“Kleine Feuer überall” … eines der besten Bücher 2018

ein Roman von

Celeste Ng

Celest Ng

Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch gehört zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe. Celeste Ng schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, mit solcher Wucht und Feingefühl, dass man völlig in dem Buch und seinen Figuren abtauchen kann. Leichter Humor und Gradlinigkeit machen dieses Buch zu einem Lesegenuss, man kann es nicht aus den Händen legen.

Feuer

Zum Inhalt

Es brennt! In einer amerikanischen, gut durchdachten und reglementierten Vorstadt, in Cleveland/Ohio. Dort steht Elena Richardson, in ihrem Bademantel vor ihrem schicken angepassten Haus. Sie sieht zu, wie ihr Leben abbrennt. Die Feuerwehr tut ihr Möglichstes, das Haus der Richardsons, zu retten. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen. Alle Familienmitglieder waren unterwegs, bis auf Mrs Richardson, die die Feuer entdeckt hatte. Die fast erwachsenen Kinder sitzen weit genug entfernt auf dem Auto der Tochter Lexie und beobachten das Spektakel. Nur eine Tochter fehlt. Izzy ist verschwunden und alle vermuten, dass das Mädchen die Feuer gelegt haben könnte. Wie es dazu kam, das erzählen die nächsten Seiten.

Kleiner Feuer überall

Bevor es zu dem Brand kam, vermietete Mrs Richardson der alleinerziehenden Mia und ihrer Tochter Pearl eine kleine Wohnung in ihrem zweiten Haus und fühlt sich dabei wieder sehr gut. Sie liebt es, Anderen zu helfen. Mrs Richardson legt wert darauf, dass sie Gutes tut.
Mia ist Künstlerin/Fotografin und schon immer mit ihrer Tochter im Land unterwegs. Kurzuml, wenn sie eine neue Idee für ihre Fotos hat, packt sie das Wenige zusammen, das sie besitzt und zieht weiter. Dieses mal soll es aber anders sein, sie will bleiben. Hier ist es genau richtig und die 15 jährige Pearl fühlt sich gleich integriert. Pearl freundet sich mit den vier Richardsonkindern an und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Bis eine Freundin von Mrs Richardson ein chinesisches Baby adoptiert, läuft alles gut. Plötzlich werden ganz neue Blicke in die ach so ordentlichen Häuser möglich. Überall schwelen kleine Feuer, nichts ist so, wie man es von außen sehen kann…

Interessant fand ich, dass die Autorin unterschiede in der Ansprache der Protagonisten machte. So wird Mrs Richardson fast immer mit ihrem Nachnamen angesprochen, während die Jugendlichen und weniger gut betuchten Figuren nur mit ihrem Vornamen angeredet werden. Es gibt eine Menge Feinheiten zu entdecken, die dieses Buch für mich spannend machten.

Seitenweise

Verlag dtv
Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit
384 Seiten
ISBN 978-3-423-28156-0
Leseprobe

Freitagsfüller #475

Noch nie habe ich beim Freitagsfüller mitgemacht,

Aber es ist ja nie zu spät. Die Fragen hatte ich mir schon öfter durchgelesen, doch was mich abhielt, keine Ahnung. So nun zu den Sätzen, die man ausfüllen möchte:

Freitagsfüller

 

1. Wenn ich morgen im Lotto gewinnen würde, würde ich nur noch 2 Tage im Monat arbeiten wollen. Das Problem ist nur, ich spiele gar kein Lotto. (Upps, vielleicht sollte ich mal mein Glück herausfordern)

2. Im Moment sind Flipflops meine Lieblingsschuhe. Da bekommen meine Füße Licht, Luft und Sonne und ich habe sie ganz schnell ausgezogen. So wie ich das liebe. Magst du es auch, mal mit nackten Füßen herum zu laufen?

