Die unbekannte Sally Hemings

Wer war diese unbekannte Sally Hemings? Eine wunderschöne Frau, die 1773 als Tochter eines Weißen und einer Sklavin in Virginia auf die Welt kam. Sie hatte eine fast helle Hautfarbe und wurde die Geliebte des Präsidenten Thomas Jefferson. 

Und Gott wusste, wie viel Sklaverei in der Liebe lag… Seite 70

Die unbekannte Sally Hemings

Viele Geschichten der obersten Persönlichkeiten werden lange unter Verschluss gehalten. so auch diese Geschichte von der fast weißen Sklavin Sally Hemings, die eine tiefe Liebe zu ihrem Herren Thomas Jefferson gehegt haben muss. Denn sie verließ Virginia nicht, obwohl ihr damaliger Herr verstorben und sie somit die Freiheit erlangt hatte. Sie blieb und wer ein Jahr in Virginia bleibt, der ist wieder Sklave. Sie wollte das Land, in dem sie groß geworden ist, wo ihr Geliebter begraben liegt, nicht verlassen. Hier wo sie all ihr Leben verbracht hat, ihre Kinder zur Welt kamen und sie in einem großen Anwesen fast was zu sagen hatte, konnte und wollte sie nicht gegen die Freiheit eintauschen.

Eigenwillig und stolz

In diesem Roman wird von der eigenwilligen und stolzen Frau erzählt, die an der Seite von Thomas Jefferson gelebt hat, ohne das es an die Öffentlichkeit kam. Dabei hatte Sally schon als Jugendliche die Möglichkeit in Paris ihr Sklavendasein zu beenden. Als jugendliche kam sie mit der Tochter von Jefferson zusammen nach Paris. Sally bekam Französisch unterrichtet, sie trug schöne Kleidung und ihr Bruder, der als „Butler“ den Präsidenten begleitet hat, ging in eine Kochlehre, die ihm in Frankreich alle Türen geöffnet hätte. Aber die beiden fuhren nach mehr als einem Jahr mit der Familie Jefferson wieder nach Amerika zurück in die Sklaverei. Dort blieben sie bis an ihr Lebensende. Sally gebar Thomas Jefferson sechs Kinder …

In dem Roman wird die Geschichte (nicht dauerhaft) von einem jungen Mann erzählt, der die schöne Sklavin in ihrer Kate auf dem Anwesen Monticello in Virginia besucht. Auch er erliegt dem Charme der selbstsicheren und wenn auch alten Frau. Er besucht sie immer öfter und kommt selber in Verruf, was ihn aber nicht stört.

Verbotene Liebe

Für mich sind solche Bücher immer wieder spannend. 200 Jahre wurden die Beweise unter Verschluss gehalten. Keiner sprach darüber, was sich auf dem Anwesen Monticello in Virginia abgespielt hatte. Nun hat Barbara Chase-Riboud aus den Fakten einen Roman gemacht der mitreißen sollte, der die Geschichte neu schreiben könnte. Aber mir hat es nicht immer gefallen diese Geschichte zu lesen. Zeitweise war es mir ein bisschen zu langatmig, zu verwirrend und ich konnte die Reaktionen Sallys nicht nachvollziehen (das hat allerdings das Leben geschrieben und ist nicht der Schriftstellerin anzukreiden). 
Dass die Geschichte immer wieder von dem jungen Mann Langdon erzählt wird, lockert es ein bisschen auf. Aus seiner Sicht erzählt er von Sally, die ihn maßlos fasziniert hat. Sie ist einfach sehr eloquent, kann sich ausdrücken und umschmeichelt ihr Gegenüber. Die Geschichte hat das Leben geschrieben, die Autorin B. Chase-Riboud hat sie in ein Buch gebannt. Wenig weiß man von Sally Hemings. Sally, wie auch Thomas Jefferson haben ihre komplette Korrespondenz dem Feuer übergeben, sie vernichtet, weshalb man sich bestimmt auch einiges zusammenreimen musste. 

