Der Thron der Magier

Der Thron der Magier ist ein Fantasy-Romanze-Buch. Das hatte ich scheinbar überlesen, als ich den Klappentext vor der Nase hatte. Während ich das Buch las, habe ich immer wieder überlegt, ob ich es nicht einfach zuschlagen sollte und dann geschah wieder irgendetwas, dass mich doch zwischen den Seiten gehalten hat.

Der König ist tot

Der König der Magier ist tot! Und somit ist der Thron der Magier frei geworden. Einer seiner Zwillingssöhne, Konrad, soll den Thron besteigen. Schon lange wurde er entsprechend darauf vorbereitet, während sein Bruder ihm nur zur Hand gehen würde. Der König ist noch nicht beerdigt, da entbrennt zwischen den Magiern eine Auseinandersetzung, wer denn nun den Thron besteigen darf. Nicht alle Magier sind mit dem Königssohn einverstanden. Ist dieser junge Mann vielleicht doch nicht der geeignete Kandidat? Die Königinwitwe ist davon überzeugt, dass ihr Sohn der Richtige ist. Die Magier müssen über die Nachfolge abstimmen und damit alle Stimmen für Konrad zählen, wird die ganze (Königs-) Familie zu der Beerdigung des alten Königs zusammengerufen.

So auch Katleen, eine Königstochter, die schon lange ihr eigenes Leben führt, weil sie keine Magie in sich hat, soll dabei sein. Längst lebt sie zwischen den „Gewöhnlichen“. Sie liebt es in dem Buchladen, in dem sie arbeitet, die Bücher zu sortieren und sich nach der Arbeit um ihren geliebten Kater zu kümmern. Sie hat nur noch wenig Kontakt zu den Magiern. Auf der Beerdigung ihres Vaters kommt sie allerdings wieder mit ihrer Familie zusammen. Ein Wettkampf soll am Ende entscheiden, werd er nächste Regent sein soll.

Wie gesagt, ich war immer wieder versucht das Buch einfach zuzuschlagen. Klar gab es magische Momente, aber es erschloss sich mir nicht immer, was da los war. Vielleicht bin ich auch schon zu alt für dieses Buch, obwohl ich auch sehr gerne Kinder- und Jugend-Fantasyromane lese. In Frankreich soll diese Fantasyserie alle von den Sesseln gerissen haben. Manchmal mag es auch an der Übersetzung liegen, was ich aber nicht beurteilen kann, da ich nicht Französisch spreche, geschweige denn lesen kann. Bei uns ist dieser Roman durchgefallen und bekommt nur 🐭

Die Autorin Jupiter Phaeton ist eine französische Autorin, die schon mit zwölf Jahren Fantasy-Romane geschrieben hat. Bis heute hat sie über sechzig Romane veröffentlicht und sich in der französischen Fantasy- und Urban-Fantasy-Landschaft einen Namen gemacht – sehr zur Freude ihrer Leser! (Quelle: Verlag / vlb)

 

 

Der Thron der Magier

geschrieben von Jupiter Phaeton
Drachenmond Verlag GmbH
Seitenzahl 480
Übersetzt von Masur Anne
ISBN 978-3-95991-971-5 (Amazonlink)
www.drachenmond.de

Unser Ole

Unser Ole ist kognitiv eingeschränkt. Früher hätte man vielleicht behindert gesagt, aber das ist heute ja ein Schimpfwort, aber Oma Elvira nimmt da kein Blatt vor den Mund. Was seine Einschränkung ausmacht, das hatte man nie herausgefunden. Ein Arzt meinte, es könnte ein Gendefekt sein, ein anderer sagte „es wäre Sauerstoffmangel unter der Geburt gewesen“. Wie auch immer, unser Ole ist inzwischen sehr groß und weiß nicht wie stark er ist. Als Ole auf die Welt kam, wusste man gleich, dass da etwas nicht stimmen kann. Und Oma Elvira bestimmte, dass dieses Kind Ole heißen muss. Ein Name, der neutral norddeutsch klingt und dieser herbe Name kann man nicht durch ein Diminutiv verhunzen. Olelein oder Olchen würde keiner sagen!

