Die Geschichte des Wassers

Die
Geschichte des Wassers

von
Maja Lunde

 

 

2017 ist Signe, eine 70 Jahre alte Umweltkämpferin, mit dem Boot von Norwegen nach Farnkreich unterwegs. Sie will ihre alte Liebe zur Rede stellen. Der Mann, der mitbeteiligt ist, an den Umweltsünden, die in Norwegen geschehen. Der Eisblöcke aus dem Gletscher Blåfonna schneiden lässt, um sie nach Saudi Arabien zu verkaufen, damit Reiche ihre Drinks mit besonderen Eiswürfeln trinken können.
Auf ihrer Reise, mit ihrem Boot Blau („Blau“ ist übrigens der Norwegische Titel dieses Buches), lässt sie ihre Kindheit Revue passieren. Sie beschreibt die Umweltveränderungen in ihrem Heimatland und wie sie ihre Liebe fand und wieder verlor.

2045 kämpft David mit seiner fünfjährigen Tochter Lou gegen die Hitze in seiner Heimat Frankreich und ist auf der Flucht vor der Wasserlosigkeit. Sie wurden von Lou‘s Mutter Anna und dem kleinen Bruder August getrennt und hoffen darauf, sie in einem bestimmten Flüchtlingslager zu treffen. Viele warten, so wie die Beiden, auf Hilfe, doch Wasser ist knapp und Nahrung ebenso. Vater und Tochter halten zusammen und erkunden die Umgebung des Lagers. Sie finden ein Boot, das sie zeitweise ablenkt und für Hoffnung sorgt. Es ist Signes Boot, das ihnen Hoffnung gibt.

 

 

Das zweite Buch dieser Norwegischen Schriftstellerin klagt erneut die anstehenden Veränderungen dieser/unserer Erde an. Dieses Mal, geht es um unser Hauptnahrungsmittel, Wasser. Was wird sein, wenn es nicht mehr da ist? Nahrung, die gepflanzt, gezogen und zubereitet werden muss. Wie soll das ohne Wasser gehen? Und sie klagt an, wie wir derzeit mit unserem Wasser umgehen. Wieso verschwenden wir es und fördern damit, dass es uns eines Tages ausbleiben wird?

 

Maja Lunde hat einen sehr lesbaren und ergreifenden Roman geschrieben. Ihre Hauptakteure sind schnell in unserem Herzen und es macht Laune, dieses Buch zu lesen. Die Autorin versteht es, immer wieder den Blick auf die Umweltsünden zu lenken, ohne zu langweilen. Ist es wirklich so, dass wir unsere Welt dermaßen ausnutzen und zerstören? Nur weil wir mehr Luxus wollen? Sollten wir nicht mehr darauf achten, dass wir auch unseren Kindern und Enkeln eine Welt hinterlassen, die für jeden Lebenswert ist?

 

Maja Lund hat einen besonderen Roman geschrieben. Lasst uns ein wenig nachdenken  und die Umwelt schonen und schützen! Denn, was wären wir ohne Wasser? NICHTS

 

 

 

Verlag : btb
ISBN: 9783442757749
Fester Einband 480 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein

 

 

 

 

Das verborgene Leben der Meisen

Ein (erstaunliches!) Meisenjahr und was ich niemals vermutet hätte

von Andrea Tjernshaugen

 

Ich konnte es nicht glauben, dass Meisen solch ein witziges und spannendes Leben führen. Andreas Tjernshaugen baute zwei Meisennistkästen, bestückte einen mit einer Kamera und wartete ab. Sein Vater war auch schon Hobbyornithologe, das hat wohl auf den Sohn abgefärbt. In seinem Garten, tummeln sich einige dieser gefiederten Gesellen. Er beobachtete, welche Kriterien sie anwenden, um den richtigen Partner zu finden. Sind Meisen eifersüchtig? Haben sie Probleme mit ihren Nachbarn? Und was ist ihre Lieblingsspeise? Welche Liedchen trällern sie und unterscheiden die sich von Meisen, aus anderen Gegenden? Wusstest du, das Meisen sehr hartherzig gegenüber anderen Vögeln sein können und das Blaumeisen eher in dem Nest einer Kohlmeise überleben können, deren Angewohnheiten übernehmen, als umgekehrt?