Ich konnte nur immer wieder den Kopf schütteln. Kann Liebe wirklich so blind machen? War das Abhängigkeit, Erpressung? Und natürlich auch Sklaverei! Sally hätte ein anderes Leben führen können, hat sie aber nicht. Der Roman selber hat mich jetzt nicht überzeugt. Ich fand es manches Mal zu träge, langatmig. Im nächsten Kapitel ging es dann plötzlich wieder etwas schneller voran und war unterhaltsam. Schwierig zu sagen, was mich bei der Stange gehalten hat. Von uns bekommt der Roman 🐭🐭🐭. 

 

Die unbekannte Sally Hemings

ein Roman von Barbara Chase-Riboud
aus dem Diogenes Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Werner Peterlich
624 Seiten
ISBN 978-3-257-07371-3

Monkey

Monkey, ist ein Thriller, der den Leser ganz schön in Atem hält. Lass uns mal spekulieren: Stell dir vor, Marilyn Monroe und John F. Kennedy wären damals nicht gestorben! Stell dir vor, sie hätten ihren Tod nur inszeniert, um unterzutauchen und ein neues Leben zu Leben, ohne den ganzen Medienrummel.

Monkey

So viele Geschichten, Mythen und Erzählungen ranken sich um die Monroe. Warum hat sie den Freitod gewählt? Hat sie wirklich Tabletten geschluckt. Oder wohnt sie inzwischen zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten in der Tudor Villa neben dem Schriftsteller Milton Grower? Und da sind wir auch schon bei dem Hauptcharakter in dem Buch Monkey. Milton Grower hat eine Schreibblockade, dümpelt ein bisschen in Flagstaff/Arizona herum. Er unterrichtet an der UNI ein bisschen Englisch und hat immer wieder kleine Affären mit knackigen und viel zu jungen Studentinnen. Aber was ihn wirklich interessiert sind seine Nachbarn. Carl und Melody. Der Autor glaubt, dass die beiden Marilyn und JFK sind! Er macht sich so seine Gedanken und beginnt einen neuen Roman zu schreiben.

Hektisch, Abenteuer und Komik

Wenn ich so darüber nachdenke, dann kann ich diesen Roman nicht wirklich einordnen. Der Erzähler, in diesem Fall der fiktive Autor Milton Grower, hat sich in seinen Gedanken, das seine Nachbarn JFK und MM sind verbissen. Er steigt in Häuser ein und räubert Gräber aus. Gleichzeitig macht er immer wieder Andeutungen über die vollbusigen Studentinnen, während er den smarten Detektiven/Autor heraushängen lässt. Ich kann nicht sagen, dass dieser Krimi mir gefallen hat, mir hat das Thema zugesagt. Die Suche nach der Wahrheit. Ob der ehemalige Präsident Kennedy wirklich erschossen wurde und wie absurd die Aussagen der damaligen Zeugen und Ärzte waren, hat ja schon so manchen zweifeln lassen. Wie Marilyn gestorben ist, ob sie wirklich eine Überdosis ihrer Tabletten genommen hat, obwohl sie nicht mal ein Glas Wasser auf ihrem Nachttisch stehen hatte.

All das erwähnt der Autor und Icherzähler ebenso wie er immer wieder eine lange Aufzählung von Orten, Musiktiteln und Bücher macht. Ich war zwischenzeitlich so weit das Buch zuzuklappen und es zu beenden und dann geschah doch wieder etwas das mich bei der Stange hielt. Der Icherzähler gehört jedenfalls nicht zu meinen Lieblingsfiguren in diesem Buch. Ich empfand ihn als ziemlich arrogant und überheblich. Wie gesagt, die Story an sich, der Gedanke das die beiden „Stars“ noch am Leben und ganz friedlich untergetaucht sein könnten, ist spannend. Wiedereinmal musste ich mich mit der Biografie M. Monroes beschäftigen und wieder warfen die Daten und Aussagen Fragen auf.
Aber zurück zu dem Roman Monkey. Wer es mag, dass eine Geschichte ziemlich veralbert vorgetragen wird, ist mit diesem Roman sicherlich auf der sicheren Seite. Die Sätze kommen abgehackt rüber. Man fühlt sich fast wie in einem krassen Kino-Thriller. Für einen verregneten Tag das passende Buch um der Langeweile etwas entgegenzuhalten. Was mir allerdings echt gut gefallen hat, waren die Bezüge zu den echten Promis und Begebenheiten. Welche das sind, kann man auf den letzten Seiten des Romans nachlesen. Wie gerne würde ich genau darüber noch mehr lesen!

