Das Dinner

Fünf alte „Freunde“ treffen sich zu einem Krimi-Dinner. Wie das funktioniert? Man bekommt eine Figur zugewiesen, dazu ein Handbuch, in dem steht, was die Figur getan und gesagt hat. Die anderen haben keine Ahnung, was in den verschiedenen Rollenbüchern steht und versuchen durch geschicktes Fragen und Agieren herauszubekommen, wer der Täter war. Ganz nebenbei bekommt man ein tolles Essen serviert.

Das Dinner

Da treffen sich fünf alte Freunde in einem stylischen und weit abgelegenen Restaurant. Sie waren einmal zu Sechst, aber die sechste Freundin fehlt! Maria ist seit fünf Jahren verschwunden oder vielleicht sogar tot. Seit dem Verschwinden von Maria hatten die Freunde immer weniger Kontakt gehabt. Was ist damals geschehen? Warum sind sie so auseinander gegangen? Und wo ist Maria?

Jonathan und Lotta sind seit damals ein Paar. Er betreibt ein teures Restaurant und die Beiden leben gleich nebenan, in einem kleinen Haus. Nichts Dolles, wie Jonathans Schwester Hanna festgestellt hat. Hanna ist Künstlerin und lebt in London. Sie ist wegen des Treffens extra angereist. Aber auch Tristan ist mit seiner Gefährtin angereist. Diese bleibt aber im Hotel, solange die Freunde sich zum Dinner treffen. Tristan ist es ganz recht, denn so kann er schamlos mit allen Frauen flirten, die seinen Weg kreuzen. Auf eine der Frauen ist er ganz besonders scharf, seine Ex, Jonathans Schwester Hanna.
Und dann ist da Kiano. Der zurückhaltende und stille Kiano. Eigentlich wollte er gar nicht erst zu dem Treffen kommen und schon gar nicht dieses Spiel spielen. Früher haben sie öfter ein Krimi-Dinner gemacht, aber er hat einen guten Grund, die alten Freunde nicht wieder treffen zu wollen. Und dann, dann wird es plötzlich seltsam. Das Spiel erinnert an damals, als noch alle Freunde zusammen auf dem Festival, auf dem Zeltplatz waren. An damals, als Maria plötzlich verschwand.

Das Krimidinner

Kaum sitzen die Freunde zusammen, wird klar, dass sich einige spinnefeind sind. Ein Platz am Tisch bleibt frei, der ist für die verschwundene Maria reserviert. Und dann werden die Rollen verteilt, an jedem Platz liegt ein Buch und die Vorspeise wird gereicht. Wieso sind die zugeteilten Figuren den echten Personen so ähnlich und was ist wohl damals passiert? Immer wieder kommt es zu kleinen Auseinandersetzungen zwischen den Freunden und immer mehr wird klar, dass das Spiel viel zu sehr mit der Wirklichkeit zusammenhängt.

Der Anfang war wirklich schon recht spannend geschrieben und man hat sehr wohl gemerkt, dass die Spieler längst keine Freunde mehr waren. Sympathie empfand ich für keine Figur, was ich jetzt nicht unbedingt schlimm finde. Der Krimi spielt in der Gegenwart und Vergangenheit und der Leser wird immer mehr zum Zeugen. Über den Kapiteln steht immer genau, in welcher Zeit und in wessen Leben man sich gerade befindet. Und doch kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem man sich in einem Chaos befindet. Informationen auf den Leser einprasseln, einiges immer wieder wiederholt wird. Aus den verschiedenen Blickwinkeln und Empfindungen verwandelt sich dieser Thriller in ein Durcheinander. Die Empfehlung für diesen Thriller: Lege das Buch nicht weg, sondern lese es am besten in einem Zug, denn morgen könntest du schon vergessen haben, was du gestern gelesen hast.

Das Ende überrascht dann doch sehr. Denn damit hat keiner gerechnet. Im Grunde ist es wirklich perfekt aufgebaut, auch wenn das Buch an einigen Stellen ziemliche Längen aufweist. (Ich habe den Fehler gemacht und habe den Roman eine halbe Woche beiseite gelegt). Ein Manko hat es für mich allerdings noch gehabt, es geht viel um Sex. Angedeutet habe ich keine Probleme damit, aber haarklein erzählt gehen mir solche Szenen vermehrt auf die Nerven. Tristan ist ein sexsüchtiger Mensch und auch bei den Anderen steht dieses Thema hoch im Kurs.

Ich habe eine Weile überlegen müssen, um die richtige Anzahl Mäuse zu vergeben. Die Längen und Sexszene haben eine Maus geklaut, obwohl der Rest doch sehr unterhaltsam und spannend war. Auch der Aufbau hat mir gut gefallen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das ein guter deutscher Krimi fürs Fernsehen wäre. Somit bekommt das Buch von uns 🐭🐭🐭 Übrigens, das Cover ist toll!