3. Die Datenschutzgrundverordnung geht mir inzwischen sowas von auf den Nerv. Wer Hilfe damit braucht, der kann der EU – Komissarin Věra Jourová eine Mail schreiben. Sie sagt, sie würde helfen. (Na, da bin ich aber gespannt!) Astrid und Rosi haben es getan.

4. Mein Bücherschrank, ist niemals richtig aufgeräumt. Da kommen ständig neue Bücher dazu, so das ich niemals Ordnung hinein bekommen würde. Will ich auch gar nicht! Ein gesundes Chaos im Bücherschrank, zeugt von Wissensdurst, oder wie siehst du das?

5. Ich lese gerade Der Mut zur Freiheit ein Buch über 3 Frauen und Generationen. Truly Madly Guilty ein Buch um Freundschaft. Und obendrein einen Thriller The Mayfly (gruselig!)

6. Die Katze verschwindet manchmal unter meinem Sofa. Was sie dort macht? Keine Ahnung. Sie taucht nach einer Stunde wieder auf und schüttelt sich. Guckt nicht zurück und geht schlafen. Vielleicht hat sie einen Weg nach Narnia gefunden, sich dort mit dem Löwen angefreundet oder ist dort längst die Königin.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend. Morgen habe ich geplant auf eine Hochzeit zu gehen und Sonntag möchte ich ein wenig lesen (habe ich diese Woche nämlich fast gar nicht) und dann grillen!

Das hat Spaß gemacht. Vielleicht bin ich ja demnächst öfter dabei. Mehr Freitagsfüller findest du in den Kommentaren bei Scrap-Impulse

 

Der Augenblick der Zeit

ein Roman von

Stephanie Schuster

Stephanie Schuster schickt Einen suchend durch diesen Roman. Die junge Malerin Ina trudelt im München der Neuzeit durch ihr, sich auflösendes Leben und findet einfach nicht zu ihrer Bestimmung zurück. Vor Jahren schon, hatte sie das Malen und Zeichnen aufgegeben. Warum, wird erst im Laufe des Romans erklärt. Durch ein Gemälde, das sie auf einer Auktion in London erwerben möchte, findet sie langsam zu ihrem Talent zurück.

Dieses Gemälde ist es auch, das der Sterndeuter und Dottore George Tannstetter, 1493 in Mailand finden möchte. Noch mehr, gilt sein Interesse der Frau, die auf diesem Gemälde dargestellt sein soll. Doch leider, muss er einige Unwegsamkeiten überwinden bevor er die eventuelle neue Gemahlin von Kaiser Maximilian zu Gesicht bekommt. Statt des Bildes, trifft Tannstetter Leonardo da Vinci, dem er über die Schulter schauen darf, Maximilian den Großen und den damaligen Herrscher über Mailand, Ludovico Sforza, genannt ilMoro.

Der Augenblick der Zeit

Die Autorin schreibt zwischen den Zeiten. Mal sind wir in London und im München der Moderne, und mal verlaufen wir uns mit dem Dottore in Mailand des Fünfzehnten Jahrhunderts. Wenigen Schriftstellern gelingt es, einen flüssigen Roman mit Zeitenwechsel zu schreiben (zumindest ist mir bisher keiner untergekommen, für Empfehlungen bin ich offen). Stephanie Schuster gelingt es recht gut. Der Roman liest sich flüssig und unterhaltsam. Die Begegnungen des Dottore mit Leonardo da Vinci sind spannend geschrieben und werfen ein interessantes Licht auf den Meister. Auch haben mir die Ausführungen über die Kunst und Malerei gefallen. Welche Farben, Pigmente und Materialien verwendet wurden und wie sie hergestellt wurden.

So, bekam ich wieder große Lust in ein Museum zu gehen, um mir die alten Meister anzuschauen. Die modernen Künstler dagegen, schrecken mich etwas ab. Ina, die Malerin, hat einen Partner der genau solch eine Kunst herstellt, die mich an dem Künstlerischen zweifeln lässt.