Ich gebe dem Roman 🐭🐭🐭 Rubi dagegen war hin und weg ob des rasanten Plots und vergibt 🐭🐭🐭🐭 Mäuse.

 

Monkey

geschrieben von Jens Feuerriegel
aus dem Golkonda Verlag
ISBN 978-3-96509-081-1
240 Seiten

Real Americans

Ich habe schon so viel über das Buch „Real Americans“ gehört, sodass ich es ebenfalls lesen wollte. Und was soll ich sagen, ich bin nicht enttäuscht worden!

Real Americans

Lily ist noch jung und lebt 1999 in New York. Sie ist eine unbezahlte Praktikantin, lebt in einer WG mit einer Freundin. Sie ist geprägt von ihren Eltern, die damals aus China geflohen sind. Lily ist in Amerika geboren, sie kann kaum Chinesisch sprechen und doch wird sie immer wieder als Fremde angesehen. Während einer Feier trifft Lily auf Matthew, einen hübschen jungen Mann. Die zweiundzwanzigjährige verliebt sich in Matthew und staunt als sie feststellen muss, dass er der Sohn einer reichen amerikanischen (weißen) Familie ist, sich von ihnen möglichst fernhält. Nach einiger Zeit trifft sie dann auch die Familie ihres Freundes, da ist die junge Frau schon schwanger.
Viele Jahre später leben Lily und ihr Sohn Nick weit weg von New York. Lily hat sich einen neuen Namen gegeben und ihrem Sohn erzählt, dass sein Vater kein Interesse an ihm habe. Nick ist ein Nerd, er hat einen tollen besten Freund. Timothy will es nicht glauben, dass Nick keine Ahnung hat, wer sein Vater ist und überredet den Freund einen Gentest machen zu lassen.

Es gibt noch einen dritten Teil in diesem Buch, in dem May die Mutter von Lily ihre Geschichte erzählen wird. Ich fand alle drei Geschichten sehr spannend, süchtig machend. Man muss dieses Buch einfach verschlingen. Das Grundthema, so scheint mir, ist Vertrauen, Zeit und Familie, Ausgrenzung. Mays Tochter stammt augenscheinlich aus China, genau wie ihre Eltern. Allerdings ist Lily in den Staaten geboren und spricht so gut wie kein chinesisch. Nur ihr Aussehen macht sie zu einer Außenseiterin. Nick kommt nach seinem Vater, was außenstehenden immer etwas aufstößt, wie eine Chinesin einen weißen Sohn haben könne. Es dreht in diesem Roman auch viel um Gentechnik und Vererbungslehre.

Geheimnisse

Mich hat die Autorin Rachel Khong so sehr begeistert mit ihrer Schreiberei, dass ich es fast unerträglich fand, als der Roman so plötzlich zu Ende war. Jede Unterbrechung fand ich schrecklich. Die Figuren sind so liebenswürdig und die Autorin hat eine Art zu schreiben, die mich auch noch nach dem Lesen beschäftigt hat. Manchmal wünschte ich auch, ich hätte mehr Zeit, könnte die Uhren langsamer stellen so wie die Frauen in diesem Buch. Ich könnte all das schaffen, was ich mir vorgenommen habe, die Momente mehr zu genießen, Situationen mehr  auskosten. May die Mutter/Großmutter hat da wohl etwas gefunden, dass sie die Zeit förmlich still stehen lassen kann. Was das ist, sorry, dass musst du leider selber lesen. Ich verrate doch nicht alle Geheimnisse.

Ich liebe dieses Buch und kann es wirklich empfehlen. Die Figuren machen Spaß und sind wirklich gut beschrieben. Man fiebert mit und man kann diesen Roman nicht aus der Hand legen. Von Rubi und mir bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭🐭🐭 Absolute Leseempfehlung!