Oles Mutter Manuela zog sich nach der Geburt direkt in eine Depression zurück und überließ das Kind Oma Elvira, die sich fortan um ihn kümmerte. Bis zu dem Tag, an dem Elvira, völlig verkrümmt, tot auf dem Treppenabsatz lag. Ole stand mit dem Rücken, flunderflach an die Wand gedrückt, oberhalb des Treppenabsatzes. Hat der Achtzehnjährige die Oma in seiner Wut geschubst? Ida fand die Beiden und wusste auch nicht, was da geschehen sein mag.

Ida Isolde Schlosser ist eine wirklich schöne Frau für ihr Alter. Sie hat sich ja immerhin über die vielen Jahre sehr gut gehalten und aufgebessert. Ihr Körper war immer ihr Kapital, ihre Versicherung, ausgehalten und „geliebt“ zu werden. Dabei kann sie selber keine Liebe empfinden. Etwas, was sie schon in ihrer Kindheit nicht bekommen hat, kann man eben nicht weitergeben. Irgendwann hatte Ida aber keinen Liebhaber mehr und auch kein Geld. Da kam Elvira und machte ihr den Vorschlag, bei ihr auf dem Land, in ihr Haus mit einzuziehen. Und dann war da die Sache mit unserm Ole, der vielleicht die Oma von der Treppe gestoßen haben mag. Ob Ida das Haus weiter bewirtschaften kann und den kognitiv eingeschränkten jungen Mann versorgen kann? Und dann kam aber alles anders, alles kam ins Wanken, als die Erbin, Manuela auftauchte.

Unser Ole

Katja Lange-Müller, die Autorin, schreibt leicht und locker. Sie mag Schachtelsätze, die am Anfang ein bisschen anstrengend sind, aber schnell zu dem Geschriebenen passen. Ihre endlos langen Sätze geben dem Ganzen auch eine gewisse Struktur, erinnern an die Gedankengänge, die man als Mensch so hat. Ihre Figuren sind aus dem Leben gegriffen, was auch die Geschichte zu sein scheint. (Im Epilog könnte man zumindest den Verdacht bekommen.) Alle ihre Haupt-Figuren haben ein Problem mit ihren Müttern. Sie wurden nicht geliebt und betteln um Aufmerksamkeit. Sie verstellen sich, um gesehen zu werden oder eine kleine Portion „Liebe“ zu ergattern. Die Frauen erzählen Lebenslügen, welche irgendwann zu Wahrheiten werden, weil sie immer wieder und oft erzählt wurden.

Es sind nicht viele Seiten und man hat dieses Buch schnell gelesen. Doch bleiben einem die Figuren im Kopf, ihre Geschichten haben mich noch eine Weile beschäftigt. Sind wir nicht alle ein bisschen so? Suchen nach Liebe und Aufmerksamkeit? Katja Lange-Müller hat mich voll erwischt. Sie schreibt unterhaltsam, mit einer Prise Humor, die leicht bissig ist, mit einem unverstellten Blick auf die Gesellschaft. Sie hat den Humor einer Berlinerin! Wunderbar zu lesen!

Die Autorin Katja Lange-Müller

Sie ist 1952 in Berlin-Lichtenberg auf die Welt gekommen. Sie flog als Sechzehnjährige von der Schule und machte eine Ausbildung zur Schriftsetzerin … Ihr Leben liest sich wie ein Roman, wenn sie jemals eine Biografie schreiben sollte, werde ich sie ganz sicher lesen. Satire, Theater und Schriftstellerei mit einer Prise Psychiatrie begleitet ihr Leben. Dazu kommen eine ganze Reihe von Auszeichnungen. Mehr bei Wikipedia

 

 

