City of Girls {Roman von Elizabeth Gilbert}

02.11.2020 | Rezension | 2 Kommentare

In City of Girls geht es um das Leben der gerade 19 Jährigen Vivien. Das Mädchen, welches von einem guten College geflogen ist, den gut betuchten Eltern auf die Nerven geht und zu der Tante, die ein Theater, das Lily Playhouse betreibt, nach New York geschickt wird. In ein New York, das die ganze Nacht durchtanzt und sich die Frauen und Männer der Stadt recht freizügig durch die frühen 1940 Jahre schlagen. Das kleine Theater liegt in dem Bezirk der Arbeiter, die nie genug Geld haben, um sich ins Vergnügen zu stürzen. So werden nur billige Produktionen aufgeführt und die Belegschaft bekommt immerhin ein warmes Essen und ein Dach über dem Kopf. Vivien ist geschickt. Denn immerhin hat sie von ihrer Großmutter das Schneidern gelernt. Sie übernimmt es, die Kostüme für die seichten Revuen an dem kleinen Theater zu entwerfen.

Vivien berichtet aus ihrem Leben und lässt nichts aus. Sie erzählt von ihrer Entjungferung und wie sie an den Kerl gerät, den sie zu lieben glaubt. Sie probiert sich aus und scheitert, kehrt zurück in den Schoß der Familie, nachdem sie eine riesige Dummheit begangen hatte. Am Ende kehrt sie aber in die Stadt New York zurück und lebt weiterhin nach ihren eigenen Maßstäben. Doch die Vergangenheit holt sie ein.

Fast übermütig

Ich habe ein wildes, übermütiges Mädchen in dem Buch City of Girls herausgelesen. Was mir allerdings noch besser gefallen hat, war das Leben in dem Theater, bzw. nach dem Theater. City of Girls wird ein besonderes Stück und hilft dem kleinen etwas vernachlässigten Theater wieder zu einigem Ruhm. Das Stück selber, City of Girl erinnerte mich ein wenig an den Film Irma la Douce, von Billy Wilder. Nicht, dass es wirklich viele Ähnlichkeiten gäbe, doch sind es vielleicht die Figuren, die die Schauspieler auf der Bühne verkörpern. Auch der Onkel von Vivien könnte gut Billy Wilder gewesen sein.

Elizabeth Gilbert lässt nichts aus, in dem New York der 1940er. Sie zeigt, welche Probleme der Krieg machte, wie wenig Frauen geachtet oder gar gleichberechtigt waren. Wie glamourös die Nacht und wie armselig der Tag danach war.

Mit City of Girls habe ich ein sehr unterhaltsames Buch gelesen. Es ist nicht tiefgründig, macht aber Spaß zu lesen. Die Autorin Elizabeth Gilbert hat schon Eat, Pray, Love geschrieben, das längst verfilmt und zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Auch bei City of Girls, kann ich mir als eine prima Filmvorlage vorstellen.

Die Autorin

Die Autorin selber war zweimal mit Männern verheiratet, fand dann aber ihre große Liebe in einer Frau, die dann aber an Krebs verstarb. Sie selber arbeite in einer New Yorker Bar, dem Coyote Ugly. Sie machte ihre Eindrücke damals zu einer erfolgreichen Kolumne, die auch verfilmt wurden.

City of Girls

von Elizabeth Gilbert
Übersetzt von Britt Somann-Jung
496 Seiten
Verlag:S. Fischer
ISBN 978-3-10-002476-3

Ich hatte soviel Spaß beim lesen, dass ich es gerne zu den Oktober-Büchern stellen möchte.

2 Kommentare

  1. Bienenelfe Helga

    von Helga:

    Liebe Andrea,

    Du läßt mich erschauern, schon wieder was für mich dabei. Ich entscheide mich für die City Girls, bin doch eine Leserin von Betty Smith und mag Millieustudien sehr gerne. Ich komme doch wie Udo Jürgens sang, niemals nach New York ( mehr), also nix wie ran und lesen. Danke, schließlich muß man ja nochmal nachlesen wie eine Entjungferung vor sich geht, ist schon zu lange her. Hihi, vielleicht werden noch mehr neugierig? 🤣
    Das Berlin Buch ist bestimmt interessant, aber nicht jetzt in der Adventszeit.
    Außerdem ist mein neu von Kerstin erbautes Buchregal schon wieder voll, völler, am Völlsten. 1 1/2 Jahre lagen die Bretter da, keiner kam zurecht, nun hat Kerstin als sie am Wochenende da war, es geschafft und aufgebaut. Ja, Stricklieseln sind eben zu allem fähig. 😁 Lieblingsbücher wie 12 Pucki Bände von Magda Trott, lachen mich an, wenn ich nun das Zimmer betrete. Die Trilogien sind auch vereint zusammen, die Sucherei ist hiermit beendet. Mußte mal sein, hab ich mir soooo gewünscht, Ordnung im Bücherschrank ist nämlich schwer zu halten, ein richtiges System hab ich aber auch noch nicht gefunden, neee, werde ich wohl auch nicht mehr, zumindest in diesem Leben nicht.
    Danke, daß Du wieder für uns gelesen hast, erspart ne Menge Zeit. Freu mich stets darüber, informiert will man sein was in den Autoren alles so schlummert, ohne alles lesen zu können. Frau Elisabeth Büchle habe ich mir mal wieder näher angeschaut, was sie so alles getrieben hat in letzter Zeit. Hat sich gelohnt, zwei mußten hier einziehen.
    Das Lächeln des Drachens und Mehr als nur ein Traum.
    Schau mer mal, mit lieben Grüßen von Helga

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    • Andrea Karminrot

      Ich liebe Bücherregale. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, stehe ich gerne vor den Regalen und mache mir ein Bild von dem Wohnungsbesitzer. Spannend.

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