Bücher über starke Frauen {Die Farben des Feuers}

22.05.2019 | Buch des Monats, Buchregale, Historie, Roman | 3 Kommentare

Die Farben des Feuers

Starke Frauen…

Ich liebe Bücher über starke Frauen und als ich den Klappentext dieses Buches las, dachte ich noch, genau meins. Nach mehreren Kapiteln, war ich mir aber nicht mehr so sicher…

Die Hauptfigur Madeleine, ist die Tochter eines außerordentlich großen und reichen Bankunternehmers, der gerade am Anfang des Buches verstorben war. Madeleines Sohn Paul, fällt (oder springt) während der Beerdigung seines Großvaters aus dem Fenster direkt auf den Sarg und erleidet dabei eine Querschnittslähmung. Madeleine ist mit der Situation komplett überfordert. Die Erkrankung ihres Sohnes macht ihr sichtlich zu schaffen und die Leitung einer Bank traut ihr ohnehin niemand zu. Immerhin, ist sie eine Frau und hat keine Ahnung. Zum Glück steht ihr der vertraute Jourbert zur Seite. Der hat schon all die Angelegenheiten für ihren Vater gemanagt. Sie muss sich also nur einfach zurücklehnen und machen lassen. Aber genau das führt zu mehreren Katastrophen…

Was ich gelesen habe

Mir fiel es nicht leicht in dieses Buch einzusteigen, bis ich begriffen hatte, dass es aufgebaut ist wie eine Komödie, ein Theaterstück, ein Roman aus alten Zeiten. Dumas und Co wären stolz auf Pierre Lemaitre gewesen. Vermutlich fehlt mir auch das Wissen, um die Geschichte Frankreichs, um die kleinen Spitzfindigkeiten und Insider zu verstehen, die der Autor in dem Roman versteckt hat.

Es gibt unendlich viele Figuren, die erst einmal erklärt werden. Ein Vielfaches an Drumherum. Auch viele Zusammenhänge erschlossen sich mir Anfangs nicht. Trotzdem machte es irgendwie Spaß, das Buch zu lesen. Es sind die Intrigen, die Hinterhältigkeiten, die es lesenswert machen. Man findet Verbindungen in die heutige Zeit. Steuerhinterziehung, kriminelle Machenschaften, politisches Durcheinander und Geklüngel. Die Sucht nach Macht und Geltungsbedürfnis, Neid und Missgunst machen den Roman tatsächlich lesenswert.

In den Roman hineingelesen, findet man tatsächlich eine gewisse Freude daran, dieser Madeleine über die Schulter zu schauen. Nur hat der Roman meine Erwartungen nicht erfüllt. Sicherlich ist der Autor wirklich begabt. Sehr sogar. Nur habe ich eine Story über eine besondere Frau erwartet. Einer Frau, die der Männerwelt beweist, dass sie weit mehr ist, als „nur eine Frau“.

Von Pierre Lemaitre
übersetzt von Tobias Scheffel
ISBN:9783608963380
479 Seiten
Klett-Cotta Verlag

Trotzdem stelle ich dieses Buch zu den Büchern des Monats Mai. Hast du vielleicht auch ein Buch, das dir im Mai besonders gefallen hat? Oder liest du gerade ein gutes Buch über starke Frauen? Kannst du mir eins empfehlen?

 

3 Kommentare

  1. Bienenelfe Kerstin

    ein weitergeleiteter Kommentar von meiner Mama:

    Liebe Andrea,

    ja, Du fragst nach starken Frauen. Nun möchten wir aber entspannt und freudig lesen. Das können wiederum nur Romanfiguren sein. Die wirklich starken Frauen die es gab, mußten wir in der Schule durchkauen, wie Katharina die Große. Jetzt lesen wir zu unserer Freude und da darf es ruhig mal etwas legerer zugehen. Sich hineinlesen und sich nicht so viele Gedanken machen, ist das nun gute Literatur oder nur primitiv. Das reale Leben da draußen, verlangt uns ja schon einiges ab, daß es täglich zu verkraften gibt.
    Vor Jahren las ich da zwei Bücher von Deanne Gist, die es allerdings, zumindest das eine nur noch gebraucht gibt. Ihre weiteren Bücher sind nur in Englisch zu haben.
    Die eigenwillige Jungfer und das kratzbürstige Frauenzimmer. Lustig daß eine Frau die Essie Sprekelmayer heißt, mit 30 Jahren noch keinen Mann gefunden hat und immer noch das Treppengeländer hinunterrutscht, sodaß ihr Vater es mit Nägeln versehen hat.
    Sie führt das Radfahren ein und die Hosen dazu. Das ist für ein prüdes Amerika gar nicht tragbar. Manchmal ist es etwas zu kirchlich, aber der Verlag heißt ja auch Gerth Medien.
    Im Gegensatz zu Deinem hier vorgestellten Buch natürlich hier nicht salonfähig. Aber wenn es zu kompliziert wird mit den Büchern und man es nicht mit Freude in die Hand nimmt, dann ist es ja auch kein Lesegenuß. Dies ist nur für Dich hier ein Kommentar, keine absolute Leseempfehlung für den Buchblog.
    Außerdem als Betthupferl ist das vorgestellte Buch von Astrid K. Die Rebel Girls Nightstories einfach herrlich. So schöne Zeichnungen und starke Frauen, jeweils nur eine Seite, 100 Tage lang, jede Nacht nur eine Seite. Wunderbar!
    Starke Frauen gibt es zu Hauff und es werden täglich mehr. Freu!
    Habe Deine Buchvorstellung gerne gelesen, das tue ich immer und gerne und jede Andere auch, die mir vor Augen kommt. Es ist oft wie wenn man dann das Buch gelesen hat.

    Liebe Grüße sendet Dir nach Berlin, die Helga

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