiden Händen. Während die Sonne zwischen den Wipfeln der Kastanien im Garten der Klinik aufgeht, heben wir die Arme nach oben, …«
Seite 179

Wer ist die Autorin?

Von der Verlagsseite: Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in sehr unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in der JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Neben ihrem heutigen Beruf fotografiert sie und hat in Anthologien veröffentlicht. Sie lebt mit ihren Kindern in Leipzig. „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ihr erster Roman. In ihrem Instagram Account findet man die passende Musik und Ausschnitte aus ihrem Buch, schau einfach mal hier

 

Mit beiden Händen den Himmel stützen

ein Roman von Lilli Tollkien
aus dem Aufbau Verlag
ISBN 9783351042844
255 Seiten