Auch, wenn man nicht kunstbegeistert ist, langweilig war der Roman keinesfalls.

Das Thema ist nicht weit hergeholt. Tatsächlich, gibt es einen Kanadier, der sich auf einer Auktion in ein Bild vernarrt hat. Dieses über Umwege beschafft, ist er sich zu 100 % sicher, einen Leonardo da Vinci zu besitzen. Teilweise, wurde es bestätigt, aber die absolute Bestätigung wird ihm noch verweigert. Hier geht es zu dem Artikel (Spiegel, 2011) Auch schön, ein Bericht im National Geographic (2012) Einen weiteren Bericht in der Presse, findet man hier (Welt, 2015). Die Geister scheiden sich, ob sie das Bild als echten Leonardo ansehen. 2018 war der National Geographic dabei, als der Kunsthistoriker Martin Kemp, das Bild in das „Sforziada“ einfügt. Schade, dass man Leonardo nicht mehr fragen kann.

Der Augenblick der Zeit, von Stephanie Schuster

Fester Einband: 320 Seiten

Verlag Blessing

ISBN 9783896675699

Ebenfalls schöne Rezensionen bei Sommerlese und bei lesbarer

Ein angesehener Mann

Ein Krimi von

Abir Mukherjee

von Abir Mukherjee

Ein Mann wird ermordet, in einer Gasse neben einem Bordell in Kalkutta gefunden. Bei dem Ermordeten, handelt es sich um einen politischen Berater des britischen Lieutenant-Governors, des höchsten und mächtigsten Mannes in ganz Bengalen. Sam Wyndham soll den Mord aufklären. Selber ein Opfer des vergangenen, ersten Weltkrieges. Opiumabhängig, und erst vor kurzem in Kalkutta gelandet, schlägt er sich durch eine, von Hitze und Dreck starrende Stadt. Was hatte der Berater in diesem, für Weiße, ungewöhnlichen Ort zu suchen. Was hat das Mädchen am Fenster gesehen? Ob er den Mord aufklären kann?

Sam Wyndham muss sich erst in dieser Stadt zurecht finden. Die Gepflogenheiten der Inder, und der dort ansässigen Engländer, scheinen ihm etwas verwirrend. Aber mit diesem Fall, fängt er an zu verstehen. Der Leser sucht mit dem Engländer in einer undurchsichtigen Stadt nach einem Mörder. Die Bevölkerung drängt nach Aufklärung.

von Abir Mukherjee

Der Autor schreibt in einem lockeren Stil. Sein Held muss sich mit Situationen auseinander setzen, mit denen er nicht gerechnet hat. Abir Mukherjee, hat eine spannende Geschichte um den ehemaligen Scotland-Yard-Ermittler gestrickt. Manchmal, hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Geschichte Hopser macht, so dass ich vorübergehend nicht wusste, was da jetzt geschehen sein mag. Aber, recht schnell, war man auch schon wieder in den Roman hineingesogen. Spannend fand ich die Beschreibungen des alten Kalkuttas. Die flirrende Hitze, die Gerüche und das menschliche Miteinander, machte fast den Eindruck, aus den Seiten zu wabern.

Ich empfand den Krimi als leicht zu lesen und recht unterhaltend, wenn auch nicht fesselnd. Ein angesehener Mann, ist der erste Band zu einer Serie um den Ermittler Sam Wyndham. Welche Erfahrungen unser Held wohl in den nächsten Büchern machen wird?

Übersetzt von Jens Plassmann
Heyne Verlag
Taschenbuch, Klappenbroschur
512 Seiten
ISBN: 978-3-453-42173-8

 

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Ich bin in Umzugsstimmung

Ich hoffe nicht mehr lange, dann kannst du hier wieder in Ruhe meine Rezensionen und alles rund um meine Bücher lesen. So lange klopfe und hämmere ich noch ein bisschen. Setze dich doch vorübergehend in meinen Lieblingssessel und warte ab.

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