Die Geschichte der Bienen {Rezension}

26.02.2019 | Historie, Nachdenklich, Rezension, Roman | 4 Kommentare

Wenn die Bienen verschwinden

Seitdem der Mensch bemerkt hatte, wie köstlich Honig schmeckt und welchen Nutzen er aus dem Bienenwachs ziehen kann, wurden Bienen genutzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Haltung der Bienen moderner. Vorher wurden die Waben und die Bienenvölker zerstört. Heute hält man die Bienenvölker in sogenannten Magazinen, versucht damit die Stämme möglichst schonungsvoll zu behandeln. Maja Lunde hat sich die Bienen vorgenommen und ein tolles mitreißendes Buch geschrieben. Ich war schon bei „Die Geschichte des Wassers“ von ihrer Schreibweise überzeugt, aber dieses Buch gefällt mir noch viel mehr.

Die Geschichte der Bienen

Ein Roman von Maja Lunde

Wieder besteht der Roman aus verschiedenen Handlungssträngen, die sich irgendwann überkreuzen. Nein, die Personen werden sich nie gegenseitig kennenlernen, dazu liegen ihre Zeiten viel zu weit auseinander. Aber ihr Tun gehört zusammen.

So schreibt Maja Lunde in der Ichform von William (1852), einem Biologen und Samenhändler in England, der sich mit dem Leben der Bienen beschäftigt. Eine weitere Geschichte, aus der Sicht von Georg (2007), der davon träumt seine Imkerei und den Hof an seinen Sohn weiterzugeben und von Tao (2098), die auf Bäume klettern muss um die Blüten der Bäume zu bestäuben, weil Bienen außerordentlich selten geworden sind.

Maja Lunde schreibt spannend, lässt einen nicht los und bringt den Blick auf die kleinen Insekten, die für den Menschen einen besonderen Wert haben. Nicht nur die Honigbiene ist wichtig, es sind auch noch zahllose andere Hautflügler die dafür zuständig sind, dass unsere Nahrung an Bäumen, Sträuchern und auf Feldern wächst. Doch wie gehen wir mit unserer Umwelt um. Verteilen reichlich Pestizide auf den Feldern, die alles vernichtet, was krabbelt oder fliegt. Wir legen Monokulturen an, damit das Ernten einfacher wird und wundern uns am Ende, wo die Vielfalt geblieben ist. Tao lebt in einer Welt die Angst macht. William hat noch alle Möglichkeiten. Und Georg? Er verkörpert das, was wir heute auf den Feldern sehen.

Mich hat dieses Buch überzeugt. Maja Lunde kann einfach eingängig schreiben. Ihre Zukunftsvisionen sind nicht an den Haaren herbeigezogen. Wir sollten umdenken und vollumfänglich an das Leben mit unserem Planeten denken, anstatt nur in dem winzigen Rahmen zu denken, den wir sehen.

Die  Autorin

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman „Die Geschichte der Bienen“ wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 30 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Zuletzt erschien der zweite Teil ihres literarischen Klimaquartetts, „Die Geschichte des Wassers“. (Der Text stammt von hier)

Die Übersetzerin

Ursel Allenstein ist freischaffende Übersetzerin. Sie übersetzt vorwiegend Belletristik aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen ins Deutsche.

Verlinkt bei meinen Februarbüchern

4 Kommentare

  1. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Mich hat das Buch, das ich gleich nach dem Erscheinen gelesen hatte, auch total begeistert. Deinen Worten kann ich nur zustimmen. ‚Die Geschichte des Wasser‘ konnte da nicht so ganz heran reichen (aber das ist nach so einem Erfolg auch bestimmt sehr schwer).
    Man kann sich nur wünschen, dass es im Bewusstsein der Menschen etwas verändert.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Bienenelfe Kerstin

    Jetzt hast Du mich neugierig gemacht liebe Andrea. Danke für diese Beschreibung.

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  3. Karen Heyer

    Weißt Du, warum ich mich bisher nicht getraut habe, dieses tolle Buch zu lesen? Weil es genauso kommen könnte, wenn wir nichts ändern. Für meinen bescheidenen Teil habe ich bereits damit begonnen. Unser Garten wurde insektenfreundlich umgestaltet, ich bin beim Hortus-Netzwerk dabei und wir freuen uns über neu bei uns entdeckte Hummel- und Wildbienenarten sowie über bunte Falter, die ich vorher hier noch nie gesehen habe.
    Vielleicht sollte ich es doch noch lesen?
    Liebe Grüße
    Karen

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  4. Frau Sonnenburg

    Mir hat das Buch auch sehr gefallen, auch wenn ich die Figur von William äußerst unsympathisch fand. Unser Nachbar hat Bienen und hat mir schon ganz viel dazu beigebracht. Sie kommen immer an unserem Teich zum Trinken und Wasser sammeln, wirklich faszinierende Tierchen. Die Geschichte des Wassers steht noch ungelesen im Regal.
    Viele Grüße
    Sandra

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