Real Americans

geschrieben von Rachel Khong
Übersetzt von Tobias Schnettler
aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag
ISBN 978-3-462-00572-1
528 Seiten

 

Moorlande

Moorlande spielt auf einer Insel im Great Massasauga Sumpf in Michigan, in einem sehr konservativen Teil Amerikas. Hauptdarsteller sind 4 Frauen und das elfjährige Mädchen Dorothy. Hermine Zock ist das Oberhaupt und Mutter auf der Insel, die kein Mann betreten darf. Sie ist bekannt dafür, dass sie „Arzneien“ und Mittelchen gegen alles hat. Legt man eine Muschel auf ihren Tisch am Festland, bekommt man vielleicht eine Medizin, die das ungewollte Menschlein im Bauch abtreibt. Aber man kann auch das geborene Menschlein in ein Körbchen legen, das ebenfalls an diesem Tisch bereitsteht. Dann wird Hermine das Kind an sich nehmen und sich ein Leben lang darum kümmern. So wie es schon ihre Mutter vor ihr getan haben mag.

Moorlande

Als Hermines wunderschöne und auf ihre Art magische Tochter Rose selber ein Kind bekommt, lässt sie diese es bei ihrer Mutter in den Sümpfen. Dorothy wächst dort bei ihrer Großmutter auf, während Rose zu ihrer Schwester nach Kalifornien flüchtet. Immer mal wieder taucht sie auf der Insel auf und dann umschwärmen sie die Männer der Gegend wie die Motten das Licht. Dorothy, oder Donkey, wie sie genannt wird, vermisst ihre Mutter und wünscht sie sich immer wieder heim. Das Kind ist ein Mathegenie, lernt aus Büchern, was es über Zahlen zu lernen gibt und sieht darin ihre eigene Wahrheit, während sie ihrer Großmutter auf der primitiven Insel zur Hand geht. Sie leben dort im Einklang mit der Natur, während auf dem Festland die Menschen versuchen der Erde mehr abzutrotzen als diese geben mag.

Mensch und Natur

Der Roman besticht durch seine Beschreibung der Umgebung, der Natur und der Figuren. Die Autorin zieht den Leser in die Sümpfe und die Wildnis. Aber auch die Wildnis in den Köpfen der Menschen, die dort leben. Welches dunkel Geheimnis der eine oder andere Bewohner dort mit sich herumträgt. Die Mädchen und Frauen der Insel tragen ihre eigenen Geheimnisse mit sich herum und am Ende treffen alle losen Enden zu einem ordentlichen Knoten zusammen. Donkey ist dabei eine Schlüsselfigur, die mit ihrer kindlichen Naivität so manche Katastrophe auslöst und gleichzeitig dafür sorgt, dass die Frauen der Insel wieder mehr zusammenrücken. 

Es ist schwierig, dieses Buch zu beschreiben. Einerseits hat es mich angezogen, auf der anderen Seite mochte ich nicht weiterlesen. Es hat mich beschäftigt und auch wieder etwas gelangweilt. Die Natur hielt mich und gleichzeitig stießen mich die Menschen ab. Dorothy ist so naiv beschrieben und doch so intelligent. Rose ist so ignorant und doch so bezaubernd nachlässig. Ihre Schwestern sind ebenfalls sehr eigensinnige Wesen und vor allem Hermine, die eine starke Frau ist, die alles in ihren großen und rauen Händen hält, selbst die Wildnis hält den Atem an, wenn die kräftige Frau etwas fordert.

Was mich vermutlich in dem Roman hielt, waren die Verbindungen, die sich langsam aufdröselten. Es waren die Bilder der Umgebung und der Flora und Fauna, die verzauberten. Ich kann nicht sagen, dass es mich das Buch „Moorlande“ so in seinen Bann gezogen hat wie „Der Gesang der Flusskrebse“ und doch haben diese beiden Bücher etwas gemeinsam. Die verlassenen Kinder, die Natur und der Willen zu überleben.

Die Mäusevergabe fällt dieses Mal wieder sehr schwer. Ich würde gerne 🐭🐭🐭🐭🐭 geben und es in das Regal beste Literatur stellen. Andererseits hatte es auch seine Längen und Rubi war sich nicht sicher, ob es ihr gefallen hat.