Unser Ole

Ein Roman von Katja Lange-Müller
aus dem Kiepenheuer&Witsch Verlag
240 Seiten
ISBN: 978-3-462-05017-2

Die Konferenz der Vögel

Als der Wiedehopf von seiner Reise auf der Suche nach dem König der Vögel zurückkam, wurde die Konferenz der Vögel einberufen. Denn alle Vögel hatten viele Fragen an den mächtigen Vogelkönig. Doch der Wiedehopf nahm ihnen schnell den Enthusiasmus. Denn wer Fragen an den König der Vögel hätte, müsste erst einige Abenteuer bestehen. Und dazu fühlten sich die meisten der Vögel nicht in der Lage. Abenteuer war eben nicht für jeden etwas. Hatte denn der Wiedehopf den König der Vögel nicht schon getroffen? Leider wusste er nur, wo man den König finden konnte. Und nun hoffte der Wiedehopf, dass er von seinen gefiederten Freunden begleitet würde.

Die Konferenz der Vögel

Der Wiedehopf ließ den anderen Vögeln eine Nacht Bedenkzeit, denn am nächsten Morgen wollte er auf jeden Fall losfliegen. Als er am anderen Morgen auf dem Konferenz-Platz ankam, waren keine seiner gefiederten Gesellen zu sehen. Traurig wollte er schon losfliegen als plötzlich die Eule, der Rabe, ein Schwan, die Bienenelfe, der Kranich, ein Papagei, die Möwe, das Rotkehlchen und der Adler auf den Platz flogen. Sie waren mutig genug, die gefährliche Reise anzutreten und die sieben Abenteuer zu bestehen.

Die Herausforderung liegt nicht darin, den richtigen Weg zu finden, sagte die Eule, sondern darin, ihn zu gehen.

Seite 62

Sie trafen auf mächtige Herausforderungen. Die Gefiederten mussten Drachen bezirzen. Durch dichte Rauchschwaden fliegen und ein Labyrinth durchlaufen. Aber das waren nicht die wirklichen Abenteuer, die sie bestehen mussten, denn es kam eher darauf an, dass man über seinen eigenen Schatten springen musste. Man sollte lernen, seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und auch denen der Mitreisenden.

Wunderschön und nachdenklich

Das Buch ist in einem wunderschönen Blauton gehalten. Ein bisschen wie der Himmel kurz vor dem Sonnenaufgang. Die Schrift auf dem Cover ist goldig und die Geschichte selber macht einen sehr nachdenklich. Sie beruht auf einem persischen Märchen aus dem 12. Jahrhundert. Und doch ist sie, wie viele dieser Märchen in jede Zeit zu übertragen. Maximilian Hauptmann, der Autor von diesem Buch, hat eine fantastische und mitnehmende Geschichte daraus gemacht. Mut, Spiritualität, Freundschaft, Zuversicht, all diese Eigenschaften wohnen in den fliegenden Gesellen inne, wie wohl auch in uns allen.
Aber nicht nur der Text ist schön und nachdenklich, sondern auch die wunderschön gemalten Bilder. Teelke Limbeck hat dieses Buch illustriert. Ihre Bilder machen das Buch zu einem Schatz. So kann man diese Geschichte ohne weiteres auch kleinen Lesern vorlesen und sie haben dabei viel zu schauen und zu staunen.

Wir geben diesem wunderschönen Buch gerne 🐭🐭🐭🐭🐭 Ein Buch, das jedem ein bisschen Zuversicht und den Glauben zurückgeben kann.

 

Die Konferenz der Vögel

von Maximilian Hauptmann
Illustriert von Teelke Limbeck
122 Seiten
aus dem Edition a Verlag
ISBN: 978-3-99001-696-1

Der Honigmann

Der Honigmann hat einen kleinen Laden gegenüber einer Schule, an einer Bushaltestelle. Er hat den kleinen Laden fein säuberlich eingerichtet. Schöne Deko-Dingen, Tee und eben auch Honig bietet er an. Die Kinder lieben den älteren Mann, die Mütter trinken bei ihm Kaffee und schwatzen lange mit ihm, bevor sie nach Hause gehen. Der Honigmann hat dort, in dem kleinen Laden, einen kleinen Nebenraum, wo er schlafen und wohnen kann. Er ist immer gleich angezogen, denn Gleichförmigkeit schafft Vertrauen.

