Junge Frau am Fenster stehend,…

25.02.2021 | Rezension | 2 Kommentare

…Abendlicht, blaues Kleid

Das ist die Beschreibung eines Bildes. Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid ein Bild von Vermeer.

Hannah besucht ihre Großmutter regelmäßig jeden Dienstag in ihrem Berliner Pflegeheim. Die alte Dame freut sich immer über den Besuch. Eine Abwechslung in dem „langweiligen“ Heimalltag. Evelyn, die Großmutter, ist ziemlich eigensinnig und verschlossen. Sie ist es gewohnt, dass man sie als Frau Doktor anredet und macht, was sie sagt.
Kurz bevor Hannah ihre Großmutter wieder verlassen will, sieht sie einen Brief auf dem Tischchen liegen. Der Brief ist von einer Kanzlei in Tel Aviv, die sich mit Restitutionsverfahren auskennt. Evelyn scheint die einzige Erbin eines verschollenen und konfiszierten Kunstvermögens zu sein. Aber Hannahs Oma Evelyn möchte davon nichts wissen. Sie redet nicht über ihre Familie. Hannah will aber mehr erfahren.

Alena Schröder, die Autorin schreibt ihren gut recherchierten Roman in verschiedenen Zeitebenen. Ihre Protagonisten kommen einzeln zu Wort und so setzt sich nach und nach eine perfekte Geschichte zusammen. Im Grunde beginnt der Roman im Jahre 1926 in Rostock, als Senta, Hannahs Urgroßmutter glaubte, sich in den Flieger Ullrich zu verlieben und ihre Tochter Evelyn aus dieser Beziehung entstand.

Junge Frau, keine gute Mutter

Senta ist keine gute Mutter, sie versucht es, doch immer wieder scheitert sie an den einfachsten Dingen. Ullrich erwartet eine perfekte Mutter und Hausfrau. Doch Senta wird immer unglücklicher. Dabei hat sie alles von ihrer eigenen Mutter gelernt. Eine Familie hatte Senta nie im Sinn. Sie wollte immer nur mit ihrer allerliebsten Freundin Lotte nach Berlin auswandern. Die Frauen hatten vor, sich in der lauten, unternehmungslustigen, alles verschlingende Stadt, ein Leben aufzubauen.
Am Ende bekommt sie die Scheidung von ihrem Mann und verlässt ihre Tochter und geht nach Berlin. Das Schicksal will es, dass Senta sich dort in den jüdischen Journalisten Julius Goldmann verliebt.

So spinnt die Autorin ihre Bögen und nimmt den Leser mit. Mich hat das Buch ziemlich schnell eingefangen und ich mochte es kaum noch aus den Händen legen. Ich habe einige interessante Dinge über die Suche nach verlorenen Kunstgegenständen aus der Nazizeit erfahren. Die Schreibweise der Autorin ist leicht und flüssig.
Eine Familiengeschichte die mich wirklich abgeholt und mitgenommen hat!

Die Autorin

Artikel, Kolumnen und Bücher: Alena Schröder, Jahrgang 1979, ist eine deutsche Schriftstellerin, Kolumnistin und Journalistin. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie unter anderem als Redakteurin für Brigitte und als freie Journalistin für Brigitte Woman, das SZ-Magazin und die Zeit.
Heute ist sie darüber hinaus die regelmäßige Autorin ihrer Kolumne „Nackte Zahlen“ im SZ-Magazin. Ihr Debüt als Autorin gab sie mit ihrem Roman „Wir sind bedient“.

Verlag dtv Allgemeine Belletristik
368 Seiten
ISBN 978-3-423-28273-4

2 Kommentare

  1. Bienenelfe Helga

    Hallo Andrea,

    na dann eben wieder eins mehr auf dem Stapel, alleinsein tut eh nicht gut, Danke fürs vorlesen. Mit Grüßen von der Helga
    Geh ich am Regal vorbei und mich stupst ein älteres Buch an. Hey wie wärs,
    Schau genauer hin und es war „das weiße Feld“. Schon länger gelesen, ich nahm es mit und schon ists passiert. Ich wußte von damals, daß es mir gefallen hat. Also der Erinnerung auf die Sprünge helfen, es hat nur 272 Seiten, das schieben wir mal mit dazwischen. Hihi 📚

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