 

Moorlande

ein Roman von Bonnie Jo Campbell
übersetzt von Cornelia Holfelder von der Tann
ISBN 9783365009932
480 Seiten
HarperCollins Verlag

Tage ohne Ende

Wenn du wissen willst, wie es wirklich damals in Amerika, kurz vor dem Bürgerkrieg war, dann solltest du Tage ohne Ende lesen. Damals, als die Einwanderer, Amerika eroberten, die Ureinwohner des Kontinents hinweggemetzelte oder vertrieben wurden, Büffel nur aus Spaß getötet oder zarte Jungen als Mädchen verkleidet Bergarbeitern heile Welt vorgaukelten. Tage ohne Ende, ein Roman der in einer schnoddrigen Art geschrieben ist und kein Blatt vor den Mund nimmt, zeigt dem Leser, was man in einem Western nicht zu sehen bekommt.

Du blickst zurück auf all die endlosen Jahre, in denen dir dieser Gedanke nie gekommen war das tue ich jetzt in Tennessee, wo ich diese Worte aufschreibe ich denke an die Tage ohne Ende in meinem Leben.

Seite 45

Tage ohne Ende

Ich bekam dieses Buch von meiner Schwester geschenkt, mit den Worten, das musst du unbedingt lesen! Und nehme dir bitte am besten ein Wochenende frei, damit du es nicht weglegen musst. Ich habe es leider nicht beherzigt. Ich habe es in Etappen gelesen. Thomas McNulty und sein Freund John Cole haben sich, fast noch Kinder in einem Busch in der Pampa getroffen. Sie hatten Glück und kamen nicht ums Leben. Als Kinder im wilden Westen, da muss man schon echt was auf dem Kasten haben. Die beiden schmalen Jungen durften sich als Mädchen verkleiden und eine Show, in einem Saloon vorführen, dass sich die Bergarbeiter wie zu Hause fühlen konnten. So kann man sich auch ein paar Dollar verdienen.

Aber irgendwann wurde sie zu ungelenk, passten nicht mehr in die Mädchenrollen. So gingen sie zur Armee. Einem der schlechtbezahltesten Jobs in dem wilden Amerika. Aber die unzertrennlichen jungen Männer fanden immer wieder eine Möglichkeit zu überleben.
John und Thomas lernten mit schlechten Gewehren schießen, sie durften hungern und durch die Kälte über die Prärie ziehen. Sie schlachteten Menschen ab, die eigentlich harmlos waren. Sie schossen Büffel, um nicht zu verhungern. Die Truppen zogen von einem Camp zum nächsten Fort und wieder wurde getötet, und fast verhungert, lagen im Dreck und ließen sich durchfüttern. Die Jungen wurden erwachsen und durften den Dienst quittieren. Aber nicht lange und sie wurden in den Unabhängigkeitskrieg hinein gezogen.

Grausame Szenen

Der Autor Sebastian Berry hat hier einen speziellen Frontier Roman geschrieben. Der Hauptdarsteller beschreibt sein Leben und das seines Freundes mit „eigenen Worten“ und schnoddrigen Sätzen, als hätte er es wirklich selber geschrieben. Mit seinen ungebildeten, liebenswerten und grausamen Beschreibungen verdeutlicht der Roman, wie es damals zuging. Erst wird einfach draufgeschlagen und nachher gefragt, ob es richtig war. Andererseits haben die beiden Protagonisten ein solch zärtliches Miteinander und lieben ihre Freunde und Nachbar (soweit man sie ebenfalls friedlich leben lässt). Allerdings liest man auf den nächsten Seiten wieder, wie sie ohne Gnade einfach einem Menschen den Skalp abschneiden. Zart und brutal. Anstrengend und aufregend. Ich weiß nicht, in welche Schublade ich diesen wirklich guten Roman stecken soll. Wie meine Schwester schon gesagt hatte, den muss man lesen!

🐭🐭🐭🐭🐭 bekommt der Roman von uns. Aber nur, wenn du dir Zeit für diese Zeitreise nimmst.
Übrigens hat hier der Übersetzer wirklich ganze Arbeit geleistet, einen solchen Roman muss man erst einmal so gut übersetzten!

 

Tage ohne Ende

geschrieben von Sebastian Berry
Übersetzt durch Hans-Christian Oeser
256 Seiten
ISBN 978-3-95829-518-6