Vorstadtidylle und Gerüchte

In einer hübschen kleinen Vorstadtidylle, gegenüber der Schule und nah bei der Bushaltestelle hat der Honigmann seinen Laden eröffnet. Die zugezogenen Großstadtfamilien lieben den kleinen Laden. Die Kinder aber noch mehr. Nach der Schule ist der kleine Laden eine beliebte Anlaufstelle.
Es herrscht eine Kleinstadtidylle, ein Bullerbü, wie es im Buche steht. Die Kinder können am Bach spielen und die Erwachsenen treffen sich alle Zeit zum Grillen, schwatzen und trinken. Idyllisch eben. Und doch knistert es in den verschiedenen Häusern des „Neubauviertels“. Nicht hinter jeder Tür ist wirklich Bullerbü. Die Menschen haben eben doch ihre Sorgen und Ängste. Nach Außen hin scheint alles perfekt. Als dann eines Tages ein Brief auftaucht, in dem der Honigmann eine tragende Rolle spielt, wankt das schöne Vorstadtidyll mächtig. Die Bewohner der Stadt wird von vergangenen Geschichten und Taten überflutet. Was von diesen Beschuldigungen ist wahr? Steckt da vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit dahinter?  Und warum kümmert sich da keiner?

Unglaublich, wie es eskalieren kann. Da taucht ein Brief auf, dessen Inhalt man eigentlich gar nicht kennt und schon wird zu einer Hexenjagd geblasen. Wie schnell die Gesichter entgleiten und die Gefühle hochkochen können. Peter Huth hat der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten und mit dem Buch „Der Honigmann“ ein interessantes und spannendes Buch geschrieben. So leicht lässt man seine Hüllen fallen und zeigt sein wahres Gesicht. Bis gestern waren wir noch Freunde und plötzlich ist das Idyll in sich zusammengebrochen wie ein Kartenhaus. Der Autor spielt mit den Ängsten der Menschen. Ein Krimi, der keiner ist.

… Die Fakten liegen ja auf dem Tisch, und wohin Mutmaßungen und Gerüchte und Vorverurteilungen und diese ganze Scheiße führen, das haben wir ja gesehen. …

Seite 232

Ich habe das Buch verschlungen und musste immer wieder den Kopf schütteln, aber genau so kann es überall geschehen. Ich möchte auch nicht behaupten, dass ich vor den Berichten und Gerüchten sicher gewesen wäre. Wir alle tappen genau in dieses Gebräu aus Informationen und Geschichten und lassen uns von diesen klebrigen News irgendwohin ziehen. Von mir bekommt dieses Buch 🐭🐭🐭🐭🐭 Das muss man gelesen haben! Ich finde den Titel ziemlich passend: Mit Honig fängt man Fliegen. Der Autor Peter Huth hat in seinem Roman immer wieder die einzelnen Protagonisten einen eigenen Text „schreiben“ lassen, wie sie das Geschehene im Nachhinein sehen, was sie erlebt haben oder wie sie mit dem Ganzen umgegangen sind. Zweifel hat man bis zum letzten Satz und der Epilog lässt weiterhin so manche Hexenjagd zu.

Der Honigmann

ein Roman von Peter Huth
aus dem Droemer Verlag
256 Seiten
ISBN: 9783426449820

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland

In dem „Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland“, findet man alles, was es braucht, um durch dieses Ödland mit dem Zug zu reisen. Auf jeder Seite wird davor gewarnt, was man nicht machen sollte, damit die Reise ein Erfolg wird. Und die Reise selber? Die erfolgt eben mit einem speziellen Zug, der angeblich der sicherste der Welt sein soll. Doch wovor fürchten sich die Menschen, die mit dem besonderen Zug von Peking nach Moskau fahren? Durch das Ödland, Sibiriens Steppen! Sind es Ungeheuer? Das eigene Selbst, das in den Menschen schlummert? Ist es das Unbekannte?