 

Das Dinner

ein Thriller von Emily Rudolf
aus dem FISCHER Scherz Verlag:
464 Seiten
ISBN: 978-3-651-02515-8

Das Mädchen aus Yorkshire

Das Mädchen aus Yorkshire

Die Bestsellerautorin Lucinda Riley hat den Roman „Das Mädchen aus Yorkshire“ geschrieben. Nach ihrem Tod hat Rileys Sohn Harry Whittaker den ursprünglich 1993 geschrieben Roman „Hidden Beauty“ überarbeitet und am 07.11.2024 erschien er dann im Goldmann Verlag als „Das Mädchen aus Yorkshire“. Auf 624 Seiten liest man etwas über fehlgeleiteten Ehrgeiz, verbotene Liebe, Rache und Mord.

„Unnatürliche Dinge … schlimme Dinge werden geschehen … leg dich nie mit der Natur an, sonst bringst du alles durcheinander. Arme Seele … er ist verloren … verdammt … er wird zurückkommen, dich oben im Moor finden … und du wirst aus freien Stücken zurückkehren. Du kannst dein Schicksal nicht ändern … Nimm dich vor ihm in Acht.“

Die Prophezeiung

Das ist die Prophezeiung, die Leah Thompson im Alter von elf Jahren von einer „Hexe“ erhält, Zumindest bezeichnen die Kinder die Frau in der Schule so. Und von da an, taucht diese Prophezeiung immer wieder in Leah’s Gedanken auf. Einige Jahre später wird aus dem unscheinbaren Mädchen Leah aus Yorkshire, ein Topmodel. Sie ist auf den Laufstegen der ganzen Welt unterwegs. Leah hat mit den Höhen und Tiefen der Modelwelt zu kämpfen. Und die Männer umschwärmen die hübsche Frau, doch nicht immer sind alle Gut zu ihr und eigentlich möchte Leah auch nur ihrer Jugendliebe Brett Cooper wieder begegnen.

Brett kämpft um die Zuneigung seines Vaters. Der wiederum mit seiner eigenen Vergangenheit hadert und erst die schlimmen Zeiten, die er als Kind mit seiner Schwester im Konzentrationslager erlebt hat, aufarbeiten muss.

Die Rollen

Der Leser begleiten Leah Thompson, Brett Cooper und einige weitere interessante Charaktere zwischen den Jahren 1976 und 1984. Zwischendurch gibt es noch einige kleinere Zeitensprünge in die Vergangenheit von Mr. Cooper und seiner Schwester, die auch für die aktuellen Geschehnisse im Leben von Leah eine interessante Rolle spielen.

Beim Lesen hat man keine Schwierigkeiten, bei den manchmal entstehenden Zeitsprünge mitzukommen. Im gesamten ist das Buch flüssig zu lesen. Es hält einen konstanten Spannungsbogen, der gerade zum Ende noch etwas an Fahrt aufnimmt. Und man fiebert immer wieder mit den Charakteren, die alle wunderbar beschrieben werden, mit. Das Buch „Das Mädchen aus Yorkshire“ ist im typischen Stil von Lucinda Riley geschrieben. Wenn man ihre Bücher liebt, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.

Diese Rezension hat dieses Mal Rubi geschrieben. Es ist für sie die erste eigene Rezension. Da ich selber dieses Buch nicht gelesen habe, vergibt sie dieses Mal die Mäuse selber: 🐭🐭🐭🐭

 

Das Mädchen aus Yorkshire

Autorin Lucinda Riley
624 Seiten
Originaltitel: The Hidden Girl
Übersetzt aus dem Englischen von Sonja Hauser, Karin Dufner, Sibylle Schmidt, Ursula Wulfekamp
ISBN 978-3-442-31783-7

Der Thron der Magier

Der Thron der Magier ist ein Fantasy-Romanze-Buch. Das hatte ich scheinbar überlesen, als ich den Klappentext vor der Nase hatte. Während ich das Buch las, habe ich immer wieder überlegt, ob ich es nicht einfach zuschlagen sollte und dann geschah wieder irgendetwas, dass mich doch zwischen den Seiten gehalten hat.