 

Andreas Tjernshaugen hat ein interessantes Buch über diese kleinen fliegenden Dinosaurier heraus gebracht. Spannend erklärt zu bekommen, welche Angewohnheiten die hübschen und sangesfreudigen kleinen Gesellen haben, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Flugkünstler hat und wie sie ihre Nester bauen. Was hat es mit dem Raupengipfel auf sich und sind wirklich alle Meisen Meisen? Das Buch ist bestückt mit schönen, zum Teil gemalten, Bildern und Fotos. Geschrieben ist es wie eine Geschichte, vollgepackt mit Informationen.

 

Andreas Tjernshaugen, hat ein prima Sachbuch über Meisen geschrieben. Wenn du jetzt ein Geschichtenbuch erwartet hast, wirst du etwas enttäuscht sein. Allerdings hebt er dich schnell auf die Vogelbeobachtung. Sein Buch ermutigt dich dazu genauer hinzu schauen. Zusätzlich erzählt er ein bisschen aus seinem Leben und aus seinen Erinnerungen, was dieses Sachbuch nicht so furchtbar trocken erscheinen lässt. Der Einband des Buches, ist aus Pappe und Anfangs fühlt es sich etwas komisch an. Es liegt dabei aber gut in der Hand. Am Ende des Buches befindet sich noch eine Bauanleitung für einen Nistkasten mit Kamera. Einfach nachzubauen. Außerdem eine Empfehlung, wie man Meisen am besten füttern sollte.
Ich glaube ich sehe die Meisen, vor meinem Fenster, mit einem ganz neuen Blick. So harmlos unschuldig wie sie da herum flattern, sind die gar nicht.
Übersetzt aus dem Norwegischen von Paul Berf
aus dem Inselverlag
234 Seiten

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

Hast du schon mal etwas von Lutefisk gehört? Das ist ein Traditionsessen zu Weihnachten aus Norwegen. Lars kann diesen ganz hervorragend vorbereiten. Einziger Nachteil, Lars stinkt nach diesem Fisch und bekommt den Geruch nicht aus der Nase. Aufgrund von diesem Geruch, denkt er, nie eine Frau zu finden. Doch er sollte Glück haben und die großgewachsene Cynthia treffen, sie heiraten und mit ihr ein Kind, Eva bekommen. Cynthia verlässt allerdings die kleine Familie, bevor Eva überhaupt denken kann und Lars stirbt an einem Herzinfarkt kurz nachdem Cynthia auf und davon war. Eva wird unkompliziert an den Bruder von Lars weitergegeben und wächst so als Tochter von Jarl und Fiona auf.
Eva ist ein seltsames Mädchen. Sie ist hübsch, schlaksig, hat zu große Füße und interessiert sich ungemein für die gute Küche, den Anbau von Gemüsen und Kräutern. Sie hat einen ausgeprägten Geschmackssinn und probiert auch gerne neue Speisen, lässt sich inspirieren. Sie fällt in der Schule auf und wird nicht von jedem geliebt. Aber das stört das Mädchen fast nie. Sie findet einen Weg, sich zu bestätigen. 
Eva trifft auf Menschen, die ihr Leben bestimmen. Die nicht immer die beste Wahl sind, aber für Eva, Meilensteine zu ihrem späteren Wohlstand. Sie ist der Rote Faden durch dieses Buch, aber nicht in jedem Kapitel im Vordergrund. Ich finde es sehr geschickt gemacht, wie Eva immer wieder auftaucht aber nicht die Hauptrolle spielt. Die Kapitel strotzen vor Neid, Mißgunst und Mißbilligung. Die Akteure geben sich diesen Gefühlen hin und zeigen sich in ihrem eingeschränkten Leben. Der Leser bekommt einen ungeschönten Blick in die Wirklichkeit der Protagonisten. J.Ryan Stradal hat eine besondere Art zu schreiben. Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Man findet schnell in die Story und hat wirklich Spaß am Lesen. 
Als Bonus gibt es das ein oder andere Rezept. Rezepte, die man durchaus probieren könnte. Interessante Kombinationen, mit denen Eva am Ende ihr Leben in unglaubliche Bahnen lenkt. 
Als ich den Klappentext las, war ich mir nicht schlüssig, ob ich dieses Buch lesen möchte. Man vermutet eine Familiengeschichte, ein MutterTochterDing, das sich aber so nicht im Buch wiederfand. Ein sehr kurzweiliges Buch, das auf jeden Fall gelesen werden sollte. 
J.Ryan Stradal  hat bisher nur dieses Buch herausgegeben. Ich hoffe, es war nicht das Letzte. Er schrieb allerdings Kurzgeschichten für Zeitschriften, produziert Fernsehserien und ist selber Lektor. 
Diogenes Verlag
Hardcover Leinen 
432 Seiten