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland

Es führt ein Gleis durch Sibirien, auf dem der Transsibirien-Express von China nach Russland fährt. Die Menschen staunen am Ende des 19. Jahrhunderts noch, wenn sie ungewöhnliches, geheimnisvolles und angsteinflößendes zu sehen bekommen. Andere steigen in den Zug ein und erwarten, dass sie mit Neuem und Unbekannten überhäuft werden. Wer mit dem Zug fährt, der wird dazu angehalten, nicht zu lange aus den Fenstern zu schauen, denn das könnte krank machen, die Seele verderben, man kann sich die Ödlandkrankheit einfangen.

In dem Zug wurde ein Kind geboren, während die Mutter starb. Das Kind, Weiwei wuchs dort in all den Jahren der Durchquerungen des Ödlandes auf. Sie ist ein Teil des Zuges, sie ist das Zugkind. Sie hat schon eine Menge gesehen, aber das, was bei der letzten Durchquerung geschieht, konnte sie nicht erahnen. Ein Mädchen, eine blinde Passagierin, hat sich in den Zug geschmuggelt. Und plötzlich treten Veränderungen auf, die alle staunen und ängstlich werden lassen.

Fantasie oder steckt da mehr dahinter?

Ich fand das Buch gut geschrieben. Es hat mich nicht losgelassen. Einerseits steckt da eine Menge Fantasie dahinter. Aber auch eine Menge Metapher. Veränderungen mag der Mensch eigentlich nicht und doch streben wir danach. Unbekanntes macht uns Angst und doch wollen wir wissen, wer und was dahintersteckt. Fremden gegenüber ist der Mensch eher verschlossen und doch wüsste man gerne, mit wem man es zu tun hat. Und dann sind da noch die Personen, die der Bevölkerung sagen und befehlen, was sie zu sehen und zu denken haben. Oftmals kommen diese Befehler auch damit durch, aber was ist, wenn die Menschen sich diesen Befehlen widersetzen und auch die Ordnungshüter plötzlich nicht mehr Folge leisten.

Ich mochte das Buch einerseits als Fantasiebuch und andererseits als ein Buch, dass die Augen öffnen kann und darum bittet über den Tellerrand zu schauen. Rubinchen und ich würden diesem Buch gerne 🐭🐭🐭🐭 geben. Mir hat es gut gefallen, dass ich einen Übersichtsplan in den Buchdeckeln gefunden habe. Und auch die Figuren waren sehr spannend beschrieben. Vielleicht war es an manchen Stellen etwas langatmig und manchmal habe ich auch die Übersicht verloren, aber dann hat es mich sofort wieder gepackt und mich mitgerissen.

 

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland

Ein Roman von Sarah Brooks
Originaltitel „The cautious traveller’s guide to the wastelands“
Übersetzt von Claudia Feldmann
ISBN 978-3-570-10500-9
Penguin Verlag

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen

Emily Wildes ist eine kleine und wirre Person. Ihre Haare machen, was sie wollen und sind kaum durch ein Band zu bändigen. Sie ist Professorin in Cambridge und schreibt an ihrer „Enzyklopädie der Feen“. Zu diesem Zweck reist sie in das kleine Dorf Hrafnsvik in der Region Ljosland in Schweden. Emily Wildes ist mit ihren dreißig Jahren eine Frau, der es bisher immer gelungen ist, andere Menschen gegen sich aufzubringen. Sie ist noch nicht richtig in dem Dorf angekommen, da hat sie es sich schon mit ihrem Vermieter und später mit der gesamten Dorfgemeinschaft verscherzt. Emily mag ihre Empfindungen nicht zeigen und glaubt, dass man sie nicht lieben kann. Freundschaften schließt die kleine Frau schon gar nicht. Ihr Kleidungsstil hat etwas von einer Lumpensammlerin. Dafür ist sie eine Meisterin darin, sich mit dem kleinen Volk, oder besser den Feen, gut zustellen. Sie wandert in den Wäldern und Gebirge herum und sieht überall Anzeichen dafür, dass sich das kleine Volk hier aufhält.