Der König ist tot

Der König der Magier ist tot! Und somit ist der Thron der Magier frei geworden. Einer seiner Zwillingssöhne, Konrad, soll den Thron besteigen. Schon lange wurde er entsprechend darauf vorbereitet, während sein Bruder ihm nur zur Hand gehen würde. Der König ist noch nicht beerdigt, da entbrennt zwischen den Magiern eine Auseinandersetzung, wer denn nun den Thron besteigen darf. Nicht alle Magier sind mit dem Königssohn einverstanden. Ist dieser junge Mann vielleicht doch nicht der geeignete Kandidat? Die Königinwitwe ist davon überzeugt, dass ihr Sohn der Richtige ist. Die Magier müssen über die Nachfolge abstimmen und damit alle Stimmen für Konrad zählen, wird die ganze (Königs-) Familie zu der Beerdigung des alten Königs zusammengerufen.

So auch Katleen, eine Königstochter, die schon lange ihr eigenes Leben führt, weil sie keine Magie in sich hat, soll dabei sein. Längst lebt sie zwischen den „Gewöhnlichen“. Sie liebt es in dem Buchladen, in dem sie arbeitet, die Bücher zu sortieren und sich nach der Arbeit um ihren geliebten Kater zu kümmern. Sie hat nur noch wenig Kontakt zu den Magiern. Auf der Beerdigung ihres Vaters kommt sie allerdings wieder mit ihrer Familie zusammen. Ein Wettkampf soll am Ende entscheiden, werd er nächste Regent sein soll.

Wie gesagt, ich war immer wieder versucht das Buch einfach zuzuschlagen. Klar gab es magische Momente, aber es erschloss sich mir nicht immer, was da los war. Vielleicht bin ich auch schon zu alt für dieses Buch, obwohl ich auch sehr gerne Kinder- und Jugend-Fantasyromane lese. In Frankreich soll diese Fantasyserie alle von den Sesseln gerissen haben. Manchmal mag es auch an der Übersetzung liegen, was ich aber nicht beurteilen kann, da ich nicht Französisch spreche, geschweige denn lesen kann. Bei uns ist dieser Roman durchgefallen und bekommt nur 🐭

Die Autorin Jupiter Phaeton ist eine französische Autorin, die schon mit zwölf Jahren Fantasy-Romane geschrieben hat. Bis heute hat sie über sechzig Romane veröffentlicht und sich in der französischen Fantasy- und Urban-Fantasy-Landschaft einen Namen gemacht – sehr zur Freude ihrer Leser! (Quelle: Verlag / vlb)

 

 

Der Thron der Magier

geschrieben von Jupiter Phaeton
Drachenmond Verlag GmbH
Seitenzahl 480
Übersetzt von Masur Anne
ISBN 978-3-95991-971-5 (Amazonlink)
www.drachenmond.de

Muss man das lesen? {MauseSchmöker-Zeit}

Heute schreibe ich mal etwas über mein eigenes Leseverhalten. Muss ich das lesen? Immer wieder habe ich das Problem, dass ich ein Buch in der Hand halte, dass ich eigentlich gar nicht so gut finde. Der Klappentext war toll, sonst hätte ich es wohl nicht mitgenommen. Das Cover hat mich in den Bann gezogen, sonst hätte ich es ja niemals aufgeschlagen. Aber dann sitze ich zu Hause in meinem Lesesessel, mit dem Buch vor der Nase und finde einfach nicht hinein. Es macht für mich keine Tür auf! Die Protagonisten sind, einfach beschrieben, doof und ich mag sie einfach nicht. Und dann frage ich mich oft:

Muss man das lesen?

Die Geschichte klang doch so toll. Auf dem Buchrücken in der Beschreibung hat aber etwas ganz anderes gestanden, als das, was ich gerade auf den Knien vor mir liegen habe. Ich habe erst 50 Seiten gelesen und weiß schon, dass ich mich durch die Seiten quälen werde. Aber die Hoffnung auf Besserung besteht. Immerhin sind es ja erst 50 Seiten. Vielleicht macht es bald Knacks und ich verliere mich zwischen den Seiten! Und so lese ich weiter und hoffe. Drei Stunden später, das Handy hat mich ununterbrochen ablenken können. Die Katzen haben ihre Streicheleinheiten eingefordert, dabei konnte ich weder den Freunden noch den Katzen böse sein, dass sie mich ablenken konnten, denn das Buch ist immer noch langweilig und doof erzählt, … Sollte ich das Buch nun nicht doch einfach zuklappen? Einfach ein anderes Buch beginnen?

Ich lese weiter und ärgere mich weiterhin über die einfache Schreibweise des Schreiberlings. Ist das das erste Buch des Autors, der Autorin? Warum steht es auf einer Bestsellerliste? Wer macht diese Listen? Warum trifft es mich nicht ins Herz? Da sind wir also wieder: Muss man das lesen? Wenn ich meinen Leseplan 40 Bücher in diesem Jahr zu lesen einhalten möchte, dann muss ich das jetzt beenden. Aber Rubi (meine Lesemaus) ist hartnäckig und wünscht, dass ich dran bleibe. Es sind ja nur noch zweihundert Seiten!