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen

An ihrer Enzyklopädie der Feen arbeitet Emily Wildes nun schon einige Jahre und hat schon über 500 Seiten geschrieben. Sie wünscht keine Hilfe und doch wird ihr diese zuteil. Denn ihr Kollege und Rivale Wendell Bambleby taucht plötzlich in dem Dörfchen am Rande der Welt auf und versucht sich in Emilys Enzyklopädie und ihren Forschungen einzumischen. Eigentlich kann sie den adretten Mann ganz gut leiden, aber, schon immer war ihr bewusst, dass Wendell irgendetwas an sich hat, das nicht menschlich ist. Er ist immer modebewusst und ordentlich gekleidet und umgibt sich mit schönen Dingen. Der Mann ist so ganz das Gegenteil von Emily. Wendell Bambleby hat sofort alle Dorfbewohner um den Finger gewickelt.

Eines Tages werden zwei junge Frauen aus dem Dorf von den Feen entführt. Die Dorfbewohner bitten die beiden Fremden, ihnen zu helfen, die Frauen wiederzufinden. Nur widerwillig zieht Wendell mit Emily in die eiskalte Wildnis.

Kleine und große Feen

Emily versteht sich gut darauf, Feen zu ihren Freunden zu machen. Aber nicht alle Feen sind gut. Es gibt auch einige, die darauf aus sind, Menschen zu ihrem Spaß in die Kälte zu locken. Die großen Feen sind in diesem Teil des Landes aus Eis gemacht. Sie sind von „Adel“ und können so schön singen, dass man verzaubert ist und nicht mehr nach Hause findet.
Wenn man einer kleinen Fee einen Wunsch erfüllt, hat man selber einen Wunsch frei. Aber man ist nie sicher, dass man auch etwas Gutes zurückbekommt, denn die Kleinen können auch böse werden. Im Wald finden sich unheimliche Bäume, die wunderschön anzusehen sind, die aber höchst gefährlich sein können.

Abgetaucht!

Mich hat dieses Buch sehr überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so sehr gefallen wird. Anfangs habe ich es als Hörbuch gehört, auch wenn mir die Sprecherin wirklich gut gefallen hat, wollte ich es doch als Buch lesen. Die Geschichte hat mich in den Bann gezogen. Ich mochte diese störrische und unmodische kleine Person Emily. Und ich mochte den smarten, ziemlich faulen Wendell. Am Ende des Buches hatte ich die Beiden so sehr in mein Herz geschlossen, dass ich mir auch noch den zweiten Band zulegen musste.

Das Buch ist im Tagebuchstil geschrieben. Emily schreibt es, während sie auf der Suche nach den Feen ist. Nur einmal wird Wendell seinen Senf dazu geben und Emilys Tagebuch weiterschreiben. Das hätte sie nie zugelassen, aber warum es dazu kam, tja, das musst du schon selber erlesen. Spannend fand ich auch, die Fußnoten. Immer wieder werden da Feen erklärt oder welche Wissenschaftler sich mit dem Thema beschäftigt haben.
Rubi und ich waren jedenfalls begeistert. Obwohl es etwas langsam begonnen hat, nahm es im Laufe doch ordentlich an Fahrt auf. Es ist toll geschrieben und, wie wir finden, gut übersetzt. Es hat damit ganze 🐭🐭🐭🐭🐭 verdient. Und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

 

 

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen

Autorin Heather Fawcett
Übersetzt von Eva Kemper
416 Seiten
FISCHER Tor Verlag
ISBN 9783596708444