Liest du das?

Was machst du, wenn du an ein solches Buch geraten bist? Oder greifst du erst gar nicht nach einem solchen Buch? Man hat ja auch eine Menge Geld dafür ausgegeben, damit man sich gut unterhalten fühlt, etwas dazulernt oder sich in fremde Welten katapultieren lässt. Schlägst du das Buch einfach zu? Oder bist du so hartnäckig wie ich und quälst dich durch die Seiten?

 

Tage ohne Ende

Wenn du wissen willst, wie es wirklich damals in Amerika, kurz vor dem Bürgerkrieg war, dann solltest du Tage ohne Ende lesen. Damals, als die Einwanderer, Amerika eroberten, die Ureinwohner des Kontinents hinweggemetzelte oder vertrieben wurden, Büffel nur aus Spaß getötet oder zarte Jungen als Mädchen verkleidet Bergarbeitern heile Welt vorgaukelten. Tage ohne Ende, ein Roman der in einer schnoddrigen Art geschrieben ist und kein Blatt vor den Mund nimmt, zeigt dem Leser, was man in einem Western nicht zu sehen bekommt.

Du blickst zurück auf all die endlosen Jahre, in denen dir dieser Gedanke nie gekommen war das tue ich jetzt in Tennessee, wo ich diese Worte aufschreibe ich denke an die Tage ohne Ende in meinem Leben.

Seite 45

Tage ohne Ende

Ich bekam dieses Buch von meiner Schwester geschenkt, mit den Worten, das musst du unbedingt lesen! Und nehme dir bitte am besten ein Wochenende frei, damit du es nicht weglegen musst. Ich habe es leider nicht beherzigt. Ich habe es in Etappen gelesen. Thomas McNulty und sein Freund John Cole haben sich, fast noch Kinder in einem Busch in der Pampa getroffen. Sie hatten Glück und kamen nicht ums Leben. Als Kinder im wilden Westen, da muss man schon echt was auf dem Kasten haben. Die beiden schmalen Jungen durften sich als Mädchen verkleiden und eine Show, in einem Saloon vorführen, dass sich die Bergarbeiter wie zu Hause fühlen konnten. So kann man sich auch ein paar Dollar verdienen.

Aber irgendwann wurde sie zu ungelenk, passten nicht mehr in die Mädchenrollen. So gingen sie zur Armee. Einem der schlechtbezahltesten Jobs in dem wilden Amerika. Aber die unzertrennlichen jungen Männer fanden immer wieder eine Möglichkeit zu überleben.
John und Thomas lernten mit schlechten Gewehren schießen, sie durften hungern und durch die Kälte über die Prärie ziehen. Sie schlachteten Menschen ab, die eigentlich harmlos waren. Sie schossen Büffel, um nicht zu verhungern. Die Truppen zogen von einem Camp zum nächsten Fort und wieder wurde getötet, und fast verhungert, lagen im Dreck und ließen sich durchfüttern. Die Jungen wurden erwachsen und durften den Dienst quittieren. Aber nicht lange und sie wurden in den Unabhängigkeitskrieg hinein gezogen.

Grausame Szenen

Der Autor Sebastian Berry hat hier einen speziellen Frontier Roman geschrieben. Der Hauptdarsteller beschreibt sein Leben und das seines Freundes mit „eigenen Worten“ und schnoddrigen Sätzen, als hätte er es wirklich selber geschrieben. Mit seinen ungebildeten, liebenswerten und grausamen Beschreibungen verdeutlicht der Roman, wie es damals zuging. Erst wird einfach draufgeschlagen und nachher gefragt, ob es richtig war. Andererseits haben die beiden Protagonisten ein solch zärtliches Miteinander und lieben ihre Freunde und Nachbar (soweit man sie ebenfalls friedlich leben lässt). Allerdings liest man auf den nächsten Seiten wieder, wie sie ohne Gnade einfach einem Menschen den Skalp abschneiden. Zart und brutal. Anstrengend und aufregend. Ich weiß nicht, in welche Schublade ich diesen wirklich guten Roman stecken soll. Wie meine Schwester schon gesagt hatte, den muss man lesen!

🐭🐭🐭🐭🐭 bekommt der Roman von uns. Aber nur, wenn du dir Zeit für diese Zeitreise nimmst.
Übrigens hat hier der Übersetzer wirklich ganze Arbeit geleistet, einen solchen Roman muss man erst einmal so gut übersetzten!

 

Tage ohne Ende

geschrieben von Sebastian Berry
Übersetzt durch Hans-Christian Oeser
256 Seiten
ISBN 978-3-95829-518-6